scharfsinnig - unsinnig - kurzweilig

Kategorie: C Gesellschaft (Seite 15 von 15)

Zum Wohl

Ach du meine Güte! Gütesiegel wohin man schaut. Bio, Öko, Fair Trade, TÜV, GS, Made in Germany (wohl die Mutter aller Gütesiegel!) und hunderte weiterer vernünftigen Auszeichnungen und selbstzweckenden Blendwerken. Alles zum Wohl von unserem Geldbeutel. Oder der Anbieter. Oder der Gesundheit. Oder der Menschheit schlechthin. Jetzt ist es nun endlich soweit – unerwartet aber längst überfällig: Das Tierwohllabel!

Wie haben wir uns die Parameter vorzustellen? Welche Kreatur dieses Signet auch auf die Schinken tätowiert bekommt, die hat echt Schwein gehabt! Begleiten wir ein gleichnamiges Geschöpf durch sein wohlverdientes Dasein. Bereits als Ferkel, wohl gepampert und behütet in der Rotte seiner Erzeuger. Zwischendrin erwähnt sei, dass eine natürliche Befruchtung jederzeit Vorrang vor der künstlichen hat! Nur die amtsärztliche Bescheinigung einer Unfruchtbarkeit, notariell beglaubigt von zwei unabhängigen Veterinären, kann eine künstliche Reproduktion ermöglichen.

Zurück zum Wohlfühlmodus. Ein atmungsaktiver Vier-Boxen-Stall, vollklimatisiert, mit barrierefreiem Auslauf in Mutter Natur. Vollpension mit Vollwertkost, gluten- und laktosefrei, immer pünktlich in den Trog. Natürlich ein Veggie-Day pro Woche. Zum täglichen Suhlen ein angewärmtes Fangobad, und anschließender Ayurveda-Ganzschwartenmassage, mit Sau-na Gang. Fuß- und Klauenpflege nach Bedarf, die Borsten regelmäßig gewaschen, gelegt und geföhnt. Hygieneartikel, wie vierlagiges Toilettenpapier, und Hakle-Feucht Tücher stehen griffbereit zur Verfügung. Alles andere wäre eine große Sauerei! Zum wohlgefälligen Mittagsschläfchen ertönen leise Chillout-Melodien. Abends untermalt die kleine Nachtmusik die Gute-Nacht-Geschichte des Pflegepersonals. Wer möchte da nicht gerne ein Schwein sein?

Man möge es mir nachsehen, dass ich über den konsequenten weiteren Schritt im „Leben“ der zukünftigen Lebensmittel keine detaillierte Schilderung niederschreibe. Ich überspringe den markanten Einschnitt und wir treffen uns in den Kühlregalen der Supermärkte und den Theken der Metzgereien wieder. Liebevoll dekorierte Schnitzel mit biologisch angebauter Petersilie und ökumenisch gezüchteten Cocktailtomaten bereichern das Angebot wohltuend. Für den rechtlich vorgeschriebenen Beipackzettel aus nachwachsenden Rohstoffen stehen separate Leseräume zur Verfügung, die je nach Waren speziell aus- und eingerichtet sind. So z.B. für die besagte Schnitzel, für Schinken (roh, geräuchert oder gekocht), Mettwurst oder Hack. Eine faunagerechte Lösung für gemischtes Hack halb und halb sind zertifizierte Institute beauftragt. Man rechnet mit einem parteienübergreifenden Gesetz noch in diesem Jahrhundert. Na dann: Zum Wohl und Prost Mahlzeit!

Januar, der 24te 2017

Ihr Kinderlein kommet!

Eines der ungelösten Fragen der Menschheit ist die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria. Wie haben wir uns dies vorzustellen? Eine unbefleckte Empfängnis setzt medizinisch nicht zwangsläufig die Jungfräulichkeit voraus – das soll aber nicht Thema dieses Versuches einer subjektiven Betrachtung sein. Konzentrieren möchte ich mich lieber auf den reinen Akt der virtuellen Befruchtung.

Gott Vater, als Vorbeter der Heiligen Dreifaltigkeit, hat im Jahre Null seinen Sohn zu den Menschen geschickt, um sie zu erlösen. Sicher standen ihm derzeit die Möglichkeiten per UPS oder DHL nicht zu Verfügung, und die Mär des Klapperstorches war schon damals höchst umstritten. Man entschied sich bekanntlich für eine Leihmutter. Ob man sich einvernehmlich entschied ist selbst vom Vatikan nicht überliefert. Mit der Entsendung des Sohnes, und seinem hehren Auftrag, war diese Sünde ja bereits automatisch mit abgegolten. In wie weit das Austragen fremder Föten für soziale Zwecke rechtlich einzuordnen war, ist heute müßig. Obwohl es ethisch und moralisch doch sehr zweifelhaft war, wird es sich die Dreifaltigkeit sicher gründlichst überlegt haben. Welches Mitspracherecht der Sohn für seine eigene Reproduktion hatte (Befangenheit) bleibt ebenso im nebulösen, wie die eindeutige Anerkennung der Vaterschaft. Wer letztlich die virtuelle Befruchtung vollzogen hat….? Auszuschließen ist sicher Jesus selbst. Warum sollte der Sohn sich selber zeugen? Hier stellt sich nicht nur die medizinische Frage der Inzucht. Bleiben der Vater und der Heilige Geist. Und, ob ein Geist überhaupt zeugungsfähig ist, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall: Auch Josef ist raus! Jedenfalls musste er auf die Freuden der Begattung verzichten. Was ihm allerdings die Stiefvaterschaft nicht ersparte. Im Gegenteil.

Gegen Ende des Jahres Null wurde also der Sohn geboren, was nicht nur zweidrittel der Dreifaltigkeit freute. Esel, Ochse und drei Könige sind auf jeden Fall aktenkundig. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Neider sehr skeptisch auf den neuen Erdenbürger schauten. Mit, wie wir heute wissen, schwerwiegenden Auswirkungen auf seinen Lebensweg. Dies lief allerdings alles planmäßig, wenn man sich die o.g. Ausgangslage noch einmal vor Augen führt. Jesus wuchs, im Gegensatz zu den Generationen seiner Stellvertreter auf Erden, ärmlich auf. Im Laufe seines Heranwachsens scharten sich Jünger um ihn, die durchaus auch älter als er sein durften. Leider schlich sich in diese Gruppe von Aktivisten auch ein Maulwurf ein. Ihm war schließlich vorbehalten den göttlichen Plan zu vollenden.

Ohne Große Verzögerungen verlief schließlich die Erlösung der Menschheit. Der Tod hätte sicher humaner ausfallen dürfen. Doch unmittelbar nach der Wiederauferstehung fuhr der Sohn in den Himmel auf – die Dreifaltigkeit war wieder komplett. Gott sei Dank gab es zu dieser Zeit die Deutsche Bundesbahn noch nicht, sonst wäre der Zeitplan garantiert ordentlich ins Stocken geraten. Und natürlich ist dem Herrn auch ein Streik der Lufthansa erspart geblieben. Und da den himmlischen Herrscharen nach dem alten Testament kein Streikrecht zusteht, verlief der Transfer wie geschmiert. Ob wir dann heute womöglich auf einen Brückentag hätten verzichten müssen, bleibt deshalb Makulatur.

Aus der Jungfrau Maria wurde die junge Frau Maria. Irrtümlicher Weise hat sich der korrekte Begriff bis heute nicht nachhaltig durchgesetzt. Sei´s drum.

Zu erörtern wäre noch, wie kommt der Begriff Dreifaltigkeit zu Stande? Haben die Drei Falten? Oder haben sie drei Falten? Oder falten die Drei drei Falten? Wenn ja, wen oder was? Es kann natürlich auch sein, dass es was mit der Krümmung des Raumes zu tun hat. Da ist ihnen Einstein ja bekanntlich auf die Schliche gekommen. Mir bleibt es bisher verborgen. Wir wissen ja, dass es sich bei Gott, Göttern, Götzen und dergleichen generell um Glauben handelt. Und Glauben ist nicht Wissen.

Kurz vor besagter Niederkunft anno 2016

 

 

Jahresrückblick 2016

Präambel  

Zwanzigsechszehn war ein ganz typisches Nicht-Priemzahl-Jahre. Siehe folgenden mathematischen Beweis: Die Quersumme von zwanzigsechszehn ist neun, und damit durch drei teilbar. Ergo: Eine Priemzahl! Und selbst die mathematisch nicht dokumentierte Errechnung meiner individuellen Quersumme ergibt das gleiche Resultat: Zwanzig plus sechzehn ist sechsunddreißig. Geteilt durch drei ist zwölf, wieder geteilt durch drei ist vier. Ergo: Auch eine Priemzahl. So einfach kann Mathe sein! Zwanzigsechzehn war aber auch ein Schaltjahr. Und Schaltjahr ist Kaltjahr! Was gab es sonst noch Erwähnenswertes? Die Russen dopen und bomben nach Belieben. Die britische und amerikanische Jugend verschlief ihre Zukunft zu wählen. Das Erwachen war unerwartet hart. Bei der FIFA und UEFA wurde ein Eigentor nach dem anderen geschossen. Gesiegt hat die Raffgier. Mutti macht´s noch mal. Weitere Rolle rückwärts für die Maut. Neue CD von den Rolling Stones. Die sind einfach nicht zu stoppen. Bittere Überraschung: Auch Helden müssen sterben. Der fidele Castro. Unter einem Türken versteht man eigentlich einen Dummy. Realer Beweis regiert in tausend Zimmern. Aber wenden wir uns nun von den besonders tragischen Fällen den erfreulicheren zu. Zwanzigsechzehn war nicht nur zum Vergessen.

 

 

Januar

Den Reproduktionen hatte man im vergangenen Jahr ordentlich die Flötentöne beigebracht. Eltern und Grosseltern konnten stolz auf ihre Nachkömmlinge sein. Sie bliesen auf Weihnachtsmärkten und Neujahrskonzerten auf Teufel komm raus. Jetzt verschwindet das Hohner „C“ Holzblasinstrument  mit den acht Löchern vorerst wieder in ihrem Velour-Säckchen. Zur großen Erleichterung aller Tinitussen. Auch die letzten Glühweinbuden fanden in unbeheizten Lagerhallen ein trockenes Plätzchen für den Sommerschlaf.

 

Februar

Valentinstag. Wie bemerkte Karl Valentin schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts: „Früher war die Zukunft aber auch besser.“ Übrigens wurde besagter Freier-Tag von den Niederländern erfunden, um ihre Treib-Häuser aus zu Lastern.

Allerlei süße Herzen verlassen die Conchen, werden mit Zellophan umhüllt, und sind die Schlager an den Kassen. Fasten wurde auf später verschoben.

 

März

Panik in den Verbrauchermärkten. Noch immer ist es der Industrie nicht gelungen stapelbare Osterhasen zu entwickeln. Sie blockieren in pappenen Stoppern nach wie vor den Zugang zu den Kassen. Güldene Küken rangieren in der Rennerliste auf Rang drei. Knapp nach den gefüllten Knickebeinen. Eierlikör leider abgeschlagen in der Spirituosen-Abteilung. Zum Dauertiefstpreis letzte Niko-Läuse.

 

April

April, April, da kann jeder machen, was er will. Die Großwetterlage kommt dem mit stürmischer Begeisterung nach. Dem trostlosen Einheitsgrau schlagen bunte Rosetten-Aufkleber ein Schnippchen. Von der Prilflasche schwups auf die Küchenkacheln. Die Prilflasche bleibt in unifarbenem Blau im Hauswirtschaftsraum zurück. Beim nächsten Gebrauch schäumt sie vor Gram.

 

Mai

Der Wonnemonat macht seinem Namen alle Ehre. Die Säfte steigen bis in die letzten Verästelungen von Flora und Fauna. Ableger treiben, Bäume schlagen aus und die Damenoberbekleidung wird luftiger. Selbst die Triebwagen der Deutschen Bundesbahn blühen auf.

 

Juni

Erste Paletten voll Holzkohle an den Tankstellen lassen die nahende Grillzeit erahnen. Der Rost hat Rost angesetzt. Und eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – sagte der fliegende Holländer, und verwies auf eine mögliche leichte Berührung im Sechzehner. Angeblich soll er für den Oskar in der Judorolle vorgeschlagen worden sein.

 

Juli

Eine Steigerung des Valentinstages wurde am 06.07.2016 begangen: Mit dem „Internationalen Tag des Kusses“. Bei vollem Körpereinsatz! Nur wenige Stunden später meldete die Welt-Gesundheits-Organisation eine grenzenlose Herpes Epidemie. Für den dauerhaften Fortbestand des Face to Face Gedenktages ist ein weltweites Mundschutzgebot erforderlich. Face Book ist zur Speichelung der Daten im Nirwana verpflichtet.

 

August

Auf den Autobahnen stauen sich die Aggressionen auf unzähligen Kilometern. Norddeutsche fahren nach Süden, und umgekehrt. Die Lebensmittel aus der Heimat folgten in Kühlcontainern, damit das Heimweh nicht auch noch den Appetit verdirbt. Knödel zu Scholle Finkenwerder Art, Spätzle mit Matjes oder Salzkartoffeln mit Weisswurschd oder Maultaschen. Kulinarische Integration im innerdeutschen Nahverkehr. Weitere Kreationen im Dialog mit Döner, Falafe, Kichererbsen und Couscous befinden sich bereits in der Brechphase.

Am Rande: Wird vegane Rügenwalder Mühlen-Salami wirklich aus veganen Mühlen hergestellt?

 

September

Start des Oktoberfestes. Tiefe Einblicke in Seidel und Ausschnitte trüben, bzw. reizen die Sinne. Wie die schunkelnde Promillemeute stiegen auch die Preise maßvoll nach oben. Der Aspirin-Umsatz schnellt ebenfalls empor. Noch nie wurden Verpackungsbeilagen häufiger ignoriert, sowie Ärzte und Apotheker weniger konsultiert. Bereits im September servierte der Okt-Ober.

 

Oktober

Die ersten Blätter werden bunt. Die Bunte hingegen bleibt weiterhin farblos im Blätterwald. Schade um jeden Baum, ach was, um jeden Zweig, der sein schattenspendendes Laubdacht opfern musste. Auf dem Altar der größten Unwichtigkeiten. Man muss sich fragen, warum der BUND nicht Bunte und ZDF der Tierquälerei bezichtigen. Die armen Bambis in den Händen von Nichtsnutzen in unnatürlicher Vitrinen-Haltung.

 

November

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das Unmögliche möglich geworden. Von grotesk bis peinlich fielen die Bewerber über sich her. Lügen und Unverschämtheiten bestimmen das Kopf an Kopf Rennen. Was mag nur in den Köpfen wohl vorgegangen sein. Ausreichend Platz dafür war in beiden Häuptern ja leider vorhanden. Und bekanntlich hat jedes Volk die Politiker, die es verdient.

 

Dezember

Besuch des Weihnachtsmarktes in Offenburg. Der überflüssigste der heimgesuchten in diesem Jahr. Abgesehen vom Glühwein und der sequenziellen Beschneiung der Eisbahn nicht lobenswert. Besonders heraus zu heben sind die Christbäume, die die Innenstadt zieren, und an die Laternenpfähle gekettet waren. Aus Sicherheitsgründen! Nie im Leben habe ich windschiefere, hässlichere Christbäume zu Gesicht bekommen. Wahrscheinlich hat der Kämmerer seine Säckel damit aufbessern können. Ich gehe davon aus, dass für die gesamte Charge der missgebildeten Tannen aus veganer Massenbaum-Schonung ein beachtlicher Betrag von der Forstwirtschaft gezahlt wurde!

Die Holzblasinstrumente mit den acht Löchern verließen ihre Veloursäckchen. Das Rote Kreuz vermeldet zunehmende Tinitusanfälle.

 

Freuen wir uns auf zwanzigsiebzehn. Alles wird gut!

Wer`s glaubt wird selig.

Nun ist das so eine Sache mit dem Glaub. Ganz gleich zu welcher Konvention man neigt, ob römisch/katholisch oder griechisch/römisch oder griechisch/paradox, ob an Gott oder an Allah, ob an den Mammon oder Buddha oder was weiß denn ich. Glauben ist nicht wissen. Man glaubt also zu wissen, beim Glauben. Man glaubt zum Breispiel, dass der Bärtige, wenn man nur fest daran glaubt, angeblich sogar Berge versetzen kann. Treffende gesagt: Man macht es uns glauben.

Wissenschaftlich bewiesen ist meine mathematische Formel sicher nicht, aber ich glaube daran, dass: Je höher der IQ = mehr Wissen = weniger Glauben.

Gehen wir einmal davon aus, dass jeder an irgendetwas oder irgendwen glaubt. An die Darwin’sche Theorie, an den Urknall, an außerirdisches Leben, oder an einen dieser Götter. Bei näherer Betrachtung sind alle Glauben, gerne auch Religionen genannt, von Menschen ersonnen wurden. Die Gründe mögen vielfältiger Natur sein. Meistens dienen sie dazu, dem gemeinen Volk ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Leben mit auf den Weg in die ewigen Jagdgründe zu geben. Wenn es hier und heute nicht so prickelnd läuft, dann aber spätestens im Jenseits. Wo immer das auch sein mag, und wer immer das dann in seinem Haushaltsplan berücksichtigt hat. Denn sicher ist: Es werden im Jenseits täglich, nein sekündlich, mehr Anwärter auf ein besseres Leben. Nicht alle sind grundsätzlich davon überzeugt, dass ständiges Jubilieren und Hosianna rufen ihren idealen Vorstellungen entspricht. Selbst wenn man im irdischen Dasein Helene Fischer, Xavier Neidoo, den Kastelruter Spatzen, Peter Maffei und anderen Schreckgespenstern sein Ohr lieh. Ein Ende dieser Jubelstürme steht nicht in Aussicht! Unzweifelhaft ein triftiger Grund sich für die 72 Jungfrauen zu entscheiden, auch wenn sie keiner vorher rechtzeitig zu Gesicht bekommen hat! Ob dann wirklich nicht doch der ein oder andere……

Auch mit der Widergeburt ist da so eine Sache. Man stelle sich vor, die lieben Mitmenschen, denen man im Besseren eins auswischen möchte sind noch einmal eine Sprosse auf der Leiter der Glückseligkeit noch oben geklettert. Blöd gelaufen – oder? Von einem Zurück habe ich bisher recht wenig stichhaltige Beweise erhalten.

Zugegebener Massen bin ich in den Parteibüchern der Religionen nicht wirklich sattelfest. Durch meine Zwangstaufe und der daraus folgenden, unvermeidlichen Teilnahme an den Religionsstunden, ist die eine oder andere Erinnerung allerdings noch leibhaftig. Einmal ganz abgesehen von der immer wieder gerne genommenen Ausgleichszensur, überwiegen die negativen Aspekte. Als besonders krasses, aber durchaus einleuchtendes Beispiel, sei die sogenannte unbefleckte Empfängnis genannt. Unaufgeklärt, wie die Generationen leichtgläubiger Christen nun mal waren, wurden sie mit der Mär vom Heiligen Geist befriedigt. Er war der Zeuger. Gott persönlich hat dann mehr oder weniger von seinem Sohn gesprochen. Ergo die Vaterschaft anerkannt = Gott-Vater. Ohne Gentest, ohne Klärung wer nun Anspruch auf Erziehungs-Urlaub bzw. Kindergeld hat.

Unstrittig ist Mutter Maria! Hier ist allerdings festzuhalten, dass sie ganz offensichtlich außerehelichen Geschlechtsverkehr vollzogen hat. Und, zählte das nicht zu den ganz schweren Sünden? Zu den Todsünden gar? Nebenbei bemerkt: Ist es Absicht oder nackter Zufall, dass in dem Begriff „Geschlechtsverkehr“ die Eigenschaft „schlecht“ eine Rolle spielt!? Finde ich gar nicht. Aber bei den Petersdömern ist das mit dem Sex ja generell so eine Sache. Reduziert auf die reine Fortpflanzung, und nur im trauten Eheparadies. Da sind andere Religionen weitaus offener!

Mir tut nur der Jupp irgendwie leid. Hat nix davon gehabt, kann noch nicht einmal den Zeugungsschmerz beklagen, muss sich aber um das Kindlein kümmern. Zeuger und Vater haben sich zwar geoutet, sich ansonsten aber in den Himmel abgesetzt. Ähnlich den Ritualen, wie es bis heute Priester, Bischöfe etc. praktizieren – nicht umsonst spricht man von „Kardinalsfehlern“. Aber wir wollen nicht alles verteufeln. Der Glauben hat auch gute Seiten. Er gibt so mancher armen Seele halt und Zuversicht. Allerdings wartet auch manche Ledige auf die unbefleckte Empfängnis. Leider wohl vergebens. Der Heilige Geist hat seine Schuldigkeit getan. Ein Anspruch auf weitere Wohltaten besteht nicht. Amen!

 

  1. Juni 2016

 

 

 

Neuere Beiträge »