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Kategorie: A Politik (Seite 2 von 3)

Griechisch-Römisch

Um gleich allen Vermutern den Wind aus den Segeln zu nehmen – Griechisch-Römisch hat aber auch gar nichts mit Römisch-Katholisch zu tun, auch wenn es zu meinen Lieblings-Nach-richten-Themen zählt. Griechisch-Römisch ist ein Stil der Sportart Ringen. Und im Moment ringen ja die Jamaikaner um einen Koalitionsvertrag. Man ringt weniger um seine Wahl-Versprechen durchzusetzen, sondern eher um Formulierungen, wie man es den Dummerchen, den Wählern, weiß machen kann, dass ja alles gar nicht so geht, wie man vor der Wahl gedachte hatte. Und auch fixierte Ziele sind eigentlich unrealistisch. Man könne ja fixe Ziele nicht einhalten, dann geht man mit losen Absichten schon gar keine Risiken ein. Für die Farbe der Hoffnung „Grün“ müssen wir uns nun wohl doch eine Alternative suchen.

Es gibt noch weitere Parameter, die mit dem Ringen im Sport als Beispiel herhalten können. Bei Griechisch-Römisch sind ausschließlich Griffe oberhalb der Gürtellinie erlaubt. Im Wahlkampf hingegen ringt man im sogenannten Freistil – also auch unterhalb derselben. Da ist man ja auch noch frei im Stil seiner Aussagen. Oder so ähnlich. Soweit so grün.

Auch bei den anderen Parteien, die ihre Farben zu Jamaika beimischen, gibt es interessante Verhaltensmuster. Unser Phönix aus der Asche, trägt seinen Erfolg mit weithin sichtbarer Arroganz zur Schau. Sie quillt quasi aus allen Poren. Gott sei Dank gibt es noch kein Geruchs-TV, denn Eigenlob stinkt bekanntlich! Es besteht aber auch ein eklatanter Nachholbedarf seit er aus dem Abseits der politischen Bedeutungslosigkeit auferstanden ist. Erfolg vom Scheitel bis zur Sohle. Selbst die Anpflanzungen seines Schopfes treiben aus – bis hin zur Kinnpartie. Bitte schön, da bin ich wieder.

Am interessantesten finde ich, wie sich dieses Furunkel am politischen Aussitz-Körperteil der Union aufspielt. Mit ihren lächerlichen sechs Prozent (bundesweit) ziehen sie ihren Freistil erbarmungslos weiter durch. Haben sie womöglich noch nicht gemerkt, dass die Wahl bereits gelaufen ist? Und allen voran der  Dobrindt. Ausgerechnet Mauti Dobrindt. Rechnet der sich etwa schon wieder was aus? Schließlich ist aus Vollhorst ja nur noch Halbvollhorst geworden. Oder besser Halbleerhorst? Da geht doch sicher was! Oder?

Bei Mutti ist alles beim alten. Erst mal in Ruhe abwarten und dann geschmeidig anpassen. Wenn sich die anderen verausgabt haben, schlägt Mutti zu. Geübt in diversen Wendemanövern steuert sie ihr Schäflein ins Trockene. Und ihr Generalsekretär ist offensichtlich umgetauft worden: Aus Tauber ist Stummer geworden. Ganz ehrlich: Ist auch nicht das Schlechteste! Na dann ver-handelt mal schön weiter. Ihr hört von mir!

Ja Maika

Die Fleischtöpfe zum Greifen nah, da kann man schon mal die Pinsel klar machen, um die roten Linien zu übertünchen. Zuerst ganz großes Gezeter, brutalst mögliche Verhandlungen und spätestens wenn die Pöstchen paritätisch bzw. nach Proporz verteilt sind, ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Jeder, ich wiederhole: Jeder hat selbstverständlich seine Positionen in den Koalitionsvertrag eingebracht, dabei die roten Linien höchstens tangiert, aber keinesfalls übersprungen! Vielleicht ein wenig verschoben. Na gut, aus politischer Verantwortung. Zum Wohle des Volkes. Wie wahre Samariter zu unserem Wohl. Na dann Prost.

Warum heißen die „roten Linien“ eigentlich „rote Linie“? Sind doch die allseits bekannten, begrenzenden Linien generell in strahlendem Weiß! Auf unseren Straßen, auf Tennis- und Fußballplätzen, selbst auf Spiegeln oder Silbertabletts, bereit von gierigen Näschen aufgesogen zu werden. Aber in rot? Noch nicht einmal die Schamesröte treibt es den Partizipanten ins Antlitz!

Auch der Glanz früherer Abgeordneter ist verblasst. Was tummeln sich heute doch für Charaktere in den Gremien? Aus Jamaika wird das ganze Spektrum eines Regenbogens! Rollstuhlfahrer müssen wahrscheinlich Bankrotteuren weichen, Fremdväter schwören auf die heilige Bibel und sogar Volksvertreter mit frisch gepflanztem Fremdhaar bedienen sich am Kabinettstisch. Wenn man doch auch Hirn verpflanzen könnte! Ganz nebenbei: Und um noch einmal auf Jamaika zurückzukommen, die weißen Linien, die fürs Näschen, sind mir als allererstes eingefallen. Und dann Dreadlocks! Aber nein – das Kopfkino schalte ich jetzt mal schnell wieder aus. Stellt euch mal Mutti mit Dreadlocks vor. Oder Vollhorst. Oder Flintenuschi mit einem gehäkelten Mützchen in Koalitionsfarben über dem blonden Schutzhelm. Oder Kauder mit einem Tütchen im Mundwinkel. Alpträume werden mich verfolgen! Hoffentlich nicht die ganze Legislaturperiode. Bei dem einen oder anderen Mandatsträger könnte man ja schon meinen, dass Joints den Verstand vernebelt hätten. Als ob Jamaika schon vor den Verhandlungen zur Realität geworden wäre. Da schweben einige durch Raum und Zeit und haben jeden festen Boden unter den Füssen verloren. Peter Michael Tauber zum Beispiel. Und Toni Hofreiter hat sich schon beizeiten auf diese Koalition angepasst. Frisurmäßig jedenfalls. Sofern man hier von Frisur sprechen kann! Da ist mein besonderer Freund B.Scheuert schon perfekter zurechtgegelt. Glattes Haar passend zu aalglattem Auftreten.

Ich hör jetzt auf. Zu schreiben. Die Bilder im Kopf überschlagen sich nämlich. Man sieht sich.

 

 

Sommersockenwende

Das Wetter ist auch nicht mehr das, was es mal war. Anfang Oktober und die selbstgestrickten Socken werden schon vorgekramt. Die zum Erbarmen, selbstgestrickten von Mutti. Genau die, die von der Mutti mit den Rautenmustern. Blau-weiße Rauten wird sie sicher stricken müssen, unsere Mutti. Es gab ja mal Zeiten, da waren rote Socken absolut en vogue. Heute sind es eher triste, von alten Hüten aufgearbeitete, verfilzte Ladenhüter. Zwei Schritte rechts, zwei links und einer fallen gelassen, das scheint die neue Masche zu sein. Sie sollen eben allen passen. Den großen wie den kleinen Tretern, Unisex, für Stiefel und Budapester. Für Ballerinas und die groben grauen für Sandaletten mit Fussbett und Klettverschluss. Und kratzen, kratzen dürfen sie auf gar keinen Fall! Geschmeidig müssen sie sein, und als Sparstrumpf zu nutzen, in die man ggf. ein paar Steuergeschenke versprechen kann. Zins- und geruchsfrei sowieso. Also ganz ohne Geschmäckle! Streifenmuster ist gut. Schwarze, grüne und gelbe Streifen mit blau-weißen Rauten. Wenn die Wolle dick genug ist, dann friert es einem auch nicht. Jedenfalls nicht gleich. Vielleicht später, wenn sie aufgerieben, und untragbar verfilzt sind. Und sie nachhaltig entsorgt werden müssen. Sondermüll. Kostet extra! Und aus dehnbarem Stretchmaterial, dass man sie kräftig nach rechts ausdehnen kann, um ein paar extreme Zehen auch zu erwärmen. Ein paar Fäden Lurex wären sinnvoll, damit könnte man wenigstens einen Hauch Glanz einfädeln.

Natürlich ist Bio Pflicht! Aus nachfilzenden Rohstoffen. Fair verhandelt. Mit unausgegorener CO2-Billanz: Ökologisch, ökonomisch, ökumenisch, politisch geh-recht geformt. Was will man mehr? Der nächste Winter kommt bestimmt!

 

Elefantenrunde

Das Interessanteste an Wahlen ist die Elefantenrunde danach im TV. Offensichtlich entstand der Name „Elefantenrunde“ nicht, weil die Teilnehmer einen miserablen Bodymaßindex aufzuweisen haben, sondern weil sie sich benehmen, wie ein Elefant im Porzellanladen. Obwohl eingeweihte Kundige des öffentlich rechtlichen Fernsehens auch einen Bezug zum dicken Oggersheimer erkannt haben wollen. Wie dem auch sei. Nach Außen soll es die politischen Schwergewichte herausheben, die in dieser Runde die Wahlergebnisse analysieren.

Alle wahltaktischen Ressentiments gehören der Vergangenheit an, Rücksichtnahme ist pünktlich auf die Sekunde um 18:00Uhr belanglos geworden, verbales „Feuer frei“ auf die politischen Gegner. Jeder hat selbstverständlich gewonnen, und sollte eine Niederlage einmal so gravierend sein, dass sie einfach nicht schön zu reden ist, dann muss sie in den kommenden Tagen erst einmal genauer analysiert werden. Schuld daran sind so gut wie nie die eigenen Leistungen. Der Wähler hat das Kreuz falsch gemacht. Warum der unmündige Bürger sein Votum ausgerechnet an eine radikale Partei vergeudet hat? Oder ist es auf die eigene Unfähigkeit zurückzuführen? Aber nein, nicht doch! Die ersten Fallrückzieher leichtfertig gegebener Wahlversprechen werden vorbereitet. Da haben alle Protagonisten mittlerweile eine beachtenswerte Routine entwickelt. Andererseits biedert man sich politischen Gegnern spontan an, wenn sich ein Platz an den lukrativen Fleischtöpfen ergattern lässt. Die Verantwortung für das Vaterland rechtfertigt alle konträren Aussagen und Handlungen. Versprechen eben! In vier Jahren denkt eh keiner mehr daran. Mit Steuererleichterungen werden wir das Kindlein schon wieder schaukeln.

Der AfD ist es immerhin schon vor den Wahlen gelungen, dass sich alle – alle Parteien in einer Kettenreaktion nach rechts bewegt haben. Mein Lieblingspolitiker (müsste eigentlich Liebrechtpolitiker heißen!) war und bleibt Andreas Scheuer – euch besser bekannt unter meiner Schreibweise B.Scheuer/t. Sein Statement heute Morgen hat er unzweifelhaft von dem Manuskript des Herrn Gauland auswendig gelernt. Nahezu wörtlich die identische Wortwahl. Beschämend, aber auch beängstigend! Dass es womöglich Möglichkeiten gibt, ohne es den Populisten gleich zu tun, wird erst gar nicht in Erwägung gezogen. „Die rechte Flanke muss geschlossen werden!“ Diese Flanke segelt hoffentlich ins Seitenaus!

Als nächster Schritt werden dann die „roten Linien“ geschmeidig übersprungen. Obergrenzen, Aufrüstung, Video-Überwachung, brutalst mögliche Aufklärung, härtere Gesetze etc., um jahrzehntelange Versäumnisse mit Macht zu beugen. Wie die Rümpfe der Rückradlosen. Ohne Verstand, und schon gar nicht mit Visionen. Es ist nur erbärmlich! Da muss man sich doch nicht wundern, wenn man den Etablierten den Rücken zukehrt. Verkehrte Welt!

Nach dem Frühnebel scheint wieder die Sonne. Morgen ist alles vergessen, das Wurschteln geht genau so weiter wie bisher. Ein paar neue Gesichter, die es sich nicht lohnt einzuprägen, verarmen den Bundestag stetig weiter. Oder kennt womöglich einer von euch wenigstens noch alle Minister im Bund der abgelaufenen Legislaturperiode? Ich sage nur Schmidt und Gerd Müller! Von den blassen Gestalten im Lande ganz zu schweigen. Wenn wir dann alle wieder eingelullt sind, können sie wieder schalten und walten wie sie wollen. Was interessiert sie die Wähler? Man schwebt schließlich auf einer höheren Ebene! Auf ein Neues in vier Jahren. Ach ja, jetzt wollen sie den Zeitraum des Vergessens auf fünf Jahre verlängern. Sollte sich doch jemand an den vergangenen Schwachsinn erinnern. Wir schaffen das!

P.S.: Fast hätte ich eine weitere gute alte Tradition vergessen: Mein Dank für das Vertrauen geht an alle Leser und Leserinnen, aber besonders auch an die Wählerinnen und Wähler, sowie an alle gewählten Volksvertreterinnen und Vertreter durch die dieser Bericht überhaupt erst ermöglicht wurde!

Wahl-Oh-Mat

Auch ich gehöre zu den ca. 50% der Wahlberechtigten, die nicht wissen, was bzw. wen sie wählen sollen. Die eine Partei könnte sicher, will aber nicht. Die andere will, aber kann nicht. Wieder eine andere kann nicht, und dürfte auch nicht. Und eine weitere will auf jeden Fall, kann allerdings gar nicht auf die Menschheit losgelassen werden. Also: Was wählt man? Wenn man nicht ein ähnliches Debakel erleben will, wie in GB und den USA. Gut soweit wird es in Old Germany wohl nicht kommen, aber wehret den Anfängen! Wenn die Paste erst einmal aus der Tube ist, wird es schwer sie wieder zurück zu zwängen. Wir wollen doch aber nicht Schwarzsehen.

Dass ich nach dem Ende des vorigen Absatzes mit der Betrachtung der CDU beginne ist rein zufällig. Der allgegenwärtigen Mutti verzeiht man ja alle politischen Pirouetten, sowohl vorwärts als auch rückwärts. Da wären weitere Jahre unter einem gewissen Einschläferungseffekt zu ertragen. Wenn nicht, ja wenn sie nicht im Laufe der Legislatur-Periode ihren Stuhl übergibt. Nicht im medizinischem Sinn! Da können wir nur innigst beten, dass sie dabei nicht an Flinte-Uschi denkt, und die Leyenschauspielerin von der Leine lässt. Zur Sorge Anlass gibt es auch, dass man sich die blau / weiße Rautenkombo automatisch mit aufhalst. Vollhorst, die nahezu unbekannten Minister Schmidt und Müller. Letzterer mit Vornamen Gerd, der beileibe keine Tore, eher Eigentore schießt. Und die wandelnde Schlaftablette Hermann (Nachname!) – fragen sie ihren Arzt oder Apotheker. Und als I-Tüpfelchen: B.Scheuer-t!!! Was waren das doch mit Karl-Theodor zu Guttenberg für geschmeidige Perspektiven. Sorry, fast hätte ich Mauti Dobrindt vergessen!

Achterbahn-Martin sind die Genossen abhanden. Jupp ausm Pütt ist nicht mehr der Schichtlümmel von einst. Der will freie Fahrt aufe Maloche. Und Opel is wech und aufe Zeche geht auch nix mehr, und die Rente reicht auch nich für ein paar Pilsken am Büdchen. Und überhaupt kommt mir Schulz immer mehr wie der Hase vor. Denn Igel Merkel ist allweil schon hier. Aber die roten Minister haben doch immerhin viele Änderungen in der GroKo durchgesetzt. Ob es immer zum Besten war sei dahingestellt, muss jeder für sich bewerten.

Kommen wir zu Phönix Lindner. Zuerst hat er seine Rasselbande taktisch verbrannt, sich dann mit frischem Skalp das Haupt schmückt, bevor er jetzt wieder Steuern verschenken will. Also uns unser Geld zurückgeben möchte. Mit dieser grandiosen Strategie haben die Quittegelben schon mal gepunktet. Aber welche Partei will das nicht? Vor einer Wahl jedenfalls. Seine Wirtschaftskompetenz hat er sich redlich mit ein paar Konkursen verdient, die er ganz klassisch hingelegt hat. Aus Fehlern lernt man ja bekanntlich am meisten. Sollte man jedenfalls. Obwohl, ein paar angegilbte Ideen sind auch dabei, da könnte man du zu sagen. Die Mannschaft hinter ihm ist allerdings noch nebulöser als die Rautenkombo. Macht wohl einen auf Macron!? Jung, dynamisch, liberaal.

Mit einem auf handwerklich bewährter Masche gestricktem Programm gehen die Grünen auf Stimmenfang. Zwei rechts, zwei links, eine fallenlassen. Mir scheint, dass die glorreichen Zeiten mit Fundies und Realos irgendwie verfilzt sind. Und Genosse Hofreiter haut auch keinen mehr aus dem Sattel. Sie haben zu lange den grünen Faden verloren und jagen nun alten Strickmustern nach.

Die neue Rosa Luxemburg aus den NBL erbringt den lebendigen Beweis dafür, dass Frau nicht blond sein muss, um ausgesprochen cool rüberzukommen. Ob jeder versteht was sie unter ihrer Politik versteht? Grundsätzlich ist jedoch nicht Alles grottenfalsch was Gnä Frau Sarah Wagenknecht so fordert. Dafür hat Sie ja sogar einen Oskar bekommen!

Zu anderen Alternativen möchte ich mich gar nicht äußern. Durch sie hat sich die Mitte ohnehin bereits deutlich nach rechts verschoben.

Tja, solche Gedanken schwirren mir nun im Kopf herum. Und wem soll ich jetzt im Ernst meine Stimme geben? Der Wahl-Oh-Mat muss helfen. Gedacht, getan. 38 Fragen nach meiner innersten Überzeugung, und nach reiflichem Nachdenken beantwortet. Acht Parteien ausgewählt, neben den etablierten auch ein paar Exoten von allen Flügeln, denn in der Mitte war mir das Gedränge dann doch zu unübersichtlich. Das war eindeutig ein riesen Fehler! Jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr, welcher Kandidat auf mich zählen kann. Es war eng, verdammt eng. Trotzdem gibt mir das Ergebnis ernsthaft zu denken. Mit einem leichten Plus stehen die „Grauen“ auf Rang eins. Hat das was mit dem Alter zu tun? Woher weiß der Wahl-Oh-Mat das?! Und jetzt kommt der absolute Hammer: Im Windschatten folgt die Marxistisch-Leninistische Partei. Danach, ich mag es kaum nennen, die NPD. Dann der ganze Pulk der arrivierten, aufgereiht wie Perlen: Linke, Grüne, Schwarze, Rote und Gelbe.

Und – wen soll ich jetzt wählen?

Wahl-Versprechen

Wie Pilze aus dem Waldboden, so sprießen auch die beschirmten Stände der Parteien in den Fußgängerzonen. Es stehen Wahlen an! Die Granden, die man sonst nur aus der Presse kennt, wie sie schaufeln, Hände schütteln und gegen alle Pläne aller anderen Parteien wettern, verteilen an Samstagen Luftballons, Blümchen, Kugelschreiber in den Logofarben der Parteien , bunte Zettelchen, und versuchen den aufrechten Bürgern unvorbereitet ein Gespräch aufzuzwingen. Die Adlaten drängen sich in die vorderste Frontlinie, um ihre Listenplätze zu rechtfertigen. Sie verteilen nicht nur kleine Geschenke, sondern auch verbale Versprechen an das Wahlvolk, um um ihre Gunst zu buhlen. Da sie generell dafür sind, dass sie grundsätzlich dagegen sind, können sie auch spielend von eigenen Plänen ablenken. Selbstverständlich ist ihre Wahrheit die einzig wahre Ware. Doch für wen und was soll man sich entscheiden? Nach welchen Kriterien? Rückwirkend, nachdem was sie bisher geleistet haben? Oder was sie sich geleistet haben? Nachdem was sie versprochen haben? Oder ob sie sich versprochen haben? Oder ob sie womöglich gehalten haben, was sie versprochen haben? Oder was sie uns für die Zukunft versprechen? Was weiß denn ich?

Wen ich garantiert nicht wählen würde, steht schon heute zu 100% fest! Die Dame aus Niedersachsen: Elke Twesten! Kaum ist ihr Listenplatz dem Rotstift bei den Grünen zum Opfer gefallen, rochiert sie zu den Schwarzen. Als Ablösesumme erhält sie dort einen Listenplatz. Ich kann nur an den klaren Menschenverstand der Niedersachsen appellieren, dass sie hier ein eindeutiges Votum abgeben! Diese Dame fühlte sich nicht ihrem Gewissen verpflichtet, sondern ausschließlich ihrem Gesäß. Verabscheuungswürdige, erbärmliche Niedertracht in Niedersachsen!

Werfen wir noch einmal einen Blick auf den abenteuerlichen Unsinn, der von vielen Kandidaten von sich gegeben wird. Dahinter steckt ein System! Ja, richtig gelesen: Ein System! In unserer liebgewonnenen Kultur prinzipiell dagegen zu sein, hat die Politik eine beneidenswerte Strategie entwickelt. Sie schlägt listig genau das Gegenteil von dem vor, was sie eigentlich erreichen will. Genial! Oder? Das erklärt auch den zum Teil hanebüchenen Blödsinn, den sie täglich absondern. Offensichtlich sind unsere Damen und Herren Mandatsträger doch nicht ganz so weltfremd, wie sie es uns vorleben. Gut, auch hier müssen wir natürlich mit Ausnahmen leben. Wir können uns aber auch nicht um alles kümmern!

P.S.: Nur Mauty Dobrindt ist mit dieser Taktik jämmerlich gescheitert! Die Maut ist zur allgemeinen Überraschung einfach so durchgerutscht. Oder wollte sie womöglich Mutti unbedingt? Sie war ja ursprünglich vehement dagegen!

 

April, April

April, April, da kann jeder wählen was er will!  Was soll man machen, an einem Tag mitten im April, der seinem Namen alle Ehre macht? Wie wäre es, etwas für seine körperliche Fitness zu tun? Und damit auch gleichzeitig seinen Geist auf Trab bringen! Also ab in die Muckibude! Ein Stelldichein der üblich Verdächtigen: BestAger, also Rentner und Pensionäre. Perfekt equippt. Draußen parkt der SUV, innen ist die Luft ebenso verbraucht. Ein offenes Fenster könnte für eine notwendige Sauerstoffzufuhr sorgen. Könnte, denn die frühpensionierten, verweichlichten Frischluftintoleranzler begehren umgehend auf. Am Kaffeeautomaten zieht es! Und der Schritt vom verbeamteten Nichtstun zum gutdotierten Garnichtstun ist noch nicht hinreichend vollzogen. Der Hinweis auf durchaus mögliche aktive Bewegung, und damit verbundene bessere Durchblutung wird abgetan. Man schwitze, und Zug wäre der Gesundheit nicht förderlich. Wahrscheinlich kühlt auch der kostenlose Kaffee zu rasch ab, was eine baldige Rückkehr an die Geräte bedeuten könnte.

Der Sauerstoffmangel gilt dann sicher auch als Entschuldigung dafür, dass nicht nur die Muskulatur, sondern auch das Hirn gewisse Mangelerscheinungen und Defizite aufweisen. Themen und Argumente führen logischerweise zu diesem Rückschluss. Ich verkrieche mich in mein gedankliches Schneckenhaus und denke mir meinen Teil: Entgegen aller Kommentare und Shitstorms sehe ich das Ergebnis des Referendumms der Osmanen schließlich aus einem ganz anderen Blickwinkel. So dumm sind die Voten der in diesem unserem Lande lebenden gar nicht! Natürlich ist das Entsetzen riesig! Die Integration hat versagt. Wir müssen uns anpassen an die morgenländischen Kulturen. Na dann gute Nacht!

Dabei ist die überraschend hohe Quote eigentlich nicht ohne Logik. Mit dem „Evet“ wird eine baldige Aufnahme in die Europäische Union nahezu unmöglich. Damit die freie Wahl des Arbeitsplatzes und außerdem bleibt die Visumspflicht bestehen. Will heißen, eine denkbare Schwemme vom Bosporus ins gelobte Deutschland ist verhindert. Und damit werden die eigenen Arbeitsplätze gesichert, wird die Konkurrenz der Gemüseläden auf einem einträgliches Maß gehalten. Na, wie klingt das? Logisch, oder!?

Auf dem Crosswalker zum Crossdenker. Geht doch. Und die Fenster bleiben zu!

 

 

Referendumm

Ostern, und Niederschläge wohin man schaut. Wer hätte vor einer Legislaturperiode gedacht, was der Herrgott 2017 am Kreuz nicht alles mit ansehen muss! Verzweiflung keimt allmählich auf, wie Unkraut nach einem warmen Frühlingsregen. Wo versteckt sich die Jugend dieser Welt, wenn es um ihre Zukunft geht? Prada statt Protest? Daddeln statt denken! Instagram statt Interesse! Selfie statt Sozi! Apfel statt Birne!

Mittlerweile sind wir umzingelt von Vollpfosten, Despoten und Idioten. Regiert von den Dummys der Autokraten. In Polen, Ungarn, Russland, der Türkei, in Serbien, UK und den USA ……. – mit schier unglaublichen Tendenzen in Österreich, Frankreich, Holland, und in Ansätzen sogar in diesem unserem Lande. Nicht zu vergessen beim FC Bayern, mit nicht nur einem Betrüger im Präsidium. Brot und Spiele – wie im alten Rom. Apropos Dummys: Lt. Wikipedia die „Einsteiger oder Anfänger ohne Fachwissen“.

Wir werden inzwischen von den bildungsfernen Schichten, den Dummys, fremdbestimmt. Nicht unwahrscheinlich durch getürkte Wahlergebnisse, sicher durch Fake News, durch niveaulose, bunte Medien, durch Verdummung breiter Teile der Bevölkerung. Sind es womöglich die bösen Geister einer realitätsfremden Politik, die Retourkutsche für die dreiste Selbstbedienungsmentalität der sogenannten Eliten, die Tentakel der Lobbyisten und Bürokraten?

Komisch, danach sind immer alle schlauer! Wie konnte das nur passieren? Man sucht nach den Schuldigen. Selten bei sich selbst. Ich gehe jetzt Eier suchen – nicht werfen.

 

Ostermontag 2017. Am Tag nach dem Referendumm der Osmanen.

 

 

 

 

Alternativlos kontra Alternative Fakten

Verkommt die wahre Demokratie zur Ware Demokratie? Man mag es meinen, wenn man den Politikern aufmerksam aufs Maul schaut. Ach, was würde sich jetzt auf „aufs Maul schauen“ perfekt reimen? Der Wunsch ist hier eindeutig Vater des Gedanken! Besonders, wenn man o.g. Aussagen einmal genauer betrachtet.

Muttis alternativlose Entscheidungen nehmen verbal jeden Wind aus den Segeln. Lässt allerdings zwei Interpretationen zu: Entweder SIE hat keine Alternativen, das wäre einer Kanzlerin eigentlich nicht würdig. Oder: SIE lässt keine Alternativen zu. Das wäre unserer Demokratie nicht würdig. Was ist nun besser? Dumm oder arrogant? In beiden Fällen wäre es angebracht, sich nach einer neuen politischen Führung umzusehen! Persönlich möchte ich nicht so entmündigt werden, Entscheidungen mit einer gewissen Tragweite einfach so über mich ergehen lassen zu müssen. Gewählte Volksvertreter haben den Willen des Volkes zu vertreten und nicht mit Füssen zu treten. Das ist alternativlos!

Nun werden wir mit einem ganz neuen Phänomen konfrontiert. Nicht dumm oder arrogant, sondern dumm und arrogant! Wir basteln uns unsere eigene Wahrheit. Immerhin wird uns die grundsätzliche Möglichkeit einer Alternative gelassen. Wenn auch nur scheinbar. Denn: Seine alternative Fakten sind alternativlos. Daran erkennen wir auch den Unterschied zwischen „oder“ und „und“!

Was ist nun schlimmer, gefährlicher? Gefährlich wird es nicht durch die Benutzer. Gefährlich wird es erst durch die Wähler, die diesen Populisten alternativlos folgen. Alternativlos – bezeichnender hirnlos, kritiklos – ohne sie ernsthaft zu hinterfragen. Das Stimmvieh folgt solange zur Schlachtbank, bis sie jeder Alternative beraubt sind. Das ist Fakt!

Schaut man sich der Welt aufmerkelsam um, dann kommt man schnell zu der Überzeugung, dass bei den Volksverdummern der Begriff „Regierung“ leider allzu wörtlich genommen wird: Regierung. Die Gier nach Macht, und gerne auch die Gier nach persönlicher Bereicherung in hemmungsloser, schamloser Ausprägung.

Februar, am 06ten 2017

 

 

 

 

 

Buntes Republik Deutschland

In diesem unserem Lande erfreuen wir uns wahrlich über blühende Landschaften in Ost und West. Was uns aber leider auch blüht sind Blümchenblusen, Blümchenkaffee und Blümchensex. Und leider auch – blühende Phantasien in einer regenbogenbunten Presselandschafft. Dass einige Gazetten es dabei allerdings so bunt treiben, wie z.B. die Bunte, bleibt uns dabei nicht erspart! Besonders erschreckend ragt dabei die sogenannte Bambi-Preis-Verleihung heraus. Hier werden mehr oder weniger wichtige Personen ausgezeichnet, für….. ja, für was eigentlich? Das unbegreifliche daran ist aber, dass es von den Öffentlich Rechtlichen in epischer Breite zur Prime Time gesendet wird. Von unseren Gebühren! Eine öffentlich rechtlich gesponserte PR-Veranstaltung! Und 4,47 Mio. wahlberechtigte Bürger schauen kommentar- und gedankenlos zu. Ob es nun eine erfreuliche oder Besorgnis erregende Nachricht ist, dass sich immerhin eine Mehrheit von 5,22 Mio. für die alternativlosen Bergretter entschieden hat, sei dahin gestellt. Da ist unsere Jugend doch ein anderes Kaliber! Mit einer Einschaltquote von unglaublichen 13,6% ließen sich diese von The Voice of Germany und My Idiot Friend verblöden. Einzige Hoffnung: Sie haben nur an und ab vom Smartphone aufgeschaut. Obwohl?!

Pure Ironie spiegelt sich bereits in der Bezeichnung dieser Zeitverschwendungen wider. Man spricht von „Formaten“. Welches Format hier erreicht werden soll, bleibt mir jedoch absolut verborgen. Für Voice of Germany schlage ich vor: „Und es sinkt für sie: Das Niveau!“ Ich kann an dieser Stelle nur hoffen, dass mich das automatische Korrekturprogramm nicht automatisch korrigiert.

Apropos Format: In der Welt der Kultur tummeln sich nahezu wöchentlich Sterne und Trabanten auf Preis-Verleihungs-Orgien am Buffet. Für etliche Trabanten ist es der einzige Quell kostenloser Nahrungsaufnahme. Auch, wenn man es bei den meisten Trabantinnen nicht auf Anhieb vermutet. Warum und wo auch immer, während Löwen und Bären noch eine gewisse Wertigkeit im Dschungel der Awards darstellen, ist das Bambi bezeichnender Weise eher am Ende der Nahrungskette angesiedelt. Man möge es dem niedlichen Tierchen nachsehen, dass es für derartig profane Auswüchse missbraucht wird. Der Missbrauch bei uns Menschen ist ohne Wenn und Aber verwerflich. Haben die wehrlosen Tierchen denn gar keine Lobby!? Oder könnte man sich nicht auf angemessenere Gattungen einigen!? Treffender wäre eventuell Vielfraß oder Schmeißfliege oder so. Oder? Oder man verzichtet ganz auf diese höchst überflüssigen Formate. Nicht nur die Welt der Tiere würde es danken.

An einem gräulichen Tage überkamen mich solch grauenhaften Gedanken.

Am 01. Februar 2017

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