Essen, Trinken und Wandern, so ein Urlaub erfreut die Geschmacksknospen, erweitert den Blickwinkel. Gerade Südtirol bietet immer wieder ungeahnte Er-fahrungen. Z.B. Fahren mit den Öffis. Mit dem Südtirol-Pass sind diese sogar kostenlos. Immer sauber, immer pünktlich (!) und immer überfüllt! Wer einmal in die Haut einer Sardine schlüpfen will, der fahre z.B. mit der Linie 221 von Meran ins Dorf Tirol. Oder umgekehrt.

Wer einmal, wie wir, atemraubende Quetschungen, gestempelte Füsse (Begriff entlehnt aus dem Fußball-Jargon) und kollapsnahe Schnappatmung überlebt hat, dem kann nur kreativer Einfallsreichtum eine sichere Heimkehr gewährleisten.

Da, wo die Touristen den kürzesten Weg zu Bus und Bahn haben, sammeln sich die zu Transportierenden zuhauf. Auf je drei Wanders- oder Shoppersleut kommen zwei Rucksäcke, ca. acht Wanderstöcke bzw. diverse Einkaufstütchen. In den äußerst kurvenreichen Strecken sucht man vergebens einen Halt zu finden. Dennoch kommt man nicht ins Straucheln oder fällt gar um. Körperreiche Schutzschilde garantieren jederzeit absolute Standsicherheit. Olfaktorische Wahrnehmungen beeinträchtigen jedoch das Wirgefühl.

Aber kommen wir zum Wesentlichen – zu der grandiosen Idee. Möchte man z.B. von Meran nach Dorf Tirol, schaffen es die erschöpften Wandersleut bzw. Powershopper gerade noch zur naheliegendsten Haltestelle im Centro. Alle, außer uns! Wir steigen, an der exakt gegenüberliegenden Haltestelle, in den nahezu leeren Bus, der zum Wendepunkt, zum nur zwei Stationen entfernten, Bahnhof fährt. Logisch ergattern wir hier ohne Gewalteinwirkung bequeme Sitzplätze in Fahrtrichtung! Am Wendeplatz bleiben wir dann einfach sitzen! Ahnt ihr was?

Was gibt es sonst zu berichten? Das Wandern. Die Formel: je geradeausser der Weg, desto voller. Besonders beliebt sind die Waalwege. Und besonders überlaufen sind die Walwege. Aber auch sehenswert schön. Auf diesen Autobahnen des Müllerslust grüßt man sich. Spätestens nach dem hundertsten Hallo, Grüß Gott, Guten Tag und gelegentlichem Moin stößt die Freundlichkeit an ihre Grenzen.

Unsere tägliche Wander-Bilanz (Schritte / Kilometer), ohne Grußformeln: 27.933 / 20,65 sowie      14.574 / 10,75   sowie   15.870 / 11,72  sowie  14.243 / 10,51. Dass in der Region nicht zu vermeidende Auf und Ab, abseits der Hochgeschwindigkeits-Routen, bleibt in dieser Statistik unerwähnt. Der Vollständigkeit halber erwähnt, seien noch die Besuche der Meraner und Bozener Innenstädte. An diesen Tagen wechselten wir artgerecht Bergschuhe und Rucksäcke gegen Slipper und Einkaufstütchen.

Dann muss noch ein Regentag dokumentiert werden. Erfahrungsgemäß werden diese Tage teuer. Entweder, man trinkt sich das Wetter schön. Oder man sucht den sicheren Hort eines Bekleidungshauses auf. Günstiger ist das leider aber auch