{"id":257,"date":"2017-07-13T11:19:42","date_gmt":"2017-07-13T09:19:42","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=257"},"modified":"2017-07-13T11:19:49","modified_gmt":"2017-07-13T09:19:49","slug":"bella-italia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=257","title":{"rendered":"Bella Italia"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt sie noch, die geliebten Kleinode in dieser Welt. Feriendomizile der besonderen Art. Eines davon wird von uns seit nahezu 20 Jahren mindestens einmal im Jahr heimgesucht. Das Royal Colombo in Menaggio am Comer See. Hier herrscht Mario Colombo und sch\u00fcttet seinen ganzen Charme k\u00fcbelweise \u00fcber seine Heimsucher aus. Schon sein Name ist ein absoluter Klassiker: Mario Colombo! Legend\u00e4r ist seine Laudatio morgens zum Fr\u00fchst\u00fcck, wenn er das Men\u00fc des Abends wortreich und blumig pr\u00e4sentiert. Selbst wenn die Grenze des V\u00f6llegef\u00fchls bereits touchiert wird, l\u00e4uft einem sprichw\u00f6rtlich das Gew\u00e4sser im Munde zusammen. Dass er es grunds\u00e4tzlich an jedem Tisch aufs Neue zelebriert ist seine ganz pers\u00f6nliche Note. Man kann es aber auch nicht oft genug h\u00f6ren \u2013 deshalb verl\u00e4sst kein Gast das Szenario, bevor Mario nicht seine komplette Runde abgeschlossen hat.<\/p>\n<p>Der alte Charmeur hat nat\u00fcrlich noch mehr auf der Pfanne als vier G\u00e4nge anzuk\u00fcndigen. Bei jeder passenden und gelegentlich auch unpassenden Gelegenheit flaniert er die Damenwelt mit Anekd\u00f6tchen aus seinem Leben. In wie weit sie immer der reinen Wahrheit und nichts als der Wahrheit entsprechen sei dahingestellt. Ist aber auch total egal, lustig sind sie allemal. Mario l\u00e4sst es sich auch nicht nehmen f\u00fcr jeden Landsmann und jede Landsfrau eine Fahne zu hissen. Selbstverst\u00e4ndlich nur die Landeswappen, was aber genug Aufmerksamkeit bedeutet. Passend zu den Nationen bewegt sich Mario fehlerfrei in nahezu allen europ\u00e4ischen Sprachen. Angemerkt sei, dass sich sein Repertoire keinesfalls auf das schn\u00f6de Herunterbeten der K\u00f6stlichkeiten beschr\u00e4nkt. Im Gegenteil \u2013 auch seine Anekd\u00f6tchen und beliebige freie Themen beherrscht er mit bemerkenswertem Wissen und linguistischem Geschick.<\/p>\n<p>Wen wundert es also, dass wir Jahr aus, Jahr ein sein schmuckes Domizil aufsuchen, um ein paar wundersch\u00f6ne Tage zu erleben. Abgesehen von den l\u00e4cherlichen paar Gramm Gewichtszunahme kann man nun wirklich nicht meckern. Es liegt nat\u00fcrlich nicht allein an den italienischen Speisen, die grunds\u00e4tzlich einen kohlenhydratischen zweiten Gang kredenzen, sondern ebenso an den dazu passenden harmonischen Getr\u00e4nken. Und an deren reichhaltigem Genuss! Dass Panacotta und co nicht gerade kalorienarm sind, und ein Grappa das Mahl perfekt abrundet soll an dieser Stelle auch nicht unterschlagen bleiben. Ach ja, und zum Start, sowie als Sundowner auf dem legend\u00e4ren Feldherrenh\u00fcgel geh\u00f6rt unzweifelhaft ein k\u00fchler Mezzo Litre. Habe ich was vergessen? Man m\u00f6ge es mir verzeihen!<\/p>\n<p>Untrennbar verbunden mit einer Reise an den Comer See zu Mario ist ein Fr\u00fchst\u00fcck am Lago. Je nach Stau am Gotthard finden wir zwischen neun und zehn Uhr bei Gabi und J\u00fcrgen einen reichlich gedeckten Tisch, wachsweiche Eier, frische Panini, K\u00e4se und Wurst, und: Rotebeetepaste von Allnatura! An dieser Stelle meinen allerherzlichsten Dank an Kathrin, die nachdr\u00fccklich darauf hingewiesen hat!!! Ohne Rotebeetepaste w\u00e4re ein Fr\u00fchst\u00fcck am Lago f\u00fcr mich kein Fr\u00fchst\u00fcck am Lago!<\/p>\n<p>Bestens gest\u00e4rkt werfen wir uns dann in das Get\u00fcmmel der italienischen Gassen. Den Schlagbaum des Schweizer Zolls\u00a0 noch im R\u00fcckspiegel, erf\u00e4hrt jeder am eigenen Leibe wo er ist. Enger und dunkler wird es in den Tunnels,\u00a0 LKWs und Busse rasen hupend \u00fcber die Str\u00e4\u00dfchen, bis sie sich im n\u00e4chsten \u00d6rtchen mit einem holl\u00e4ndischen Wohnwagenfahrer duellieren. Wer gewinnt brauche ich sicher nicht zu erw\u00e4hnen. Dieses Prozedere wiederholt sich alle paar Kilometer in jeder, wirklich jeder Ortschaft. Nur sind es nicht generell Grachtenrutscher, auch Opelfahrer, gerne Rentner, avancieren zu mobilen Verkehrshindernissen, die selbst ich hier und da geneigt bin abenteuerlich auszuman\u00f6vrieren. Au\u00dferdem katapultieren sich st\u00e4ndig Motorr\u00e4der und Roller an uns vorbei, Hornissenschw\u00e4rme gleich. Gegenverkehr wird grunds\u00e4tzlich ignoriert \u2013 nach dem Motto wer bremst verliert. Ihr Outfit ist eher selten auf Sicherheit bedacht und schon dreimal nicht dem Fahrstil angepasst. Shorts und Flipflops aber Helm m\u00fcssen ausreichen. Nicht weniger behindernd, aber deutlich langsamer, treten zus\u00e4tzlich unz\u00e4hlige Radler in perfektem Look in die Pedale ihrer Rennmaschinen. Da die Randstreifen sich nahtlos an den italienischen Stra\u00dfenbelag anpassen, ist klar, welchen Part der Fahrbahn sie bevorzugen.<\/p>\n<p>In der vertrauten Residenz bei Mario, ohne nennenswerte mechanische Kaltverformungen am Auto und mit leicht angegriffenem Nervenkost\u00fcm, angekommen, fallen wir zun\u00e4chst erleichtert in Marios Arme, bevor der Feldherrenh\u00fcgel erobert wird und der t\u00e4gliche Kreislauf mit einem Mezzo Litre de la Casa und einem knackig frischem Salat Tonno er\u00f6ffnet wird. Der Panorama-Rundblick auf den Lago di Como, die Berge, den Pool und Marios erste Anekd\u00f6tchen entsch\u00e4digen umgehend f\u00fcr die Wohnwagengespanne mit gelben Kennzeichen und ergrauten Opelfahrer. Der Urlaub kann beginnen. Der Rest ist hinreichend bekannt.<\/p>\n<p>Es war wie immer im Juni 2017. Und es war wie immer sensationell sch\u00f6n!<\/p>\n<p><em>P.S.: Nicht unerw\u00e4hnt soll bleiben, dass die Temperatur des Pools zwischen 28\u00b0C und 30\u00b0C pendelte, und die wahre Erfrischung deshalb ausnahmslos dem Mezzo Litre Vino Bianca vorbehalten blieb!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt sie noch, die geliebten Kleinode in dieser Welt. Feriendomizile der besonderen Art. Eines davon wird von uns seit nahezu 20 Jahren mindestens einmal im Jahr heimgesucht. Das Royal Colombo in Menaggio am Comer See. Hier herrscht Mario Colombo und sch\u00fcttet seinen ganzen Charme k\u00fcbelweise \u00fcber seine Heimsucher aus. 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