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Kategorie: A Politik (Seite 2 von 4)

Politikarus

„Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, ich kenne jedoch keine bessere“ stellte einst Winston Churchill fest. Da mag er wohl Recht gehabt haben. Allerdings hat bekanntlich auch jedes Volk die Regierung, die es verdient. Nun, sehen wir uns die aktuell in der Welt regierenden, herrschenden Würstchenträger an, was die für einen Senf dazugeben. Und wenn schon weltweit Kinder und Jugendliche auf die Straße gehen, dann möchte ich mich auch auf die Suche nach einer ordentlichen, gerechten Politikform machen.

Welche nichtsnutzigen Sonderlinge und Exemplare müssen wir denn so über uns ergehen lassen? Autokraten, Demagogen, Diktatoren, Chuntas, Monarchen, Demokraten, Sozialisten, Mafioso, die FIFA, den IOC und ADAC sowie andere Möchtegerne und Massenmörder. Wie wäre es mit einem Politikarus?

Wenn wir uns schon weitgehends kritiklos und hirnlos gläsern gemacht haben, wenn Demographen Wahlergebnisse schon auf die Kommastelle genau vorhersagen können, wenn die Künstliche Intelligenz und Algorithmen unser Handeln vorhersagen können, gar in Teilen bestimmen – warum entlasten wir die Humane Intelligenz nicht und überlassen es den Schaltkreisen?

Wie das? Ganz einfach: Man nehme alle gespeicherten Daten von Google, Face Book, WhatsApp, Instagram und co, von den Banken, Krankenkassen (oder soll ich besser kranken Kassen sagen?), Religionen, von Amazon, Zalando sowie Obi, fragen Alexa, Siri und weitere digitale Damen, nehme Wahlprognosen und -analysen, geschichtliche Erfahrungen, Gesetze und Gesetzmäßigkeiten, Klima und andere wissenschaftliche Erkenntnisse, allgemeine Trends und Modeerscheinungen (wenn nicht bereits vorausschauend manipuliert). Man lege Parteiprogramme und was weiß denn ich noch für gutgemeinte Pläne darüber, bilde Algorithmen, Allegorien, Alimente und Allergien – und fertig ist eine neue, unfehlbare  Staatsform. Sie reagiert nicht, sie agiert, regiert. Handelt zukunftsorientiert, nicht rückwärtsgewandt. Sie muss keine Wahlversprechen brechen, keinen Proporz berücksichtigen und lässt sich nicht von FakeNews und Lügen, Erpressungen, Drohungen, Mobbing, Doping oder Zuwendungen beeinflussen. Sie giert nicht, sie vergeudet keine Diäten oder erspart uns die PKW-Maut (ok, Kühlung! Behält dadurch aber einen kühlen Kopf!), lässt sich nicht bestechen, macht Lobbyisten und Subventionen überflüssig – und sie erspart uns vor allem unsere Politiker, im Windschatten gefolgt von den Paragraphenreitern, Amtsschimmeln, sprich Beamten! Stellvertretend seien genannt, als herausragende Individuen und Kriegstreiber, der unerträgliche Zwietrump und Mauerbauer, der aalglatte Wladimir Wladimirowitsch und der größenwahnsinnige Balkanbengel, sowie der halbe Zwilling aus Polen. Habe ich irgendetwas oder irgendwen vergessen? Man möge es mir nachsehen!

Reformhaus

Bitte verfallt nicht der Illusion, das Reformhaus befände sich im Bundestag, respektive im Reichstag! Da regiert in diesem Sinne eher ein Armutstag. Dem Grunde nach wären Reformen wünschenswert. Aber die Realität belehrt uns eines Besseren. Re-Förmchen statt Re-Formen – wenn überhaupt, eher ein gegenseitiges in die Förmchen pinkeln.

Offensichtlich nimmt man die Bezeichnung allzu wörtlich: „Re- (Präfix) drückt in Bildung mit Verben aus, dass etwas wieder rückgängig gemacht, in den Ausgangszustand zurückgeführt wird.“ Und so re-giert man dann auch vor sich hin. Also re-giert. Man giert nach seinen alten Privilegien, nach Macht, nach Diäten, nach Wasweissdennich. Und entsprechend wird auch agiert, wenn man überhaupt schon mal re-agiert. Viele der ordentlich gewählten Bundestaglerinnen und Bundestagler und selbst Ministerinnen und Minister überleben eine Legislatur-Periode auch nur, wenn man sie gelegentlich re-animiert. Nicht zu verwechseln mit einer sinnlichen Animation. Selbstverständlich! Aber das nur nebenbei.

Dagegen sind Reformhäuser im richtigen Leben Häuser, besser Geschäfte, in denen man seine Form re-aktivieren kann. Die Angebote umfassen u.a. gesunde Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, rezeptfreie Naturarzneimittel, Vitamine, Mineralien und Aminosäuren, sowie Artikel zur Körperpflege und Naturkosmetik. Also absolut unverzichtbare Dinge für ein vitales Vegetieren. Allerlei Allergiker mit und ohne modischen Unverträglichkeiten vergeistigen sich im Repertoire der Angebote. Diverse Pülverchen, Körner, Samen und Beeren entschlacken Leib und Seele bis alle Gifte aus dem Körper entfleucht sind oder das Geld aus der Börse.

Wie die Tide versickert auch die Smoothiewelle langsam im seichten Gestade der anonymen Hypochonder. Der aktuelle Trend ist Superfood. Wer Superfood isst, ist super! Vitamine und Spurenelemente von Ah bis Zett gleichen all die beworbenen Mangelerscheinungen aus, die eine unausgewogene, mangelhafte Ernährung vermissen lässt. Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker! Alles was gut und vor allem teuer ist, ist natürlich auch gut für das leibliche Wohl.

Darüber hinaus bietet es auch tagesaktuellen, üppigen Gesprächsstoff in akut empfänglichen Kreisen über die allgemeine Wetterlage und über das neue Smart-Phone hinaus. Man entdeckt pseudogesunde Welten, deren Existenz bisher im Verborgenen ein kränkelndes Dasein fristeten und nur durch das Superfood sich quasi selbst re-animieren konnten. Nebenbei re-aktiviert es das Hirn, da die Varianten der neuen Vokabeln die Synapsen bis aufs Äußerste fordern. Chlorella, Spirulina, Maca, Hanfproteine, Moringa, Kübiskernmehl, Inulin, Flohsamen, Erbsenproteine, um nur ein paar Highfligher zu nennen. Natürlich alles Bio, genderneutral, fair gehandelt und ökonomisch sowie ökologisch und ökumenisch vertretbar aus den hintersten Winkeln der Welt ins Reformhaus seines Vertrauens per E-Mobil geliefert. Regelmäßiger Verzehr garantiert ein vitales Leben bis zum Ableben. Strotzend vor Gesundheit. Getreu dem Motto: Sie säen nicht, sie ernten nicht, der Herr gibt`s den Seinen im Schlaf. Na dann gute Nacht!

Seniorenteller

Es handelt sich tatsächlich um die ganz zentrale Frage der Menschheit: Wann ist man Senior? Und im Nachgang, wann kann oder muss man einen Seniorenteller bestellen? Oder noch schlimmer, wann lehnt eine Servicekraft die Bestellung eines Steaks ab, und verweist mit mildem aber bestimmtem Nachdruck auf die in der Karte angepriesenen Seniorengerichte? In diesem Zusammenhang ergibt sich auch die ungeklärte Frage, wann beginnt die Klassifizierung bei: Für unsere kleinen Gäste? Ab einer bestimmten Körpergröße? Und wie werden kleine und ältere Menschen eingestuft? Aber dieses Thema möchte ich hier und heute ausklammern, um mich ganz dem Seniorenteller zu widmen. Schon aus eigenem Interesse.

Bei Teenagern oder Twennies ist die Sache ordentlich geregelt. Aber bei den Senioren existieren doch einige verwirrende Begrifflichkeiten und damit Unklarheit. Wie und ab wann differenziert man zwischen Erfahrenen, Oldies, Best Agern, Rentnern oder Mumien? Erinnern wir uns an Georg Dabbeljuh Bush. Hier gibt es die Ausführung als Senior und Junior. Völlig altersunabhängig! Und wenn der Junior dann zum Senior gereift ist und der Senior noch quicklebendig dahinvegetiert – was dann? Wird der Seniortitel dann praktischerweise durchnummeriert?

Bei den Damen tun sich weitere Hemmnisse auf. Gerne feiern die Ladies z.B. ihren 39ten Geburtstag mehrere Male. Hier ist eine altersbezogene Klassifizierung nahezu undenkbar. Und nach reinem Aussehen, da sehe ich ebenfalls schwarz. Ich sage nur Liften und Botox!

Bleiben doch nur die harten Fakten: Der Rentenausweis. Doch es gibt keine hinreichenden Erfahrungswerte, ob man mit einem Rentenausweis auch aus der normalen Karte bestellen kann. Oder ob gar ein frühreifer, spätpubertierender Rentner ein ganz ordinäres Dreigang-Menü ordern kann? Oder ob ein Mensch zwischen Twen und Rentner einen Seniorenteller …..? Oder ein erfahrener Mitesser mit Gardemaß von 1,90m einen Räuber Hotzenplotz-Teller aus der Karte „Für unsere kleinen Gäste“? Es ist gar nicht so einfach! Hier sind doch die ordentlich gewählten Bürokraten in Brüssel und Straßburg in Verzug!

Des Weiteren bin ich bei dem einen oder anderen Selbstversuch wahrlich enttäuscht worden. Zum Beispiel servierte man mir doch aus der Seniorenteller-Karte ein Schnitzel Wiener Art mit frischem Marktgemüse und Pommes / Salat: Erstens: Ohne Rot/Weiß, zweitens: Nicht püriert und passiert in der Schnabeltasse und drittens nicht geschmacklos fad wie eine alte Schuhsohle! Also hätte es für einen unbefangenen Beobachter auch durchaus aus der Karte für unsere kleinen Gäste stammen können. Wenn nicht Rot/Weiß gefehlt hätte! Leider habe ich versäumt es gegen Aufpreis nachzuordern. So ich es denn überhaupt offeriert bekommen hätte.

So, bitte! Es ist angerichtet! Oder was habe ich mit meinen Fragen angerichtet?

 

Das Schöne am Altwerden ist doch die Tatsache, dass man immer öfter tatsächlich recht hat. Und zwar rechter, als man noch mit, sagen wir mal mit Mitte zwanzig, gedacht hätte. Man ist in der einmaligen Lage nicht nur zu wissen, sondern auch zu können. In diesem Sinne: Fräulein, bitte noch ein gestauchtes Pilsken!

USAmok

Auge um Auge, Zahn um Zahn – es sind einfach zu wenig Amerikaner bis an die Zähne  bewaffnet, um Amokläufe zu verhindern. Und Lehrer, Lehrer sollten ebenfalls bewaffnet werden, damit sie potentielle Amokläufer geschult eliminieren können. Zwölf Uhr mittags an Schulen wo eigentlich Bildung statt Ballern gelehrt werden sollte. Welch perverse, kranke Logik! In den USA werden im Jahr mehr unschuldige Bürger unglücklich durch legale Schusswaffen getötet, als in allen Kriegen die sie geführt haben zusammen. In zwei Monaten bereits sieben Massaker. Ein einsamer Rekord. Wie degeneriert müssen Menschen sein, um diesen Schwachsinn zu glauben, womöglich zu verstehen?

Gut, 30 Millionen verändern schon mal die Sichtweise und vernebeln den Blick auf die Realität. Für 30 Millionen kann man sich Tod und Elend kaufen. Wer gut schmiert, der gut tötet. Gewissenlos, nur ihren Boni folgend. Der Aufschrei der Jungend wird konterkariert durch eine Argumentation die vor Demütigungen und alternativen Fakten nur so wimmelt. FakeNews werden schneller verbreitet, als ihre Pumpguns schießen können.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt jedem Bürger die Möglichkeit und das Recht auf seine Mitbürger zu schießen. Eine Aufforderung zu morden, ohne Recht und Gesetz zu bemühen. Wer einen Amokschützen erschießt ist kein Mörder sondern ein Held! Umjubelt von der Waffenlobby. Kopfgeldjäger wie im Wilden Westen. Und das Sprachrohr dieser Verbrecher ist der oberste Mann im Staat persönlich. Er, so prahlt er, hätte den Amokschützen auch ohne Waffen gestoppt. So ein geistiger Amokläufer, ein irrer Schwachkopf regiert die größte Nation der Welt. Wanted death or life!

Monatsrückblick Januar 2018

Rückblickend auf 2017 muss ich sagen: Es hätte auch schlimmer kommen können. Rückblickend auf den Januar 2018 muss ich gestehen: Es kam schlimmer! Das Jahr entwickelte sich zu einem Para-Neu-Jahr. Wann wird endlich eine zumutbare Obergrenze für geistige Umweltverschmutzung eingeführt? Meine Aufzählung erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf chronologische Reihenfolge.

Vollhorst will mit allen Mitteln nach Berlin zu Mutti 2.0. Er lobt sogar die Perle der Uckermark.

Maulheld Mauti brüskiert gleich zweifach: Er eigenlobt die CSU als Partei des „gesunden Menschenverstandes“, hält den Beweis allerdings ganz geschickt verborgen. Eventuell könnte der Nürnberger Trichter Abhilfe schaffen!

Die Mitgliederabstimmung bezeichnet er als Zwergenaufstand. Ausgerechnet dieser geistige Gnom. In den U-Parteien stehen demokratische Grundrechte ja auch gerne hinter Stammtischweisheiten.

Mag man ihn mögen oder nicht, aber der arme Schulz hat auch wirklich die A-Karte gezogen. Egal was er auch anstellt. Selbst wenn er übers Wasser gehen sollte würde es heißen: Schaut hin, schwimmen kann er auch nicht!

Mutti gibt sich in höchster Not außerordentlich staatsfraulich. Sie lobt Schulz dafür, dass er auch die Union der Neunmalklugen gelobt hat. Du mich auch!

Der Weltwirtschaftsgipfel tagt Tag und Nacht wieder in Davos. Also da-wo`s teuer ist. 1% der reichsten Menschen vereinen mehr Vermögen auf sich, als die restlichen 99%. Wer hat der hat!

Der Gipfel, im wahrsten Sinne des Wortes allerdings war das Essen mit diesem Schwachkopf aus Amerika, und das Verhalten der „geladenen“ Mitesser aus der Wirtschaft. Erbärmlich wie ihm die Boniempfänger bis zum Anschlag in den Analkanal gekrochen sind. An vorderster Front, die perfekte Speichelspur legend: Der Siemens-Chef Kaeser. Ohne jeden Skrupel: Werke schließen und Gewinne steigern.

Die Jusos rufen zum letzte Mittel auf: „Tritt ein, sag nein!“ Wen wollen sie denn treten, oder was wollen sie ein-eintreten?

Um die Betrügereien bei ihren Autos zu rechtfertigen scheuen die Volkswagenverdummungsgranden vor rein gar nichts zurück. Sie machen uns zum Affen mit ihren Abgastests. Nur um ihre Betrügereien scheinheilig zu rechtfertigen.

In den Zeitungen kann man derzeit nur noch das Datum und die Wettervorhersage lesen. Der Rest wird bestimmt von den Narren. Aus Politik und Wirtschaft. Dem Irrsinn sind wahrlich keine Grenzen mehr gesetzt.

Erster Bitcoin Bankraub in UK. Gauner bestehlen Geldwäscher, Drogenbarone, Menschenhändler und Hasardeure. Eine Krähe „hackt“ der anderen doch ein Auge aus!

Konservative Revolution

Es wäre ja grob fahrlässig, wenn ich zu diesem Thema nicht nach-richten würde! Ich möchte auch keinesfalls den Eindruck erwecken, dass  ich irgendetwas für die Christlich Soziale Union hätte. Schon gar nicht als bekennender, praktizierender Atheist. Aus dieser Ecke betrachtet fällt es mir ehrlich schwer, einen christlichen Ansatz bei den Parteigenossen zu entdecken. Außer gute Gründen zur Sicherung ihrer Pfründe.

Da der eine oder andere liebgewonnene bajuwarische Follower meine Nach-richten verfolgt, bitte ich innigst um Nach-sicht! Ich gehe allerdings davon aus, dass hier Einigkeit im Geiste herrscht. Mein zweitliebster CSUler nach B.Scheuert, Mauti Dobrindt hat wieder zugeschlagen. Er hat die „Konservative Revolution“ ausgerufen! Das Ganze in unzertrennbarer Union mit der kürzlich von meinem Erstliebling abgesonderten Statement: „Die CSU ist die Partei mit dem gesunden Menschenverstand!“ schaudert es den dummen Bürger dann doch ungemein. Wie krank muss eigentlich ein „Verstand“ sein? Hat man da wohl was ver-standen? Oder habe ich mich nur einfach ver-hört?  Da schleudert Mauti dem Volke eine Losung über den Äther mitten ins Antlitz. Übrigens Äther wurde früher auch als Narkosemittel eingesetzt. Ein Schelm wer Böses dabei denkt!

Blenden wir einmal den Verstand aus, und beschränken uns auf unser Wissen. Dabei stoße ich auf eine Stilfigur, die Widersprüche miteinander verknüpft, also Blödsinn sind. Man nennt sie Oxymoron. Also „konservativ“ und „Revolution“. Ein verständlicheres Beispiel: „Alter“ „Knabe“. Oder: “Gesunder Menschenverstand“ und „CSU“. Oder ist es gar kein Oxymoron, sondern schon ein Paradoxon? Das Stilmittel für überspitzte, absurde Formulierungen. Als Beispiele hierfür seien genannt: „Wenn sich zwei Glatzen in die Haare kriegen“ oder, „Wenn ein Dackel pudelnass wird“. Will heißen: Es gibt gar keine konservative Revolution.

Außerdem gehen Revolutionen normalerweise vom Volke aus. Und nicht von den Regierenden. Gegen die sollten sie eigentlich gerichtet sein. Puh! Oder wollte sich Mauti womöglich selber abschaffen? Keimt hier ein zartes Fünkchen Hoffnung auf? Bei den Grünen verlaufen die Rücktritte dagegen weitaus unspektakulärer.

Dem Ganzen habe ich nun wirklich weiter absolut nichts mehr hinzuzufügen. Freue mich schon auf die nächsten Steilvorlagen aus dem Komödienstadel bis zur Landtagswahl. Hoffe danach auf eine baldige Genesung des Menschenverstandes. Und ich verweise auf ein weiteres Paradoxon: Weniger ist mehr!

 

Griechisch-Römisch

Um gleich allen Vermutern den Wind aus den Segeln zu nehmen – Griechisch-Römisch hat aber auch gar nichts mit Römisch-Katholisch zu tun, auch wenn es zu meinen Lieblings-Nach-richten-Themen zählt. Griechisch-Römisch ist ein Stil der Sportart Ringen. Und im Moment ringen ja die Jamaikaner um einen Koalitionsvertrag. Man ringt weniger um seine Wahl-Versprechen durchzusetzen, sondern eher um Formulierungen, wie man es den Dummerchen, den Wählern, weiß machen kann, dass ja alles gar nicht so geht, wie man vor der Wahl gedachte hatte. Und auch fixierte Ziele sind eigentlich unrealistisch. Man könne ja fixe Ziele nicht einhalten, dann geht man mit losen Absichten schon gar keine Risiken ein. Für die Farbe der Hoffnung „Grün“ müssen wir uns nun wohl doch eine Alternative suchen.

Es gibt noch weitere Parameter, die mit dem Ringen im Sport als Beispiel herhalten können. Bei Griechisch-Römisch sind ausschließlich Griffe oberhalb der Gürtellinie erlaubt. Im Wahlkampf hingegen ringt man im sogenannten Freistil – also auch unterhalb derselben. Da ist man ja auch noch frei im Stil seiner Aussagen. Oder so ähnlich. Soweit so grün.

Auch bei den anderen Parteien, die ihre Farben zu Jamaika beimischen, gibt es interessante Verhaltensmuster. Unser Phönix aus der Asche, trägt seinen Erfolg mit weithin sichtbarer Arroganz zur Schau. Sie quillt quasi aus allen Poren. Gott sei Dank gibt es noch kein Geruchs-TV, denn Eigenlob stinkt bekanntlich! Es besteht aber auch ein eklatanter Nachholbedarf seit er aus dem Abseits der politischen Bedeutungslosigkeit auferstanden ist. Erfolg vom Scheitel bis zur Sohle. Selbst die Anpflanzungen seines Schopfes treiben aus – bis hin zur Kinnpartie. Bitte schön, da bin ich wieder.

Am interessantesten finde ich, wie sich dieses Furunkel am politischen Aussitz-Körperteil der Union aufspielt. Mit ihren lächerlichen sechs Prozent (bundesweit) ziehen sie ihren Freistil erbarmungslos weiter durch. Haben sie womöglich noch nicht gemerkt, dass die Wahl bereits gelaufen ist? Und allen voran der  Dobrindt. Ausgerechnet Mauti Dobrindt. Rechnet der sich etwa schon wieder was aus? Schließlich ist aus Vollhorst ja nur noch Halbvollhorst geworden. Oder besser Halbleerhorst? Da geht doch sicher was! Oder?

Bei Mutti ist alles beim alten. Erst mal in Ruhe abwarten und dann geschmeidig anpassen. Wenn sich die anderen verausgabt haben, schlägt Mutti zu. Geübt in diversen Wendemanövern steuert sie ihr Schäflein ins Trockene. Und ihr Generalsekretär ist offensichtlich umgetauft worden: Aus Tauber ist Stummer geworden. Ganz ehrlich: Ist auch nicht das Schlechteste! Na dann ver-handelt mal schön weiter. Ihr hört von mir!

Ja Maika

Die Fleischtöpfe zum Greifen nah, da kann man schon mal die Pinsel klar machen, um die roten Linien zu übertünchen. Zuerst ganz großes Gezeter, brutalst mögliche Verhandlungen und spätestens wenn die Pöstchen paritätisch bzw. nach Proporz verteilt sind, ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Jeder, ich wiederhole: Jeder hat selbstverständlich seine Positionen in den Koalitionsvertrag eingebracht, dabei die roten Linien höchstens tangiert, aber keinesfalls übersprungen! Vielleicht ein wenig verschoben. Na gut, aus politischer Verantwortung. Zum Wohle des Volkes. Wie wahre Samariter zu unserem Wohl. Na dann Prost.

Warum heißen die „roten Linien“ eigentlich „rote Linie“? Sind doch die allseits bekannten, begrenzenden Linien generell in strahlendem Weiß! Auf unseren Straßen, auf Tennis- und Fußballplätzen, selbst auf Spiegeln oder Silbertabletts, bereit von gierigen Näschen aufgesogen zu werden. Aber in rot? Noch nicht einmal die Schamesröte treibt es den Partizipanten ins Antlitz!

Auch der Glanz früherer Abgeordneter ist verblasst. Was tummeln sich heute doch für Charaktere in den Gremien? Aus Jamaika wird das ganze Spektrum eines Regenbogens! Rollstuhlfahrer müssen wahrscheinlich Bankrotteuren weichen, Fremdväter schwören auf die heilige Bibel und sogar Volksvertreter mit frisch gepflanztem Fremdhaar bedienen sich am Kabinettstisch. Wenn man doch auch Hirn verpflanzen könnte! Ganz nebenbei: Und um noch einmal auf Jamaika zurückzukommen, die weißen Linien, die fürs Näschen, sind mir als allererstes eingefallen. Und dann Dreadlocks! Aber nein – das Kopfkino schalte ich jetzt mal schnell wieder aus. Stellt euch mal Mutti mit Dreadlocks vor. Oder Vollhorst. Oder Flintenuschi mit einem gehäkelten Mützchen in Koalitionsfarben über dem blonden Schutzhelm. Oder Kauder mit einem Tütchen im Mundwinkel. Alpträume werden mich verfolgen! Hoffentlich nicht die ganze Legislaturperiode. Bei dem einen oder anderen Mandatsträger könnte man ja schon meinen, dass Joints den Verstand vernebelt hätten. Als ob Jamaika schon vor den Verhandlungen zur Realität geworden wäre. Da schweben einige durch Raum und Zeit und haben jeden festen Boden unter den Füssen verloren. Peter Michael Tauber zum Beispiel. Und Toni Hofreiter hat sich schon beizeiten auf diese Koalition angepasst. Frisurmäßig jedenfalls. Sofern man hier von Frisur sprechen kann! Da ist mein besonderer Freund B.Scheuert schon perfekter zurechtgegelt. Glattes Haar passend zu aalglattem Auftreten.

Ich hör jetzt auf. Zu schreiben. Die Bilder im Kopf überschlagen sich nämlich. Man sieht sich.

 

 

Sommersockenwende

Das Wetter ist auch nicht mehr das, was es mal war. Anfang Oktober und die selbstgestrickten Socken werden schon vorgekramt. Die zum Erbarmen, selbstgestrickten von Mutti. Genau die, die von der Mutti mit den Rautenmustern. Blau-weiße Rauten wird sie sicher stricken müssen, unsere Mutti. Es gab ja mal Zeiten, da waren rote Socken absolut en vogue. Heute sind es eher triste, von alten Hüten aufgearbeitete, verfilzte Ladenhüter. Zwei Schritte rechts, zwei links und einer fallen gelassen, das scheint die neue Masche zu sein. Sie sollen eben allen passen. Den großen wie den kleinen Tretern, Unisex, für Stiefel und Budapester. Für Ballerinas und die groben grauen für Sandaletten mit Fussbett und Klettverschluss. Und kratzen, kratzen dürfen sie auf gar keinen Fall! Geschmeidig müssen sie sein, und als Sparstrumpf zu nutzen, in die man ggf. ein paar Steuergeschenke versprechen kann. Zins- und geruchsfrei sowieso. Also ganz ohne Geschmäckle! Streifenmuster ist gut. Schwarze, grüne und gelbe Streifen mit blau-weißen Rauten. Wenn die Wolle dick genug ist, dann friert es einem auch nicht. Jedenfalls nicht gleich. Vielleicht später, wenn sie aufgerieben, und untragbar verfilzt sind. Und sie nachhaltig entsorgt werden müssen. Sondermüll. Kostet extra! Und aus dehnbarem Stretchmaterial, dass man sie kräftig nach rechts ausdehnen kann, um ein paar extreme Zehen auch zu erwärmen. Ein paar Fäden Lurex wären sinnvoll, damit könnte man wenigstens einen Hauch Glanz einfädeln.

Natürlich ist Bio Pflicht! Aus nachfilzenden Rohstoffen. Fair verhandelt. Mit unausgegorener CO2-Billanz: Ökologisch, ökonomisch, ökumenisch, politisch geh-recht geformt. Was will man mehr? Der nächste Winter kommt bestimmt!

 

Elefantenrunde

Das Interessanteste an Wahlen ist die Elefantenrunde danach im TV. Offensichtlich entstand der Name „Elefantenrunde“ nicht, weil die Teilnehmer einen miserablen Bodymaßindex aufzuweisen haben, sondern weil sie sich benehmen, wie ein Elefant im Porzellanladen. Obwohl eingeweihte Kundige des öffentlich rechtlichen Fernsehens auch einen Bezug zum dicken Oggersheimer erkannt haben wollen. Wie dem auch sei. Nach Außen soll es die politischen Schwergewichte herausheben, die in dieser Runde die Wahlergebnisse analysieren.

Alle wahltaktischen Ressentiments gehören der Vergangenheit an, Rücksichtnahme ist pünktlich auf die Sekunde um 18:00Uhr belanglos geworden, verbales „Feuer frei“ auf die politischen Gegner. Jeder hat selbstverständlich gewonnen, und sollte eine Niederlage einmal so gravierend sein, dass sie einfach nicht schön zu reden ist, dann muss sie in den kommenden Tagen erst einmal genauer analysiert werden. Schuld daran sind so gut wie nie die eigenen Leistungen. Der Wähler hat das Kreuz falsch gemacht. Warum der unmündige Bürger sein Votum ausgerechnet an eine radikale Partei vergeudet hat? Oder ist es auf die eigene Unfähigkeit zurückzuführen? Aber nein, nicht doch! Die ersten Fallrückzieher leichtfertig gegebener Wahlversprechen werden vorbereitet. Da haben alle Protagonisten mittlerweile eine beachtenswerte Routine entwickelt. Andererseits biedert man sich politischen Gegnern spontan an, wenn sich ein Platz an den lukrativen Fleischtöpfen ergattern lässt. Die Verantwortung für das Vaterland rechtfertigt alle konträren Aussagen und Handlungen. Versprechen eben! In vier Jahren denkt eh keiner mehr daran. Mit Steuererleichterungen werden wir das Kindlein schon wieder schaukeln.

Der AfD ist es immerhin schon vor den Wahlen gelungen, dass sich alle – alle Parteien in einer Kettenreaktion nach rechts bewegt haben. Mein Lieblingspolitiker (müsste eigentlich Liebrechtpolitiker heißen!) war und bleibt Andreas Scheuer – euch besser bekannt unter meiner Schreibweise B.Scheuer/t. Sein Statement heute Morgen hat er unzweifelhaft von dem Manuskript des Herrn Gauland auswendig gelernt. Nahezu wörtlich die identische Wortwahl. Beschämend, aber auch beängstigend! Dass es womöglich Möglichkeiten gibt, ohne es den Populisten gleich zu tun, wird erst gar nicht in Erwägung gezogen. „Die rechte Flanke muss geschlossen werden!“ Diese Flanke segelt hoffentlich ins Seitenaus!

Als nächster Schritt werden dann die „roten Linien“ geschmeidig übersprungen. Obergrenzen, Aufrüstung, Video-Überwachung, brutalst mögliche Aufklärung, härtere Gesetze etc., um jahrzehntelange Versäumnisse mit Macht zu beugen. Wie die Rümpfe der Rückradlosen. Ohne Verstand, und schon gar nicht mit Visionen. Es ist nur erbärmlich! Da muss man sich doch nicht wundern, wenn man den Etablierten den Rücken zukehrt. Verkehrte Welt!

Nach dem Frühnebel scheint wieder die Sonne. Morgen ist alles vergessen, das Wurschteln geht genau so weiter wie bisher. Ein paar neue Gesichter, die es sich nicht lohnt einzuprägen, verarmen den Bundestag stetig weiter. Oder kennt womöglich einer von euch wenigstens noch alle Minister im Bund der abgelaufenen Legislaturperiode? Ich sage nur Schmidt und Gerd Müller! Von den blassen Gestalten im Lande ganz zu schweigen. Wenn wir dann alle wieder eingelullt sind, können sie wieder schalten und walten wie sie wollen. Was interessiert sie die Wähler? Man schwebt schließlich auf einer höheren Ebene! Auf ein Neues in vier Jahren. Ach ja, jetzt wollen sie den Zeitraum des Vergessens auf fünf Jahre verlängern. Sollte sich doch jemand an den vergangenen Schwachsinn erinnern. Wir schaffen das!

P.S.: Fast hätte ich eine weitere gute alte Tradition vergessen: Mein Dank für das Vertrauen geht an alle Leser und Leserinnen, aber besonders auch an die Wählerinnen und Wähler, sowie an alle gewählten Volksvertreterinnen und Vertreter durch die dieser Bericht überhaupt erst ermöglicht wurde!

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