scharfsinnig - unsinnig - kurzweilig

Fastenzeit

Fast wäre sie in dem ganzen Durcheinander von Sondierungen und Rücktritten, den chemischen Spielen in Korea und dem Treiben der fünften Jahreszeit in Vergessenheit geraten: Die Fastenzeit. Die allseits beliebte Fastenzeit. Im christlichen Glauben sind es exakt 40 Tage! 40 Tage lang Verzicht pur. Schon die alten Griechen übten sich in Askese. Allen Völlereien und Übermäßigkeiten die krank oder süchtig machen, soll man entsagen: Zigaretten, Alkohol, Essen, Frauen respektive Männer etc., quasi Wein, Weib und Gesang. Und der trendbewußte Nerd outet sich mittlerweile mit den absonderlichsten Enthaltsamkeiten. Anders sein als die anderen, aber trotzdem mitschwimmen im Mainstream.

Da ist das Heilfasten ja noch das harmloseste. Ein medienfreier Fastenplan z.B. ist sicher auch ohne große Entzugserscheinungen einzuhalten. Bei den ständigen Wiederholungen hat man es ohnehin bereits gesehen, oder hat schon bald wieder die Möglichkeit es nachzuholen. Außerdem ist es bei dem Schwachsinn keine ernsthafte Herausforderung zu verzichten.

Beim Wasserfasten darf man nur Wasser trinken und Wasserlassen. Der Verzicht auf Bier und Wein ist hier gleich inklusive! Hardliner sollen sogar nur Wasser aus dem Hahn trinken. Außer Veganer, ob der Nähe zum Federvieh.

Beim Veggiefasten wird es schon problematischer. Denn, was machen die Veganer? Essen die dann Fleisch? Oder gar den kümmerlichen Rest ihres übersichtlichen Speiseangebotes auch nicht?

Plastikfreies Fasten – es entschlackt zwar nicht Leib und Seele, aber das Gewissen. Alkoholisches gibt es ja Gott sei Dank überwiegend im Glas. Aber, das Über-wiegende kommt dabei allerdings doch etwas zu kurz. Doch die Grüne Tonne dankt es euch!

Das kann nur noch übertroffen werden vom Wastefasten. Also gar kein Müll “konsumieren“. So verpasst man dem Müll eine ordentliche Abfuhr!

Klimafasten schlägt in die gleiche Kerbe. Weniger Essen, besonders Rindersteaks mit den daraus resultierenden tierischen Abgasen entschlackt den CO² Ausstoß.

Fairtrade- und Biofasten ist klar: Da gibt man sich ausschließlich Brief und Siegel drauf. Tierwohl wird auch noch gerne genommen und Regio, unbedingt Regio!

Achtsamkeitsfasten, hier wird ausnahmsweise einmal Mehr gefordert. Achtsamkeit ist kein esoterischer Unsinn, es ist ein Beitrag gegen Schwierigkeiten im Hier und Jetzt. Heißt es. Also bleibt aufmerksam.

Der Smartphone-Fastenplan – wie geht denn das? Ganz einfach: Man lade sich eine App herunter und erfährt augenblicklich digital, wenn man das Smartphone-Fasten gebrochen hat. Eine wahre Wohltat für die gesamte Menschheit wäre das schon!

Fasten-Fasten, ist mein persönlicher Favorit. Einmal sich konsequent von allen Fastenplänen enthalten. Da gebe ich euch eine Garantie, dass ich das ohne Ausrutscher einhalte. Geht doch!

 

3 Kommentare

  1. Hans 1

    Mal von Deinem (auch meinem) persönlichen Favoriten „Fasten-Fasten“ abgesehen, gibt es noch eine relativ einfach einzuhaltende Fastenregel:
    „Flüssiges bricht Fasten nicht“
    und so schufen die Mönche, die der Braukunst mächtig waren, vor einigen Jahrhunderten schon einen süffigen und nahrhaften Nahrungsersatz. Diese Starkbiere / Doppelbockbiere genießen auch in der heutigen Zeit nicht nur bei den Mönchen hohes Ansehen (s. Starkbierfest/Nockherberg)
    Auch bei mir. Drum empfinde ich die Fastenzeit eher angenehm.
    Wäre ich natürlich Flensburger oder Jever Fan, sähe es wohl anders aus.

    • Armin

      Gut zu wissen! Aber in Massen,sonst heisst es: „Flüssiges brich beim Fasten nicht!“
      Die Starkbier-Aktivitäten laufen auf Hochtouren: 28. Februar ist Nockerberg-Time!

      • Hans 2

        In diesem Sinne :
        Salve pater patriae vivat princeps optime

        Prost
        Hans 2

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