Ihr werdet euch sicher fragen: wer ist Laura? Und was hat sie angestellt? Zu Recht! Denn Laura ist den wenigsten von euch bekannt. Laura ist unsere MI. Laura ist unsere Mobile Intelligenz! Also die Dame, die in unserem Kfz für die Sicherheit, den korrekten Betrieb und das sichere Ankommen Ansprechpartnerin ist. Auf Laura ist Verlass! Richtiger war Verlass!
Eine der vordringlichsten Aufgaben von Laura ist es, die Navigation zu übernehmen. Inclusive der unerlässlichen Tankstopps. Was bei E-Mobilen besonders notwendig ist, da man weder mit einem 5-Liter Kanister zur nächsten Tankstelle laufen kann und auch an der Nordsee nicht in einem Eimerchen ein paar Kilo Watt besorgen kann. Diese Aufgabe hat Laura bisher ohne Tadel bravourös erledigt. Da unser derzeitiger Energieverbrauch lt. Laura zu hoch war, plante sie für uns einen zusätzlich Ladestopp ein. Ein Blick auf den Navi-Bildschirm ließ meine Stirn runzeln, aber die Richtigkeit nicht anzweifeln. Der besten Erfahrungen halber. Als sie uns dann allerdings fernab der A7 ins Nirvana lotste, kamen erste Bedenken auf. Sie haben ihr Ziel erreicht, prahlte Laura. Doch die lächerliche Ladesäule hatten wir gar nicht wahrgenommen. Deren Kapazität war derart gering, dass wir sicher eine Übernachtung hätten einplanen müssen. Also, auf zur nächsten Alternative. Leider mit demselben Ergebnis!
Es blieb uns also nichts anderes übrig, also das Lenkrad selbst in die Hand zu nehmen, um eine bekannte Ladestation anzusteuern, die minutenschnell die Weiterfahrt sicherstellte.
Durch die Irrfahrten in unbekanntem Terrain, haben wir aber leider so viel Zeit eingebüßt, dass wir den Zug um lächerliche fünf Minuten verpasst haben. Da half selbst die Reservierung bei den Blauen nichts! Die Blauen sind die Alternative zur Bundesbahn (DB). Diese hatten wir voriges Jahr als Transportmittel zur Überfahrt nach Sylt gewählt und ein absolutes Desaster erlebt. Dieses Jahr mussten es wieder die Blauen sein! Das hat sich dann auch als total richtig erwiesen.
Dank der Reservierung standen wir für den nächsten Zug in der Polposition! Als auf den Nebenspuren der DB die Lautsprecher-Ansage verkündete, dass der Ticket verkauf vorübergehend eingestellt wird, schwappten die Erinnerungen des Vorjahres wieder hoch. Schadensfreude machte sich breit und wir konnten Laura ihren einmaligen Ausrutscher verzeihen.
Einige DB-Reisende planen nächstes Jahr ihren Urlaub doch lieber wieder im Stau auf der A8 bei Pforzheim oder am Gotthard zu verbringen.
Wie gefährlich ein Urlaub auf Sylt ist, mussten wir dieses Jahr wieder einmal überleben. Schon vor der Anreise breiten sich die Sylt-Viren epidemisch aus. Bei den heranwachsenden Berufssöhnen erkennt man die Krankheit auf den ersten Blick. Der Undercut ist ja sowas von out. Dafür hat man in die langen, glatt nach hinten gegelten Haaren einen akkuraten Scheitel fräsen lassen. Selbst beim Blanken Hans bleibt die Schneise ohne jeden Markel! Damit sehen alle Bubis uniform identisch aus.
Die Eltern sind gleich für zwei Viren extrem anfällig. Das eine macht es ihnen Unmöglich, nicht einen Defender zu fahren, der für das Shopping im Großstadtdschungel unerlässlich ist! Das andere ist dagegen eher kontraproduktiv. Es zwingt die Besitzer eigenfüßig in die freie Natur der Geschäftsstraßen. Die Rede ist von den treuen Freunden der Menschen, dem Hund. Seit wann diese Epidemie um sich greift, ist nicht genau dokumentiert. Wie auch immer, an den Enden der Leinen zerren putzige, kleinlockige Vierbeiner, die zum Verwechseln aussehen wie selbstgestrickte Mohair-Pullover mit vier Ärmeln. In diversen Größen und Farbvariationen sehen sie alle gleich aus, wie auch die Heranwachsenden, allerdings ohne gegelt, sondern eben wie selbstgehäkelt. Gerne auch gefleckt, die Herrchen und Frauchen geschleckt, von diversen Rassen gedeckt!
So weit, so gut! Für die Rückreise haben wir Laura noch einmal ordentlich vergattert!
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