{"id":232,"date":"2017-05-28T11:57:36","date_gmt":"2017-05-28T09:57:36","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=232"},"modified":"2017-05-28T11:57:44","modified_gmt":"2017-05-28T09:57:44","slug":"abendgrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=232","title":{"rendered":"Abendgrauen"},"content":{"rendered":"<p>Zugegeben, ich berufe mich gerne auf die Wissenschaft. Ist sie doch sehr wahrscheinlich die einzige zuverl\u00e4ssige Komponente in dieser merkw\u00fcrdigen Zeit. Wenn auch das Trumpel im Wei\u00dfen Haus manchen wissenschaftlichen Erkenntnissen keinen Glauben schenkt. Und k\u00f6nnen sich so viele Millionen US-B\u00fcrger, die ihn gew\u00e4hlt haben, irren?! Schlie\u00dflich ist die \u00fcberwiegende Mehrheit \u00a0als Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge europast\u00e4mmig. Also aus L\u00e4ndern, denen man eine gewisse Kultur nachsagt. Haben sie doch anerkannte Koryph\u00e4en aus Kultur und Wissenschaft hervorgebracht.<\/p>\n<p>Genug der Vorrede. Uneinigkeit jedenfalls herrscht unter allen Gelehrten, ob nun das Abendgrauen vor dem Morgengrauen war \u2013 oder umgekehrt. Hier lassen sich gewisse Parallelen zum Huhn und dem Ei nicht verleugnen. Wie dem auch sei. Auf jeden Fall \u00fcberfiel mich das Abendgrauen neulich in einem Restaurant pl\u00f6tzlich und v\u00f6llig unerwartet in Persona des Stefan Mross! Nahm er doch mit schm\u00fcckendem Beiwerk und seinem Hofstaat am Nachbartisch Platz. Wie bitte? Ihr kennt Stefan Mross nicht? Den Sonntags-Vormittags Fernsehg\u00e4rtner aus dem ZDF? Macht gar nichts! Zur Erkl\u00e4rung: Die Fernsehgemeinde unterteilt sich in vier Gruppen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die jungen Seher. Diese schlafen zu den \u00dcbertragungszeiten noch tief und fest. Somit bleibt ihnen das Morgengrauen (in diesem Fall) erspart.<\/li>\n<li>Die mittlere Generation. Sie walken oder joggen zu dieser Tageszeit, nachdem sie sich bewusst glutenfrei ern\u00e4hrt haben.<\/li>\n<li>Die Nachkriegsgeneration. Hier steht Mutti, nach dem Kirchgang, am Herd, und bereitet das Sonntagsmahl vor. Sollte es an einem Zweitfernsehen in der K\u00fcche mangeln, entgeht auch ihr diese bedauernswerte Sendung.<\/li>\n<li>Die \u00e4lteren B\u00fcrger haben die Muse sich dem Programm hingebungsvoll zu widmen. Ihnen wird das Sonntagsmen\u00fc per Kurier unmittelbar auf den Esstisch geliefert. Diese Klientel ist die treueste aller Treuen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bemerkenswerter Weise stammen etliche weitere Selbstdarsteller wie Stefan Mross ausnahmslos aus Alpenl\u00e4ndern. An dieser Stelle sei nur auf die Barden Florian Silbereisen und Hansi Hinterseher verwiesen. Der eine oder andere mag dem einen oder anderen gel\u00e4ufig sein.<\/p>\n<p>Apropos gel\u00e4ufig: Werfen wir gemeinsam einen Blick auf das schm\u00fcckende Beiwerk. Einige Lenze j\u00fcnger als St.M. (in diesem speziellen Fall sind die Initialen bitte nicht mit Sankt Martin zu verwechseln! Oder sollte ich besser S.M. verwenden? Obwohl diese aber auch falsch interpretiert werden k\u00f6nnten.), mehr oder weniger geh\u00fcllt in ein Kleidchenchen, dessen Materialkosten gen Null tendieren. Das Kleidchenchen war schlicht und rot, das schm\u00fcckende Beiwerk schlicht und blond. Den oberen Saum schm\u00fcckte ein wei\u00dfer geh\u00e4kelter Bord, wie sie uns aus h\u00f6lzernen Sennh\u00fctten bekannt sind, wo solche Schmuckst\u00fccke die K\u00fcchenfenster zieren. In beiden Anwendungsf\u00e4lle gestatten sie einen ungetr\u00fcbten Blick auf prachtvolle Alpenpanoramen. W\u00e4hrend die einen durch Verschiebungen der tektonischen Platten vor Jahrmillionen entstanden sind, erhoben sich die anderen unter fachm\u00e4nnischer Hilfe modernster Chemie. Die beiden unteren Enden des schm\u00fcckenden Beiwerks waren in Plateausandalen festgezurrt, die das schm\u00fcckende Beiwerk auf ein k\u00f6rperlich h\u00f6heres Niveau hievten. K\u00f6rperlich wohlgemerkt! Bei dem Anblick \u00fcberfielen mich Panikattacken, da ich extrem unter H\u00f6henangst leide. Mit unsicheren, ungelenken Schritten bewegte sich das schm\u00fcckende Beiwerk gelegentlich zwischen Tisch und \u201eStuhl\u201c.<\/p>\n<p>Im Hofstaat befanden sich au\u00dferdem zwei erw\u00e4hnenswerte Personen. Unter anderem offensichtlich eine Kameraassistentin, wie wir sie aus dem Fernsehen kennen, wenn sie ab und an unbeabsichtigt durchs Bild huschen. Unschwer auszumachen an der f\u00fcr Kameraassistentinnen unvermeidlichen Kleidungsst\u00fccken aus nat\u00fcrlich nachwachsenden Rohstoffen, fair hergestellt und umweltfreundlich transportiert. Sie erinnern an \u00d6kos, deren Pullover aus diversen ausgeleierten Socken bei einem T\u00fctchen gestrickt wurden, und Jahre sp\u00e4ter aus den unverfilzten Resten erneut zu solchen reanimiert wurden. An den F\u00fcssen die altgedienten, klassischen Jesussandalen.<\/p>\n<p>Zur Rechten von St.M. lungerte ein ganz in wei\u00df gekleidetes Individuum. Von seinem Hemd waren die obersten vier Kn\u00f6pfe ge\u00f6ffnet, zum Vorschein kam eine grobgliederige Kette an der ein schweres Kreuz hing. Ob die gebeugte Haltung der Schwere des Materials geschuldet war bleibt unerforscht. Das Pendant zur Kette zierte das rechte Handgelenk, w\u00e4hrend eine Uhr im Format einer Kirchturmuhr f\u00fcr den statischen Ausgleich am linken Gelenk sorgte. Offensichtlich der Manager.<\/p>\n<p>Die restlichen Personen entsprachen durchaus ganz normalen Durchschnittsb\u00fcrgern.<\/p>\n<p>Ach ja: \u00dcber St.M. selbst gibt es nun wirklich nichts Aufregendes zu berichten. Abendgrauen eben.<\/p>\n<p>Erlitten und beobachtet an einem eigentlich herrlich warmen Fr\u00fchlingsabend, dem 28. Mai 2017.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben, ich berufe mich gerne auf die Wissenschaft. Ist sie doch sehr wahrscheinlich die einzige zuverl\u00e4ssige Komponente in dieser merkw\u00fcrdigen Zeit. Wenn auch das Trumpel im Wei\u00dfen Haus manchen wissenschaftlichen Erkenntnissen keinen Glauben schenkt. Und k\u00f6nnen sich so viele Millionen US-B\u00fcrger, die ihn gew\u00e4hlt haben, irren?! Schlie\u00dflich ist die \u00fcberwiegende Mehrheit \u00a0als Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge europast\u00e4mmig. 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