scharfsinnig - unsinnig - kurzweilig

Das Ende naht.

Ein Ende hat immer so etwas Finales. Gleichzeitig signalisiert es aber auch einen nahenden Anfang. Kein Ende also ohne Anfang! Nur bei der Wurst, sie hat bekanntlich ausschließlich zwei Enden. Beim Berliner Flughafen und den Koalitions-verhandlungen hat die Geduld bald ein Ende. Und selbst die Fahnenstange hat eines, genauso wie das Gelände. Wo soll das nur alles noch enden?

Am aller aller schlimmsten aber finde ich das bereits eingetroffene Ende der Moral! Da zündelt dieses Trampel im Nahen Osten einen Flächenbrand an. Dabei brennt es unmittelbar vor seiner Haustür schon lichterloh. Man nennt das wohl Klientel-Politik. Und der türkische Despot meint gleich einen Konter fahren zu müssen, und erkennt seinerseits Jerusalem als Hauptstadt der Palästinenser an. Da möchte ich auf gar keinen Fall nachstehen. Ich fordere gleiches Recht ebenfalls für alle orthodoxen Atheisten. Ideologie ist eben reine Idiotie.

Oder schauen wir nach Bayern. Da liegen sich plötzlich und dennoch unerwartet die Erzfeinde Söder und Vollhorst herzergreifend in den Armen. Blutsbrüdern gleich. Und Mutti wird als wahre (Ware) Heilsbringerin vergöttert. Vor Jahresfrist noch verspöttert. Politiker sind einfach charakterlose, machtgeile Ignoranten. Aller Couleur!

Am Ende ist es auch mit Beate Uhse. Für mich ein Schlag unter die Gürtellinie! Hängt doch auf unserem Abort eine Aktie. Ordentlich gerahmt, damit die Besucher des stillen Örtchens einen Blick auf meine Wertanlage werfen können. Und wer ist schuld? Das Internet. Es ist nämlich gar nicht nett, dass die anonymen Sexist ihre Bedürfnisse in kryptischen Tunneln befriedigen können. Und nicht klassisch, mit leichter Schamesröte zwischen den Regalen in Beates Shops. Somit könnte ich meinen Anteil an den Intimspielzeugen an den Nagel hängen. Wenn nicht, ja wenn nicht zwei üppig bestückte Vertreterinnen des Gewerbes dieses wertlose Stück Papier zieren würden. Wenigstens zu Dekozwecken bleiben die Damen hängen, als Erinnerung an die glorreichen alten Zeiten. Es  zeigt sich einmal mehr, dass das Ei von gestern eben nicht das Huhn von morgen ist.

Zum Ende neigt sich auch das Jahr. Gott sei Dank! Wir können nur hoffen, dass uns das neue, jungfräuliche Zwanzigachtzehn eine anständige Regierung beschert, uns von den ganzen regierenden und reagierenden Schwachköpfen erlöst und uns vor Toilettenpapierrollen mit ungeraden Blattzahlen beschützt.

6 Kommentare

  1. Ute Klemm

    Hallöle Armin,
    als ich von der Pleite Beate Uhse hörte, musste ich sofort an Dich denken … ob es die Aktie wohl noch gibt? Schön, dass ja, und an einem gebührenden Ort, wo sie noch lange hängen darf.
    Ute

    • Armin

      Hallo Ute! Ich hoffe, dass du keine anrüchigen Gedanken hattest – damals. Metoo ist allgegenwärtig!
      Die Aktie war ja ein super Geschenk zum 50er, die dazugehörige Dame dagegen „ungehörig“. Hihi!

      • Hans

        Hi Armin,
        im Rückblick treibt es mir immer noch die Schamesröte ins Gesicht. Nicht wegen dem Grundgedanken, sondern weil die „Ungehörige“ so grottenschlecht war.

        • Armin

          Hi Hans,ich hätte sie mir eben selber aussuchen sollen! Aber ich kann mich ja nicht um alles kümmern!

          • ute

            Hallo Armin, hallo Hans,
            natürlich hatte ich keine anrüchigen Gedanken.
            Und Hans hat Recht, was die „Ungehörige“ anbelangt. Das machen wir beim 100. dann wirklich besser, gell?
            Aber wir waren halt jung und unerfahren …
            Euch allen ein gemütliches Weihnachten und ein gesundes neues Rentnerjahr (ich muss halt noch)

          • Armin

            Jaja, wir waren jung und brauchten das Geld!
            Schöne Bescherung also!

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