{"id":295,"date":"2017-09-23T16:10:21","date_gmt":"2017-09-23T14:10:21","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=295"},"modified":"2017-09-23T16:10:28","modified_gmt":"2017-09-23T14:10:28","slug":"internationaler-autofreier-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=295","title":{"rendered":"Internationaler autofreier Tag"},"content":{"rendered":"<p>Exakt 100 Tage vor Silvester haben es die beiden Rentner tats\u00e4chlich geschafft, die zweite Radtour 2017 zu starten. Und wie es der Zufall wollte, am: \u201eInternationalen autofreien Tag\u201c! Aber beginnen wir von vorn.<\/p>\n<p>Der Wettergott und Katja Horneffer pers\u00f6nlich hatten es prognostiziert: Freitag, den 22.September 2017 Sonnenschein pur! Nichts hielt uns mehr in der guten Stube. Treffpunkt: Nach Aufl\u00f6sung des Nebels, um 10:30 Uhr in Eckartsweier. Schorschi hat hoch und heilig versprochen, keines seiner Navis mitzunehmen \u2013 obwohl er f\u00fcr die Wahl der Strecke verantwortlich zeichnete.<\/p>\n<p>Nachdem ich mich durch den Dauerstau auf der A5 gek\u00e4mpft hatte, traf ich in einem akzeptablen Zeitfenster ein. Nur noch rasch das Velo zusammenbauen, und los konnte es gehen. Vorderrad eingesetzt, Radwelle eingef\u00fchrt, mit Radmuttern fest angezogen, jetzt nur noch den linken Bremsklotz fixieren \u2013 fertig. Denkste! So einfach sollte es nun doch wieder nicht klappen. Dieses Mal traf es mich, respektive mein Rad. Der Spannhebel des Bremsklotzes lie\u00df sich nicht spannen. Als international erfahrener Spannhebel-Spanner analysierte der Verg\u00f6tterte sofort den Fehler: Der Exzenter, der den linken Bremsbacken auf dem felsenfest montierten Bremsbacken-Haltegest\u00e4nge fixieren sollte, war verschoben. Kein Spannen, kein Halt, keine Bremse, keine Vorderz\u00e4hne. Was tun, da das multifunktionale Werkzeug-Set ausgerechnet den dringend ben\u00f6tigten Achter nicht parat hatte? Kurzum, wir mussten den Umweg von ca. drei Kilometer nach Marlen auf uns nehmen, um einen ortsans\u00e4ssigen Fachbetrieb in der dritten Generation zu konsultieren. Und nat\u00fcrlich zur\u00fcck! Das ausgebildete Personal des zertifizierten Meisterbetriebes best\u00e4tigte die fachkundige Analyse des Spannhebel-Spanners zu seiner Genugtuung. Mit einem Griff war der Achter zur Hand, das Bremsbacken-Haltegest\u00e4nge in seine angestammte Position gebracht \u2013 Start frei!<\/p>\n<p>Zur\u00fcck nach Eckartsweier, und ohne weiteren Zwischenstopp ging die rasante Fahrt \u00fcber Willst\u00e4tt in Richtung Urloffen, Renchen, etc. Entlang der Schutter, durch Wiesen und W\u00e4lder \u2013 durch Gottes sch\u00f6ne Natur. Das Auenland h\u00e4tte nicht prachtvoller ersonnen werden k\u00f6nnen. Aus gegebenem Anlass m\u00f6chte ich an dieser Stelle ganz herzliche Geburtstagsgr\u00fc\u00dfe an die Hobbit-Gebr\u00fcder Bibo und Frodo Beutlin \u00fcbermitteln! In einem Waldst\u00fcck f\u00fchrte uns der Radweg bis an eine Br\u00fccke, die uns trockenen Fu\u00dfes \u00fcber einen Entlastungskanal bringen sollte. Sollte, weil ein Baufahrzeug der Stra\u00dfenbau-Meisterei uns den Weg versperrte. Auf dem Fahrersitz d\u00f6ste bierselig ein Bediensteter in Warnweste, hinten, zwischen allerlei Werkzeugen und Absperrgittern, sa\u00df ein erkennbar nicht Einheimischer, ebenfalls bewarnwestet, und tippte nerv\u00f6s auf seinem Smart-Phone. Ohne uns zu beachten. Unter gro\u00dfen Sicherheitsma\u00dfnahmen, und der extremen Gefahr ins Auge schauend, in die sich Schorschi begab, sprach er den D\u00f6senden an. Es war Mittagspause. Die neu betonierte Br\u00fccke durfte nicht passiert werden! Ohne Gel\u00e4nder zu beiden Seiten der Br\u00fccke war die Gefahr einfach zu gro\u00df. Gen\u00fcsslich wies uns der Bedienstete die Umleitung: 900 Meter, zwei Mal links, und eine weitere, allerdings begel\u00e4nderte Br\u00fccke sollte uns sicheres Geleit \u00fcber den ausgetrockneten Entlastungkanal bieten. Gesagt getan \u2013 obwohl uns, ganz ehrlich gesagt, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Notwendigkeit absolut fehlte! Aber in solchen Situationen haben Bedienstete einfach die besseren Argumente.<\/p>\n<p>Die Zeit war schon fortgeschritten, als wir in Appenweier vor den Entscheidung standen: Eisbude jetzt, oder gleich durchfahren nach Ulm zum Bauh\u00f6fer. Und auf der R\u00fcckfahrt Eisbude. Die Qualit\u00e4t des Eises riet uns f\u00fcr sowohl als auch. Jedoch die magere Aussicht auf die, ab 14:00Uhr, reduzierte Speisekarte bei Bauh\u00f6fers lie\u00df uns dann, allen Gel\u00fcsten widerstehend, die direkte Fahrt in den Biergarten w\u00e4hlen. An unserem Tisch hatte sich bereits ein \u00e4lteres Paar breit gemacht, die durch ihre kanarienvogelgelbenTrikots weithin leuchteten. Uns blieb nur ein Schattenplatz. Die Bedienung war von den schnellen Art. A-Schorle und Frikadellen mit Kartoffelsalat standen im Nu vor uns. Schorschi ging mit dem Gedanken schwanger, uns von seiner Angebeteten abholen zu lassen, und auf die R\u00fcckfahrt zu verzichten \u2013 nicht allerdings auf eine ordentliche Portion Eis.<\/p>\n<p>Schorschi hat noch nicht gew\u00e4hlt. Wen auch? Diese Gedanken teilt er mit Millionen anderer Bundesb\u00fcrger. Hingegen habe ich mich vom Wahl-Oh-Mat \u00fcberzeugen lassen, dass ich seinen Rat nicht befolge. Wie dem auch sei. Uns ist aufgefallen, dass die Wahl-Strategen der Parteien die Radwege noch nicht f\u00fcr ihre aufgeh\u00fcbschten Gesichter auf Plakaten genutzt haben. Obwohl die stetig wachsende Zahl der radelnden Rentner durchaus eine stimmbringende Zielgruppe darstellt. Dabei fallen mir gleich ein paar passende Slogans ein, die die volle Aufmerksamkeit der E-mobilen B\u00fcrger auf sich ziehen k\u00f6nnten:<\/p>\n<ul>\n<li>SPD = H\u00e4tte, h\u00e4tte &#8211; Fahrradkette!<\/li>\n<li>CDU = Wir haben die besten Radfahrer im B\u00fcro!<\/li>\n<li>CSU = Maut f\u00fcr jedes Radler!<\/li>\n<li>Gr\u00fcne = E-Bikes statt Diesel-Jeans!<\/li>\n<li>FDP = FDP, und es l\u00e4uft wie geschmiert!<\/li>\n<li>AFD = Deutsche stramm-peln rechts!<\/li>\n<li>Linke = Vorne bremst man mit links!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere ernstgemeinte Vorschl\u00e4ge k\u00f6nnen politisch aktive Leserinnen und Leser bei mir umsonst abfragen. Auch kostenlos!<\/p>\n<p>Die Fahrt zur\u00fcck begann mit einer kurzen Abfahrt und einem folgenden steilen Anstieg, der nach den Frikadellen mit Kartoffelsalat eine echte Herausforderung darstellte. Die Aussicht auf das baldige Erreichen der Eisbude lie\u00df jedoch alle Leiden verdr\u00e4ngen. Es folgte der Spruch des Tages. Nein, der Woche, wenn nicht sogar des Jahres. Mindestens! Schorschi musste sich seiner A-Schorle entledigen, w\u00e4hrend ich das Eis orderte und bezahlte. Auf meine Frage an Schorschi: \u201eWieviel Bollen willst Du? Zwei oder drei?\u201c Aus der Antwort sprach das blanke Entsetzen: \u201eIch fahr doch keine 60 Kilometer f\u00fcr 3 drei Bollen Eis!\u201c Und das am Tag des \u201eInternationalen Tages der wei\u00dfen Schokoladen\u201c.<\/p>\n<p>Jetzt musste ich doch noch eine frische Seite beginnen. Viel bleibt mir zum Schluss eines strahlend sch\u00f6nen Tages gar nicht mehr zu berichten. Natur und Sonne, und Schorschi haben alles gegeben. Wir hatten milden, seitlichen R\u00fcckenwind von vorn, und berauscht von der Fahrt beklagten wir, dass es uns beiden Rentnern nicht m\u00f6glich gewesen ist, dieses Jahr eine mehrt\u00e4gige Tour auf die Reihe bekommen zu haben. N\u00e4chstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr! Zur\u00fcck in Eckartsweier trachtete Schorschi nach schnellem Wechsel seiner Sportkleidung. Er wollte noch joggen, und vor Einbruch der Dunkelheit wieder Daheim sein. Ich hingegen zerlegte mein Velo. Bremsklotz raus, ebenso das Vorderrad, rein in den Kofferraum und ab durch den Dauerstau auf der A5 an dem internationalen autofreien Tag.<\/p>\n<p>Zum statistischen Teil: 57,5 Km, bei einer reinen Fahrzeit von 3,4 Std. \/ durchschnittliche Geschwindigkeit 17 Km\/Std. Besondere Vorkommnisse: Loses Bremsklotzgest\u00e4nge, eine Umleitung, kein Verfahren trotz ohne Navi!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exakt 100 Tage vor Silvester haben es die beiden Rentner tats\u00e4chlich geschafft, die zweite Radtour 2017 zu starten. Und wie es der Zufall wollte, am: \u201eInternationalen autofreien Tag\u201c! Aber beginnen wir von vorn. 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