scharfsinnig - unsinnig - kurzweilig

Kategorie: A Politik (Seite 1 von 3)

Vor-richten

Seid ihr euch eigentlich bewusst, dass bald eine wichtige Wahl ins Haus steht? Und habt ihr euch auch schon mal Gedanken gemacht, wen oder was ihr wählen wollt? Wenn Mutti, die wandelnde Knopfleiste aus der Uckermark, quittiert.

Wenn ich so die ganze Korona der Kandidaten*innen betrachte, dann fällt mir eigentlich nichts mehr ein, ausser………!

Beginnen wir doch mit dem im Moment Hochgehandelten. Dem Baumumarmer, der seine Meinung schneller ändert, bevor er sie gefasst hat. Der hat vor kurzem noch am rechten Ufer gefischt und versucht jetzt mit Würmern aus Freilandhaltung dicke grüne Fische an Land zu ziehen. Der einzige Lichtblick wäre, dass Hubsi Aiwanger sein Nachfolger werden könnte. Das wäre doch lustig! Oder?

Sein Penn-dant aus NRW, na ja, auch nicht wirklich der große Wurf. Sein Programm ist durch und durch ein Plagiat der letzten Jahre(zehnte), quer durch alle anderen Gutgemeintheiten und das Verfallsdatum ist eigentlich schon lange abgelaufen.

Und dann die SPD. Die „Schrumpf Partei Deutschland“. Sie will mit dieser Doppelspitze stürmen! Vorne weg der SC-Holz! Ok, sie haben in den vergangenen Jahren Diverses auf den Weg gebracht. Aber das weiß keiner. Und wenn es keiner weiß, brauchen wir es dann? Ich weiß nicht! Und die Frage aller Fragen: Was machen wir mit Karl Lauterbach nach der Pandemie?

Grün ist die Hoffnung. Aber auf was? Die ersticken uns in lähmender Bürokratie, wollen uns  Veggiedays schmackhaft machen, nerven uns mit Genderdiskussionen, *innenblödsinn und Häuslebauer*innen-Erschrecker*innen. Sie hetzen gegen SUVs, Steingärtner*innen und Laugsauger*innen. Da hoffe ich nur, dass die Realos nicht im banalen, realen Tagesgeschäft zu Rialos mutieren.

Gelb ist nun aber schon gar nicht gerade das Gelbe vom Ei. Der blanke Neid ist gelb. Ausgerechnet der Lindner, der geschäftlich die ein oder andere Insolvenz hingelegt hat, der will den Mittelstand fördern? Natürlich jetzt ohne persönliches Risiko! Mit unserem Gelb – äh Geld.

Zur AfD „Adolf für Deutschland“ verschwende ich nicht einmal eine komplette Zeile!

Und Linksaußen? Im Handball sagt man, der Linksaußen und der Torwart hätten was an der Waffel. Gut, ein paar lobenswerte Forderungen wären ja nicht schlecht. Sie wären auch die Stimmen wert? Aber wohl leider auch verschwendet.

Ganz übel wird mir, wenn ich an die Aufzucht denke, die so langsam das gemachte Nest verlässt, um sich an den fetten Trögen breit zu machen. Der Philipp Amthor zum Beispiel, der sich die Taschen bereits im Strampelanzug vollgestopft hat.

Und erst dieser Dampfplauderer Carsten Linnemann. Der doch allen Ernstes die wirtschaftliche Belebung der Innenstädte mit niedrigeren Parkgebühren in Schwung bringen will. Und als weitere Knaller Idee rät er die Hausbesitzer*innen zu „animieren(!)“, niedrigere Mieten zu verlangen! Welchen Zug hat der denn verpasst?

Kevin Kühnert, der Name schon: Kevin! Gut, dafür kann er nichts. Trotzdem.

Was meint ihr? Gibt es irgendwo einen hoffnungsvollen blassen Schimmer? Oder wird es nur noch schlimmer? Wo verstecken sich die fähigen Menschen, die auch mal unkonventionell denken, ohne nur an ihr Wohlergehen und die Diäten zu denken, und, die nicht nur Schaden von sich abwenden? Die nicht aus Aufzuchten politischer Brutstätten stammen oder aus Verwaltungshochschulen ausgespieen werden, wo ihnen maßgeschneiderte Ärmelschoner angepasst werden! Oder Lehrer*innen!

Typologie der Radfahrer.

Wie jeder von euch wohl weiß, ich fröne in meiner knappen Rentnerfreizeit gerne der Radlerei. Da bleibt es nicht aus, dass man hier und da den Blick zur Seite wagt, um Artgenossen zu studieren. Im Laufe der Jahre konnte ich die folgende Gruppierung wissenschaftlich klassifizieren. Ich habe sie, ihren Geschwindigkeiten angemessen, speziell für euch beschrieben.

Die Km-Fresser. Man erkennt sie an diversen auffälligen Merkmalen. Sie meiden Radwege gesetzeswidrig aber konsequent. Um von den anderen lästigen motorisierten Verkehrsteilnehmern als Hindernis erkannt zu werden, ähneln sie den Litfasssäulen in Fußgängerzonen, ohne diese jemals zu Gesicht zu bekommen. Mit dem Kopf nach unten spulen sie, besonders an Sonn- und Feiertagen, Kilometer um Kilometer ab. Beleuchtung und Klingeln sind ein absolutes Nogo. Gewichtsersparnis! Alles was zählt ist: Gewichtseinsparung und Kilometerschrubben! Erlaubt wäre noch ein windschnittiger Flachbild-Großbildschirm auf dem gekrümmten Rücken, um dem staunenden Fußvolk die aktuelle Geschwindigkeit und Kilometerleistung live vom Tachometer stolz zu präsentieren.

Die Helmkamera-den, die Mountainbiker. Im Gegensatz zu den horizontalen Strecken der Rennradradler, verfolgen sie ein vertikales Tagesziel: Höhenmeter. Auf Teufel komm raus: Höhenmeter! Ihre Helmkameras erfüllen dabei gleich vier unverzichtbare Aufgaben. 1. Sie dokumentieren jeden Stock und Stein über den sie bergab stolpern. 2. Sie erfassen jeden unbescholtenen, aber aufgebrachten Bürger, der auf althergebrachte Weise im Wald im Wege steht. 3. Und last but not least, er kann in aller Ruhe, sogar in Zeitlupe oder Zeitraffer,  in der Kieferorthopädie jede Sekunde seiner Flugphase studieren. 4. Können in den digitalen Wegenetzwerken andere Wagemutige anteilnehmen. Manche könnten sogar Vernunft.

Die rüstigen Rentner. Sie treten gerne in Rudeln auf,  bedienen sich der edelsten Karossen und zwängen sich in edelste, teuerste, körperbetonteste, atmungsaktivsten Outfits, die eigentlich absolut keinen Mikromillimeter Raum zum Atmen geben. Sie ähneln dabei groben, fetten Kalbsleberwürsten im Naturdarm. Beim Luftschnappen erweisen sich die Designerklamotten als durchaus strapazierfähig und reißfest. Aerodynamik, im Zusammenspiel mit der Hangabtriebskraft führen bergab zu einem ungeahnten Geschwindigkeitsrausch, der nur Dank äußerst robuster Scheibenbremsen zu bremsen ist. Beim Ausziehen des Sportdresses muss in der Regel das “Technische Hilfswerk“ mit der Rettungsschere handanlegen.

Ihre Tagesziele orientieren sich übergewichtig eher an bequem erreichbaren Biergärten, wo sie stolz ihre Carbonrosse zur Schau stellen können. Diametral zum

eigenen Körper ist auch hier das Gewicht kaufentscheidend, denn das Rad muss die körperlichen Defizite ausgleichen. Was allerdings nur in Ausnahmefällen gelingt. Die Sicherheitsschlösser der  Carbonvelos wiegen häufig ein Vielfaches des Vehikels selbst. Denn sicher ist sicher.

Die Radwanderer. Immer beliebter werden längere und lange Radtouren. Paare und kleinere Grüppchen scheuen keine Einöde, um sich zu verwirklichen. Enthusiasten transportieren ihr Hab und Gut höchstpersönlich durch Dick und Dünn, sicher, vor Wind und Wetter geschützt, in speziellen, wasserdichten Packtaschen.  Anstelle Leporellos gefalzten Kartenwerken in Cellophan verschweißt am Lenkrad, navigiert man heute mit Garmin oder Falk. Dennoch stehen diese Gruppen hilfesuchend an jeder entscheidenden  Wegegabelung, um sich neu zu orientieren. Wir müssen nach Norden! Aber wo ist Norden? Leichte Zweifel ob das Navi auch den optimalen Weg errechnet hat, fahren immer mit. Hier entwickelten Autofahrer schon eine weitaus größere Zuversicht. Auch kommt man gerne ins Gespräch mit Gleichgesinnten und tauscht Informationen über das Woher und Wohin bereitwillig und blumig aus.

Die Wochenendfamilienausflügler. Aus-Flug ist das exakt passende Vokabular, denn die Erziehungsberechtigten fliegen Helikoptern gleich um ihre Reproduktionen, die im Vollrausch der Freiheitsgefühle die komplette Breite der Radwege ausnutzen. Nahende Radler wechseln hektisch von der linken auf die rechte Fahrspur und wieder zurück, bis sich die Korona dauerhaft für eine gemeinsame Richtungsstrategie und Halteposition geeinigt hat. Lehrer nutzen diese Zwangspause gerne zur Unterrichtung der Behüteten, wie sie sich ggf. in Jahren sicher durch den Radverkehr bewegen können. Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn, meist an den Rädern der weiblichen Ausflügler, ein Anhänger befindet. Es ist nicht generell Usus, dass sich der Nachwuchs darin wohl behütet fühlt. Häufig flattert ein Satz buschiger Ohren des heute leider unvermeidlichen Kindersatzes im Fahrtwind. Kleinere Vierbeiner hingegen werden bevorzugt in speziellen Körbchen am Lenker oder auf dem Gepäckträger erbarmungslos mitgeschleppt.

Die Damenradlerinnen. Nahezu ausschließlich mit Rädern, a la Hollandrädern, in knallbunter Lackierung mit tiefem Einstieg, integriertem Einkaufskorb, stationärer Handyhalterung und klassischer Dreigang Nabenschaltung nebst quietschenden Felgenbremse.

Die Ökoliegendradler. Nicht etwa aus Bequemlichkeit bevorzugen Ökos gerne Liegeräder. Man unterstreicht damit offensichtlich das Anderssein.  In Extremfällen erhascht man sogar einen besonderen Spezi mit einer komplett geschlossenen, Ganzkörper-Kunststoffhaube. Ob eine Sitz- oder Zentralheizung eingebaut ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Allgemeinen ist deren Position bzw. Fahrtrichtung bzw. generell ihre Teilnahme im Verkehr nur durch ihre Wimpel zu erahnen, die munter wippend in Augenhöhe der Normalos flattert.

Muschelschubsen

Was wäre ein Urlaub ohne an- bzw. erregende Begebenheiten und höchst erquickliche Ereignisse? Dieses Mal betrachte ich die Dinge einmal von einer ganz anderen Seite. Ihr werdet schon sehen!

Einmal im Jahr zieht es uns ins Epizentrum der Dekadenz, nach Sylt. Aber ohne einen Zwischenstopp in der Hansestadt Hamburg geht es dann doch nicht. Und von hier berichte ich dann auch gleich ein paar unbedingt wissenswerte Erkenntnisse. Ich weiß jetzt wo die Selbstmordattentäter die ganzen Jungfrauen rekrutieren: Im u.a. Kiez St. Georg sowie der Promenade rund um die Innenalster. Bereits hier finden sie sich in Gruppen zusammen, wie sie später zum Trösten der Märtyrer abgeordnet werden. Das gestrenge Aufsichts-Bodenpersonal observiert dabei die Gruppen rund um die Uhr, um jedwedes Risiko einer irdischen Entjungferung brachial Einhalt zu gebieten.

Geradezu begeistert bin ich von der neu hinzugewonnenen E-Scootermobilität! Die Ecken mögen nicht finster genug sein, um nicht ständig Zugriff auf die Relikte der Jugend zugreifen zu können. Einmal geappt, rauschen sie munter über Stock und Stein. Ach, das geht ja gar nicht, weil die süßen kleinen Rädchen nicht die erforderliche Stabilität garantieren. Also kurvt man lautlos und geschmeidig durch die Gruppen von Jungfrauen und Touristen. Gehwege und Promenaden sind ideale Slalom-Rennstrecken, die durch die Passanten die Eintönigkeit des Dahingleitens verlieren. Beim andauernden Kampf auf den Radwegen mit E-Bikern und Normalos kann man seinen Wortschatz des vulgären Vokabulars erweitern. Konrad Duden hätte seine blanke Freunde an dem Beweis, dass die deutsche Sprache eine lebendige Sprache ist. Bis dahin völlig unbekannte Wortschöpfungen lassen mich teilweise begeistert mit offenem Mund verharren. Allerdings nicht zu lange, denn man sollte jeden Wimpernschlag nutzen, um, ohne heranrauschende Gefahren, die Flucht in sichere Gefilde zu gewährleisten.

Da selbst inaktive E-Scooter exakt auch da liegen, wo man sie der einfachheithalber umfallen gelassen hat, bleiben dem traditionellen, konservativen Fußgänger erhebliche Schwierigkeiten nicht erspart. Neben den Solofahrern (nicht Solifahrern!), erfreut sich auch die Tandemfahrt aller größter Beliebtheit. Zu toppen ist dies nur noch durch einen höheren Promillewert. Besonders jüngere Konsorten testen die Kurvenlagen und Bremswege der neu ins Leben gerufenen Verkehrsmittel bis an die physikalischen Grenzen. Je höher der Pegel, desto eher auch über die Grenzwerte hinaus. Dabei erweisen sich die Passanten als lebende Airbags. Durch diese Bereicherung der Innenstädte ergibt sich eine ganz neue Einstufung der Hierarchie aller Verkehrsteilnehmer: Fußgänger (FG) gegen E-Scooter (ES); ES gegen Fahrräder (FR); ES + FR gegen E-Bikes (EB), ES, FR + EB gegen KFZ. Und

schließlich alle gegen Busse und LKWs. Wie bereits oben erwähnt, findet hier eine verbale Völkerschlacht statt. Hasstiraden, an denen LKW-Fahrer beteiligt sind, sind ohne osteuropäischen Sprachschatz allerdings unverständlich. Damit die Wirkung im allgemeinen hektischen Durcheinander jedoch nicht verpufft, wirken sie allein durch Lautstärke, Intensität sowie durch Gestik und Mimik.

Angesichts der zuvor geschilderten Bedrohungslage ist man reif für die Insel und es ist die pure Wohltat sich sicher und entspannt zwischen majestätisch dahingleitenden Acht- und Zwölfzylindern zu bewegen. Während ich keinem einzigen E-Scooter entrinnen musste und ich die Disziplin aller Radler bewunderte, taten sich ganz neue, lebendige Stehimwege auf. Man geht nicht mehr ohne Hund. Also nicht Gassi, sondern einzig und allein zur Zurschaustellung. Ihr könnt getrost davon ausgehen, dass nach dem Ausgehen zum Gassigehen Daheim die Hundenanni wartet. Oder, in  respektvollem Abstand mit Tütchen die Hinterlassenschaften der Verhätschelten einsammelt und unauffällig artgerecht entsorgt.

Da wir schon bei besagter Klientel sind, die Urlauber und Zweithausbesitzer lassen sich grundsätzlich in verschiedene Kategorien einteilen. Junge Eltern mit ihren Sprösslingen, Bänker, Reeder, Hipster und Erben, mit entweder abgrundhässlichen Modekötern oder überdimensionalen Mutationen. Dann die größte Gruppe der Rentner und Pensionäre, gerne auch mit Hündchen oder gelegentlich auch mit Enkeln, denen sie jeden Wunsch von den Augen ablesen. Nachschub für die Selbstmordattentäter ist mir nicht begegnet! Bei starkem Wind trägt man Kaschmirmützen statt Kopftücher.

Unser Hotel war/ist ein unübertroffenes heimeliges Schmuckkästchen! Seit Generationen eigentümergeführt, herzlich und in jeder Beziehung außergewöhnlich. Schon beim Betreten der Lobby (ca. 4 – 6 qm) entschleunigt das gemächliche Ticken der Standuhr. Prächtig renoviert, bietet man den Entschleunigten alles, was einem den Aufenthalt so angenehm wie möglich macht. Zwei Beispiele mögen für erlesene Gastlichkeit Zeugnis geben: Gegenverkehr am Frühstücksbuffet? Mit Nichten und Neffen! Es wurde/wird serviert! Vorab reichte man frisch gepressten Orangen- oder Pampelmusensäfte. Man konnte aber selbstverständlich auch mineralisches Wasser wählen, mit, mit ohne oder nur mit ein wenig mit. Mit Prickeln stand auch eine Flasche Champagner im Eiskühler, der jedoch in SB zu beschaffen war. Mit der Reichung der Säfte konnte auch die gewünschte Eierspeise gewählt werden, incl. der schweinischen oder vitaminischen Einarbeitungen. Schlichte weich- oder hartgekochte Varianten waren natürlich keine Herausforderung für die Küche. Die Zusammenstellung der Müsli mit frischen Früchtchen und Milchprodukten mussten persönlich individuell von Hand zusammengestellt werden. Wenn die gute Fee zum zweiten Mal nahte, kredenzte sie uns das täglich wechselnde, frische Käse- und Wurstsortiment. Die dreistufige Etagere beherbergte von oben nach unten: feine Salate oder geräucherten Lachs oder Krabben, garniert mit Tomaten, Paprika, Gurken oder so, darunter drei verschiedene Wurstsorten und auf dem untersten

Tableau drei verschiedene Käsearrangements. Hausgemachte Konfitüre, Honig, Meersalz, Kaffee oder Tee, in mir bis dahin auch unbekannten Sorten, und diverse frische, knackige Brötchen und Brotscheiben waren ebenso obligatorisch.

Widmet man sich dem Gegenteil der Nahrungsaufnahme, selbst wenn es ein nicht so ganz appetitliches aber allzu menschliches Thema ist, welches in der Öffentlichkeit nicht gerade zur täglichen Unterhaltung zählt, möchte ich es dennoch erwähnen, weil bezeichnend. Es war das weichste Toilettenpapier ever! Selbstverständlich handgeschöpft mit Nordseewasserzeichen, fair gehandelt, biologisch abbaubar aber nur mechanisch zu verwenden. Dafür ein außergewöhnliches Dekor. Die Anmutung spiegelte die tägliche Tide wider und die Prägungen verliefen sich wie die Priele im Wattenmeer.

Jetzt folgt mir bitte zum Strand, denn es gibt auch hier berichtenswertes. Beginnen möchte ich mit der Feststellung, dass junge Väter und Mütter die mit Abstand besten Sandburgenbaumeister sind, die an bunten Schäufelchen ihre ganze Erfahrung aus glücklichen Kindheitstagen ausleben können. Die staunenden Reproduktionen dienen entweder als Beschaffer von Nordseewasser, portionsweise in farbigen Eimerchen, oder ganz simpel als Staffage. Das Wasser dient im Übrigen nicht der Abkühlung oder Reinigung, sondern zur Stabilisierung der sandigen Wehranlagen gegen die erbarmungslose rhythmisch heranrauschende Flut.

Die Herren der Schöpfung trugen zu meiner großen Verwunderung entweder weiße oder hellblaue Businesshemden, die bei frischer Brise oder zum Sundowner mit dunkelblauen, respektive hellgrauen Kaschmirpullovern kombiniert wurden. Alternativ konnte man noch Westen von Moncler, ohne Naserümpfen zu ernten, tragen. Unten herum herrschte jedoch noch größere Uniformität. Nur einfachere Sandler begnügten sich mit Shorts von Lacoste, die Norm sind schwimmfähige Beinkleider von Vilebrequin (der Einfachheit halber von mir Villeroy und Boch genannt)! Dazu passt eine Begebenheit, die ich im Shop der „Buhne16“ persönlich erleben durfte. Eine junge, offensichtlich gut situierte Mutter mit ihrer Prinzessin, betrat den Raum. Das verwöhnte Balg fragte: „Mama, was machen wir hier?“ Die unkommentierte Antwort: „Shoppen! Merk dir diesen Begriff gut!“

Damit wären wir auch schon bei der Garderobe der Damen angelangt. Die Mädels waren gewandet in wallenden, seidigen Fähnchen mit einem Dekor, welches mich unweigerlich an „Delfter Kacheln“ erinnert. Neben den niederländischen Blautönen gab es sie auch in rot und schwarz. Blau dominierte. Die Kombination mit Kaschmirpullöverchen zu vorgerückter Stunde gehört selbstredend zum Standard-Outfit, vereinzelt stellte man auch farblich harmonierende Kaschmirschals zur Schau.

Abschließend muss ich dokumentieren, dass die mir Angetraute sich todesmutig in die Fluten der Nordsee gestürzt hat! Bei Ebbe. Das leicht angewärmte Gewässer polaren Ursprungs schwappt periodisch vom nordischen Eismeer an die Nordseeküste. Ich habe in der Zwischenzeit die Rettungsgasse freigehalten.

Geräte, Gerede und Gelenke

Jeder weiß, dass ich mir in den letzten Jahren einiges zur körperlichen Ertüchtigung geleistet habe. Schließlich wohnt nur in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist. Wovon ihr euch ja just in diesem Moment persönlich überzeugt. Über die Abenteuer der Radtouren berichte ich umgehend, sobald der Sattel abgekühlt ist. Besonders erquickend und  ein wahrer Born für das Geistige bietet mir auch der regelmäßige Besuch einer Muckibude. Freiwillig, denn freiwillig ist mir lieber als verordnet. Nun ergibt es sich, dass man auf eine Schar Gleichgesinnter trifft, die weder den klassischen Eiweissfressern und Proteinbombern zuzuordnen sind, noch zu den ernsthaften Rekonvaleszenten. Über diese Kraftsportgruppen berichtete ich bereits detailliert. Es lässt sich dabei kaum vermeiden, dass man Zeuge anregender Unterhaltungen wird, ja sogar hier und da sein Scherflein dazu beiträgt. Zugegebener maßen nicht grundsätzlich mit ernsthaften Kommentaren.

In jeder Muckibude ist die Frage: “Wie geht`s?“ als grob fahrlässig einzustufen. Ob man will oder nicht erhält man einen medizinisch einwandfreien Vortrag von den Nackenwirbeln, den Rücken hinunter bis zur Hüfte von da weiter abwärts bis zum Meniskus und Mittelfußknochen. Selbstverständlich MRT gestützt! Das Demoskelett in der Ecke des Kraftraumes schlägt gelegentlich die knöchernen Hände vors Gesicht, wenn Leiden herhalten müssen, die es am eigenen Leibe hat akut nie erklären müssen.

Gelobt sei was hart macht! Denn selbst die körperlichen Themen sind irgendwann einmal erschöpft oder werden jäh unterbrochen, wenn sie bereits das x-te Mal zum Besten gegeben werden. Doch der Gesprächsstoff geht nie aus, gibt es doch nahezu täglich aktuelle Angebote von Lidl, Aldi und Co. Dabei ist eines der absoluten Highlights die Offerte von Schokolade. Ob ihr es glaubt oder nicht, in aller Herrgottsfrüh wird das Regal regelrecht gestürmt, um so viel Tafeln wie irgend möglich zu ergattern und sie umgehend in der heimischen Kühltruhe zu lagern. Andere erbeuteten schon überglücklich, weil übergünstig, neue Stöpsel für die Waschbecken. Portionsgrößen und Preisleistungsverhältnisse von Salaten und anderen Köstlichkeiten stehen ebenso gerne im  Fokus der Angebote aus Möbelhäusern, Elektromärkten und Blumendiscountern. Hier geht billig vor preiswert.

Es ist doch klar, dass Wetter, Politik, Sport und Krankheiten längst die Charts vor Frauen und Autos erklommen haben. Auch Kleingärtnern und der hemmungslose Austausch von allerlei Rezepten darf selbstverständlich nicht fehlen. Hier variieren die Jahreszeiten naturgemäß die Zutatenlisten. Gerne werden auch Kostproben des eigenen Könnens angeschleppt, in hoffnungsvoller Erwartung allgemeiner Bewunderungsausbrüche. Eine besondere Spezies zwingt sich auch an die Geräte, um der üppigen Körperfülle Einhalt zu gebieten. Schon beim ersten Gedanken an eine neue Diät werden erste Wetten abgeschlossen, wann spätestens das alte Gewicht wieder erreicht ist. Ich erlebe inzwischen die x-te Diät des Delinquenten und bin mir absolut sicher, dass es keine, absolut keine, Diät gibt, die nicht schon erfolglos gehalten wurde. Zugegeben lässt die sportliche Intensität auch weniger auf einen nachhaltigen, dauerhaften Erfolg schließen. Hier trainiert man nach dem Motto: „Sport ist Mord!“

Persönlich bin ich jedes Mal bei einem kulturellen Thema betroffen. Der Musik. Helene Fischer rangiert hier noch unter dem besonders anspruchsvollen Gedudel. Das Volksverdummungsgequäke, mit einem grenzwertig limitierten Wort- und Oktavenschatz lässt mich für das Volk der Dichter, Denker und Komponisten doch eher in eine düstere Zukunft blicken. Es wundert mich immer wieder, aus welchen Pflegeheimen sogenannte Stars wieder zum Leben erweckt werden. Für echtes, großes Entsetzen sorge ich daher mit meinen Interessen. Natürlich muss ich hier ganz beiläufig einstreuen, dass ich endlich, seit erfolglosen Jahren, Karten für ein Live-Konzert von Rammstein ergattert habe. Dank an Frank! Ihr werdet darüber sicher lesen, müsst euch allerdings bis Anfang Juni 2020 gedulden.

Da die heutige Hitzewelle meine Outdoor-Aktivitäten bremst, übe ich mich eben im Denksport und berichte live und etwas spezieller aus der elitären Welt des Indoor-Kraftsportes und seinen gewonnenen Bereicherungen für das Leben. Da kann man doch mit Unfug und Recht behaupten, dass mir die Hitze nicht zu Kopf gestiegen ist.

Politikarus

„Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, ich kenne jedoch keine bessere“ stellte einst Winston Churchill fest. Da mag er wohl Recht gehabt haben. Allerdings hat bekanntlich auch jedes Volk die Regierung, die es verdient. Nun, sehen wir uns die aktuell in der Welt regierenden, herrschenden Würstchenträger an, was die für einen Senf dazugeben. Und wenn schon weltweit Kinder und Jugendliche auf die Straße gehen, dann möchte ich mich auch auf die Suche nach einer ordentlichen, gerechten Politikform machen.

Welche nichtsnutzigen Sonderlinge und Exemplare müssen wir denn so über uns ergehen lassen? Autokraten, Demagogen, Diktatoren, Chuntas, Monarchen, Demokraten, Sozialisten, Mafioso, die FIFA, den IOC und ADAC sowie andere Möchtegerne und Massenmörder. Wie wäre es mit einem Politikarus?

Wenn wir uns schon weitgehends kritiklos und hirnlos gläsern gemacht haben, wenn Demographen Wahlergebnisse schon auf die Kommastelle genau vorhersagen können, wenn die Künstliche Intelligenz und Algorithmen unser Handeln vorhersagen können, gar in Teilen bestimmen – warum entlasten wir die Humane Intelligenz nicht und überlassen es den Schaltkreisen?

Wie das? Ganz einfach: Man nehme alle gespeicherten Daten von Google, Face Book, WhatsApp, Instagram und co, von den Banken, Krankenkassen (oder soll ich besser kranken Kassen sagen?), Religionen, von Amazon, Zalando sowie Obi, fragen Alexa, Siri und weitere digitale Damen, nehme Wahlprognosen und -analysen, geschichtliche Erfahrungen, Gesetze und Gesetzmäßigkeiten, Klima und andere wissenschaftliche Erkenntnisse, allgemeine Trends und Modeerscheinungen (wenn nicht bereits vorausschauend manipuliert). Man lege Parteiprogramme und was weiß denn ich noch für gutgemeinte Pläne darüber, bilde Algorithmen, Allegorien, Alimente und Allergien – und fertig ist eine neue, unfehlbare  Staatsform. Sie reagiert nicht, sie agiert, regiert. Handelt zukunftsorientiert, nicht rückwärtsgewandt. Sie muss keine Wahlversprechen brechen, keinen Proporz berücksichtigen und lässt sich nicht von FakeNews und Lügen, Erpressungen, Drohungen, Mobbing, Doping oder Zuwendungen beeinflussen. Sie giert nicht, sie vergeudet keine Diäten oder erspart uns die PKW-Maut (ok, Kühlung! Behält dadurch aber einen kühlen Kopf!), lässt sich nicht bestechen, macht Lobbyisten und Subventionen überflüssig – und sie erspart uns vor allem unsere Politiker, im Windschatten gefolgt von den Paragraphenreitern, Amtsschimmeln, sprich Beamten! Stellvertretend seien genannt, als herausragende Individuen und Kriegstreiber, der unerträgliche Zwietrump und Mauerbauer, der aalglatte Wladimir Wladimirowitsch und der größenwahnsinnige Balkanbengel, sowie der halbe Zwilling aus Polen. Habe ich irgendetwas oder irgendwen vergessen? Man möge es mir nachsehen!

Reformhaus

Bitte verfallt nicht der Illusion, das Reformhaus befände sich im Bundestag, respektive im Reichstag! Da regiert in diesem Sinne eher ein Armutstag. Dem Grunde nach wären Reformen wünschenswert. Aber die Realität belehrt uns eines Besseren. Re-Förmchen statt Re-Formen – wenn überhaupt, eher ein gegenseitiges in die Förmchen pinkeln.

Offensichtlich nimmt man die Bezeichnung allzu wörtlich: „Re- (Präfix) drückt in Bildung mit Verben aus, dass etwas wieder rückgängig gemacht, in den Ausgangszustand zurückgeführt wird.“ Und so re-giert man dann auch vor sich hin. Also re-giert. Man giert nach seinen alten Privilegien, nach Macht, nach Diäten, nach Wasweissdennich. Und entsprechend wird auch agiert, wenn man überhaupt schon mal re-agiert. Viele der ordentlich gewählten Bundestaglerinnen und Bundestagler und selbst Ministerinnen und Minister überleben eine Legislatur-Periode auch nur, wenn man sie gelegentlich re-animiert. Nicht zu verwechseln mit einer sinnlichen Animation. Selbstverständlich! Aber das nur nebenbei.

Dagegen sind Reformhäuser im richtigen Leben Häuser, besser Geschäfte, in denen man seine Form re-aktivieren kann. Die Angebote umfassen u.a. gesunde Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, rezeptfreie Naturarzneimittel, Vitamine, Mineralien und Aminosäuren, sowie Artikel zur Körperpflege und Naturkosmetik. Also absolut unverzichtbare Dinge für ein vitales Vegetieren. Allerlei Allergiker mit und ohne modischen Unverträglichkeiten vergeistigen sich im Repertoire der Angebote. Diverse Pülverchen, Körner, Samen und Beeren entschlacken Leib und Seele bis alle Gifte aus dem Körper entfleucht sind oder das Geld aus der Börse.

Wie die Tide versickert auch die Smoothiewelle langsam im seichten Gestade der anonymen Hypochonder. Der aktuelle Trend ist Superfood. Wer Superfood isst, ist super! Vitamine und Spurenelemente von Ah bis Zett gleichen all die beworbenen Mangelerscheinungen aus, die eine unausgewogene, mangelhafte Ernährung vermissen lässt. Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker! Alles was gut und vor allem teuer ist, ist natürlich auch gut für das leibliche Wohl.

Darüber hinaus bietet es auch tagesaktuellen, üppigen Gesprächsstoff in akut empfänglichen Kreisen über die allgemeine Wetterlage und über das neue Smart-Phone hinaus. Man entdeckt pseudogesunde Welten, deren Existenz bisher im Verborgenen ein kränkelndes Dasein fristeten und nur durch das Superfood sich quasi selbst re-animieren konnten. Nebenbei re-aktiviert es das Hirn, da die Varianten der neuen Vokabeln die Synapsen bis aufs Äußerste fordern. Chlorella, Spirulina, Maca, Hanfproteine, Moringa, Kübiskernmehl, Inulin, Flohsamen, Erbsenproteine, um nur ein paar Highfligher zu nennen. Natürlich alles Bio, genderneutral, fair gehandelt und ökonomisch sowie ökologisch und ökumenisch vertretbar aus den hintersten Winkeln der Welt ins Reformhaus seines Vertrauens per E-Mobil geliefert. Regelmäßiger Verzehr garantiert ein vitales Leben bis zum Ableben. Strotzend vor Gesundheit. Getreu dem Motto: Sie säen nicht, sie ernten nicht, der Herr gibt`s den Seinen im Schlaf. Na dann gute Nacht!

Seniorenteller

Es handelt sich tatsächlich um die ganz zentrale Frage der Menschheit: Wann ist man Senior? Und im Nachgang, wann kann oder muss man einen Seniorenteller bestellen? Oder noch schlimmer, wann lehnt eine Servicekraft die Bestellung eines Steaks ab, und verweist mit mildem aber bestimmtem Nachdruck auf die in der Karte angepriesenen Seniorengerichte? In diesem Zusammenhang ergibt sich auch die ungeklärte Frage, wann beginnt die Klassifizierung bei: Für unsere kleinen Gäste? Ab einer bestimmten Körpergröße? Und wie werden kleine und ältere Menschen eingestuft? Aber dieses Thema möchte ich hier und heute ausklammern, um mich ganz dem Seniorenteller zu widmen. Schon aus eigenem Interesse.

Bei Teenagern oder Twennies ist die Sache ordentlich geregelt. Aber bei den Senioren existieren doch einige verwirrende Begrifflichkeiten und damit Unklarheit. Wie und ab wann differenziert man zwischen Erfahrenen, Oldies, Best Agern, Rentnern oder Mumien? Erinnern wir uns an Georg Dabbeljuh Bush. Hier gibt es die Ausführung als Senior und Junior. Völlig altersunabhängig! Und wenn der Junior dann zum Senior gereift ist und der Senior noch quicklebendig dahinvegetiert – was dann? Wird der Seniortitel dann praktischerweise durchnummeriert?

Bei den Damen tun sich weitere Hemmnisse auf. Gerne feiern die Ladies z.B. ihren 39ten Geburtstag mehrere Male. Hier ist eine altersbezogene Klassifizierung nahezu undenkbar. Und nach reinem Aussehen, da sehe ich ebenfalls schwarz. Ich sage nur Liften und Botox!

Bleiben doch nur die harten Fakten: Der Rentenausweis. Doch es gibt keine hinreichenden Erfahrungswerte, ob man mit einem Rentenausweis auch aus der normalen Karte bestellen kann. Oder ob gar ein frühreifer, spätpubertierender Rentner ein ganz ordinäres Dreigang-Menü ordern kann? Oder ob ein Mensch zwischen Twen und Rentner einen Seniorenteller …..? Oder ein erfahrener Mitesser mit Gardemaß von 1,90m einen Räuber Hotzenplotz-Teller aus der Karte „Für unsere kleinen Gäste“? Es ist gar nicht so einfach! Hier sind doch die ordentlich gewählten Bürokraten in Brüssel und Straßburg in Verzug!

Des Weiteren bin ich bei dem einen oder anderen Selbstversuch wahrlich enttäuscht worden. Zum Beispiel servierte man mir doch aus der Seniorenteller-Karte ein Schnitzel Wiener Art mit frischem Marktgemüse und Pommes / Salat: Erstens: Ohne Rot/Weiß, zweitens: Nicht püriert und passiert in der Schnabeltasse und drittens nicht geschmacklos fad wie eine alte Schuhsohle! Also hätte es für einen unbefangenen Beobachter auch durchaus aus der Karte für unsere kleinen Gäste stammen können. Wenn nicht Rot/Weiß gefehlt hätte! Leider habe ich versäumt es gegen Aufpreis nachzuordern. So ich es denn überhaupt offeriert bekommen hätte.

So, bitte! Es ist angerichtet! Oder was habe ich mit meinen Fragen angerichtet?

 

Das Schöne am Altwerden ist doch die Tatsache, dass man immer öfter tatsächlich recht hat. Und zwar rechter, als man noch mit, sagen wir mal mit Mitte zwanzig, gedacht hätte. Man ist in der einmaligen Lage nicht nur zu wissen, sondern auch zu können. In diesem Sinne: Fräulein, bitte noch ein gestauchtes Pilsken!

USAmok

Auge um Auge, Zahn um Zahn – es sind einfach zu wenig Amerikaner bis an die Zähne  bewaffnet, um Amokläufe zu verhindern. Und Lehrer, Lehrer sollten ebenfalls bewaffnet werden, damit sie potentielle Amokläufer geschult eliminieren können. Zwölf Uhr mittags an Schulen wo eigentlich Bildung statt Ballern gelehrt werden sollte. Welch perverse, kranke Logik! In den USA werden im Jahr mehr unschuldige Bürger unglücklich durch legale Schusswaffen getötet, als in allen Kriegen die sie geführt haben zusammen. In zwei Monaten bereits sieben Massaker. Ein einsamer Rekord. Wie degeneriert müssen Menschen sein, um diesen Schwachsinn zu glauben, womöglich zu verstehen?

Gut, 30 Millionen verändern schon mal die Sichtweise und vernebeln den Blick auf die Realität. Für 30 Millionen kann man sich Tod und Elend kaufen. Wer gut schmiert, der gut tötet. Gewissenlos, nur ihren Boni folgend. Der Aufschrei der Jungend wird konterkariert durch eine Argumentation die vor Demütigungen und alternativen Fakten nur so wimmelt. FakeNews werden schneller verbreitet, als ihre Pumpguns schießen können.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt jedem Bürger die Möglichkeit und das Recht auf seine Mitbürger zu schießen. Eine Aufforderung zu morden, ohne Recht und Gesetz zu bemühen. Wer einen Amokschützen erschießt ist kein Mörder sondern ein Held! Umjubelt von der Waffenlobby. Kopfgeldjäger wie im Wilden Westen. Und das Sprachrohr dieser Verbrecher ist der oberste Mann im Staat persönlich. Er, so prahlt er, hätte den Amokschützen auch ohne Waffen gestoppt. So ein geistiger Amokläufer, ein irrer Schwachkopf regiert die größte Nation der Welt. Wanted death or life!

Monatsrückblick Januar 2018

Rückblickend auf 2017 muss ich sagen: Es hätte auch schlimmer kommen können. Rückblickend auf den Januar 2018 muss ich gestehen: Es kam schlimmer! Das Jahr entwickelte sich zu einem Para-Neu-Jahr. Wann wird endlich eine zumutbare Obergrenze für geistige Umweltverschmutzung eingeführt? Meine Aufzählung erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf chronologische Reihenfolge.

Vollhorst will mit allen Mitteln nach Berlin zu Mutti 2.0. Er lobt sogar die Perle der Uckermark.

Maulheld Mauti brüskiert gleich zweifach: Er eigenlobt die CSU als Partei des „gesunden Menschenverstandes“, hält den Beweis allerdings ganz geschickt verborgen. Eventuell könnte der Nürnberger Trichter Abhilfe schaffen!

Die Mitgliederabstimmung bezeichnet er als Zwergenaufstand. Ausgerechnet dieser geistige Gnom. In den U-Parteien stehen demokratische Grundrechte ja auch gerne hinter Stammtischweisheiten.

Mag man ihn mögen oder nicht, aber der arme Schulz hat auch wirklich die A-Karte gezogen. Egal was er auch anstellt. Selbst wenn er übers Wasser gehen sollte würde es heißen: Schaut hin, schwimmen kann er auch nicht!

Mutti gibt sich in höchster Not außerordentlich staatsfraulich. Sie lobt Schulz dafür, dass er auch die Union der Neunmalklugen gelobt hat. Du mich auch!

Der Weltwirtschaftsgipfel tagt Tag und Nacht wieder in Davos. Also da-wo`s teuer ist. 1% der reichsten Menschen vereinen mehr Vermögen auf sich, als die restlichen 99%. Wer hat der hat!

Der Gipfel, im wahrsten Sinne des Wortes allerdings war das Essen mit diesem Schwachkopf aus Amerika, und das Verhalten der „geladenen“ Mitesser aus der Wirtschaft. Erbärmlich wie ihm die Boniempfänger bis zum Anschlag in den Analkanal gekrochen sind. An vorderster Front, die perfekte Speichelspur legend: Der Siemens-Chef Kaeser. Ohne jeden Skrupel: Werke schließen und Gewinne steigern.

Die Jusos rufen zum letzte Mittel auf: „Tritt ein, sag nein!“ Wen wollen sie denn treten, oder was wollen sie ein-eintreten?

Um die Betrügereien bei ihren Autos zu rechtfertigen scheuen die Volkswagenverdummungsgranden vor rein gar nichts zurück. Sie machen uns zum Affen mit ihren Abgastests. Nur um ihre Betrügereien scheinheilig zu rechtfertigen.

In den Zeitungen kann man derzeit nur noch das Datum und die Wettervorhersage lesen. Der Rest wird bestimmt von den Narren. Aus Politik und Wirtschaft. Dem Irrsinn sind wahrlich keine Grenzen mehr gesetzt.

Erster Bitcoin Bankraub in UK. Gauner bestehlen Geldwäscher, Drogenbarone, Menschenhändler und Hasardeure. Eine Krähe „hackt“ der anderen doch ein Auge aus!

Konservative Revolution

Es wäre ja grob fahrlässig, wenn ich zu diesem Thema nicht nach-richten würde! Ich möchte auch keinesfalls den Eindruck erwecken, dass  ich irgendetwas für die Christlich Soziale Union hätte. Schon gar nicht als bekennender, praktizierender Atheist. Aus dieser Ecke betrachtet fällt es mir ehrlich schwer, einen christlichen Ansatz bei den Parteigenossen zu entdecken. Außer gute Gründen zur Sicherung ihrer Pfründe.

Da der eine oder andere liebgewonnene bajuwarische Follower meine Nach-richten verfolgt, bitte ich innigst um Nach-sicht! Ich gehe allerdings davon aus, dass hier Einigkeit im Geiste herrscht. Mein zweitliebster CSUler nach B.Scheuert, Mauti Dobrindt hat wieder zugeschlagen. Er hat die „Konservative Revolution“ ausgerufen! Das Ganze in unzertrennbarer Union mit der kürzlich von meinem Erstliebling abgesonderten Statement: „Die CSU ist die Partei mit dem gesunden Menschenverstand!“ schaudert es den dummen Bürger dann doch ungemein. Wie krank muss eigentlich ein „Verstand“ sein? Hat man da wohl was ver-standen? Oder habe ich mich nur einfach ver-hört?  Da schleudert Mauti dem Volke eine Losung über den Äther mitten ins Antlitz. Übrigens Äther wurde früher auch als Narkosemittel eingesetzt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt!

Blenden wir einmal den Verstand aus, und beschränken uns auf unser Wissen. Dabei stoße ich auf eine Stilfigur, die Widersprüche miteinander verknüpft, also Blödsinn sind. Man nennt sie Oxymoron. Also „konservativ“ und „Revolution“. Ein verständlicheres Beispiel: „Alter“ „Knabe“. Oder: “Gesunder Menschenverstand“ und „CSU“. Oder ist es gar kein Oxymoron, sondern schon ein Paradoxon? Das Stilmittel für überspitzte, absurde Formulierungen. Als Beispiele hierfür seien genannt: „Wenn sich zwei Glatzen in die Haare kriegen“ oder, „Wenn ein Dackel pudelnass wird“. Will heißen: Es gibt gar keine konservative Revolution.

Außerdem gehen Revolutionen normalerweise vom Volke aus. Und nicht von den Regierenden. Gegen die sollten sie eigentlich gerichtet sein. Puh! Oder wollte sich Mauti womöglich selber abschaffen? Keimt hier ein zartes Fünkchen Hoffnung auf? Bei den Grünen verlaufen die Rücktritte dagegen weitaus unspektakulärer.

Dem Ganzen habe ich nun wirklich weiter absolut nichts mehr hinzuzufügen. Freue mich schon auf die nächsten Steilvorlagen aus dem Komödienstadel bis zur Landtagswahl. Hoffe danach auf eine baldige Genesung des Menschenverstandes. Und ich verweise auf ein weiteres Paradoxon: Weniger ist mehr!

 

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