scharfsinnig - unsinnig - kurzweilig

E-Mobillig

Der Fortschritt in Sachen E-Mobilität schreitet ja wirklich nur Schritt für Schritt fort. Aber, wen wundert es? Wenn man sich die Mühe macht und etwas tiefer in die Materie eintaucht, dann stellt man schnell fest, dass es eigentlich wieder einmal viel zu kurz gesprungen ist. Purer Aktionismus, ohne wirklich ausgereiftes Konzept und wahrscheinlich auch ohne ernsthaften Willen. Schließlich gilt es ja die heimische Autoindustrie am Laufen zu halten, mit all ihren peripheren Arbeitsplätzen. Auch wenn der Diesel ins Stottern gekommen ist.

Da ist zunächst der Anschaffungspreis. Wer kann oder will sich schon ein neues Auto leisten, das erheblich teurer ist als alle Kollegen mit herkömmlichem Verbrennungs-motoren. Aus dem staatlichen Zuschuss müsste ein stattlicher Zuschuss werden, um hier einen echten Anreiz zu schaffen. Je kleiner, preiswerter das Auto ist, desto höher ist die Differenz zum fossilen Bruder.

Sollte ich dann doch ein E-Mobil mein Eigen nennen, dann geht es erst richtig los. Bei einer Überland-Fahrt muss perfekt geplant werden. Spontan und unter dem geringsten Zeitdruck unmöglich. Auch größere Umwege sind zu kalkulieren, denn nicht überall kommt man so einfach an den begehrten Strom aus der Dose. Je weiter die Reise, desto mehr Boxenstopps. Und diese benötigen ein wenig mehr Zeit als in der Formel1.

Im Nahverkehr scheint ein E-Mobil durchaus eher Sinn zu machen. Im grünen Freiburg stehen sage und schreibe eine Handvoll Ladestationen in Parkhäusern zur Verfügung. Was aber wenn die paar besetzt sind?

Noch bekloppter wird es für die Anwohner in den Innenstädten. Erstens haben die so schon Probleme einen Parkplatz zu finden – und dann noch einen mit Steckdose! Und zweitens, wenn es womöglich noch Wohnhäuser sind…… hängen dann aus den Fenstern zur Straßenseite lange Kabel, die kreuz und quer über Geh-und Fahrradwege hinweg? Generell muss man ja auch noch die Investition einer Ladestation berücksichtigen. Bei manchen Haushalten gar neue Haustechnik, weil das Stromnetz nicht ausreichend ist.

Gut, bei der Beschaffung der Batterien und der Rohstoffe sind wir nahezu 100% auf befreundete und unbefreundete Staaten angewiesen. Aber mindestens die Situation mit den Batterien könnte man zukünftig ändern. Immerhin.

Und woher soll eigentlich der ganze Strom kommen? Die paar Windräder dürften wohl kaum ausreichen. Also dann? Braunkohle, Atomkraftwerke oder was? Dann würde allerdings die CO²-Billanz nachhaltig konterkariert. Na dann: Gute Fahrt!

 

2 Kommentare

  1. Hans2

    Lieber Armin ,

    Hier noch ein nettes Detail zu A.Scheuer :
    Er selbst benutzt privat den 30 Jahre alten BMW von F.J,Strauß
    http://www.zeit.de/news/2018-04/03/andreas-scheuer-faehrt-den-bmwvon-franz-josef-strauss-180403-99-734353
    Aber auch der neue Ministerpräsident Markus Söder hat die alten Sitzmöbel von Franz Josef Strauß in sein neues Arbeitszimmer in der Münchner Staatskanzlei zurückgeräumt.
    Da kann man doch wirklich von Recycling sprechen !

    • Armin

      Passt zu der verstaubten Politik.

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