{"id":104,"date":"2017-03-25T09:31:58","date_gmt":"2017-03-25T09:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=104"},"modified":"2017-03-25T09:32:09","modified_gmt":"2017-03-25T09:32:09","slug":"die-qual-der-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=104","title":{"rendered":"Die Qual der Wahl"},"content":{"rendered":"<p>Es ist wieder einmal soweit: Es sind Wahlen. Und erneut qu\u00e4lt mich die Frage: Wen oder was soll ich w\u00e4hlen? Oder gegen wen oder was? Gott sei Dank leben wir in einer Demokratie. Hier will man uns auf legalem Wege wei\u00df machen: Das Volk darf entscheiden. Dieser Irrtum wird uns jede Legislaturperiode immer und immer wieder gegenw\u00e4rtig. Leider ohne die eigentlich notwendigen Konsequenzen. Vor der n\u00e4chsten Wahl werden wir erneut mit allerlei Versprechungen angef\u00fcttert \u2013 und am Wahlsonntag ab 18:00Uhr wird zur\u00fcckversprochen. F\u00fcr das Fahren eines Fahrzeuges braucht man eine Schulung und muss eine Pr\u00fcfung ablegen. F\u00fcr Berufe muss man eine ad\u00e4quate Ausbildung durchlaufen, mit Abschlusspr\u00fcfung. Nur um die F\u00fchrung eines ganzen Volkes zu w\u00e4hlen, kann jeder sein Votum in die Urne stecken. Dort wird es dann f\u00fcr ein paar Jahre beerdigt. Die Stimme ist in die ewigen Jagdgr\u00fcnde der versprochenen Versprechungen eingegangen. Man kann sie nicht einfach zur\u00fcckfordern, wenn man um 18:00Uhr merkt, dass sie wieder einmal missbraucht wird.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu der Frage: Wem soll ich meine Stimme geben? Wer treibt am wenigsten Schindluder damit? Dem, der f\u00fcr das Portrait auf den Plakaten den besten Fotoshop-Retuscheur auf seiner Seite hat? Der die strahlend wei\u00dfen Z\u00e4hne blendend herausputzt? Mir pers\u00f6nlich w\u00e4re eine wei\u00dfe Weste gescheiter! Oder, da wir uns schon im Farbspektrum bewegen, soll ich die Entscheidung nach der politischen Couleur treffen? Seit der Erfindung des Farbfernsehens und der Regenbogenpresse hat man die Unterscheidung der Parteien in die Nationalfarben eingeteilt. Nach der reinen Farblehre jedoch, und den damit verbundenen Eigenschaften, ist das eigentlich eine Katastrophe. Andererseits, bei genauer Betrachtung, ist es wiederum treffender gar nicht darzustellen! Beachtlich die Gr\u00fcnen! Sie haben die gesamte Evolution des Farbenspiels mit einem mutigen Schritt als Absurdum gef\u00fchrt und sich gleich frech aber hoffnungsvoll ins etablierte Spektrum gestrickt.<\/p>\n<p>Wenn ich der Verlockung der Farben nicht verfalle mag, bleibt mir noch die Wahl nach dem politischen Standort. Obwohl, auch hier \u201cgauk\u201celt man uns einen Paradigmen-Wechsel vor. Wie einleuchtend waren doch die klaren Positionen? Rechts und links. Pl\u00f6tzlich streben alle in die Mitte. Jeder beansprucht f\u00fcr sich den Platz in der Mitte. Will hei\u00dfen \u2013 auf den Fl\u00fcgeln ergeben sich Freir\u00e4ume. Die Linken haben die Gunst der Stunde genutzt und einen Steilpass in den freien Raum gekickt. Und auf dem rechten Fl\u00fcgel sind jetzt die Kahlsch\u00e4del einmarschiert. Leider gibt es bei der Unterscheidung der ehemals Rechten und Linken keine deutliche Differenzierung mehr. Von klaren Standpunkten ganz zu schweigen! Eine einzige schwabbernde, glitschige Masse ohne Konturen, ohne Profil, ohne Skrupel, aber mit unseren Stimmen. Mal ehrlich: Machen die sich nicht im stillen K\u00e4mmerlein lustig \u00fcber uns Stimmvieh!?<\/p>\n<p>Klare Kante ist unpopul\u00e4r. Damit gewinnt man keine Wahlen! \u201eDie Renten sind sicher!\u201c und \u201eDie Wiedervereinigung kostet uns keinen Pfennig!\u201c beweist, wie man die Stimmen m\u00fcndiger B\u00fcrger ergaunert. \u201eWir schaffen das!\u201c S\u00e4tze, die f\u00fcr die Verantwortlichen ohne jede Konsequenz bleiben. Die haben alle anderen zu tragen. Die meisten \u00fcber Generationen, wenn unsere Stimmen in den Urnen schon lange von den W\u00fcrmern der Geschichte verdaut wurden. Und S\u00e4tze, die mit \u201cWir\u201c beginnen, kennen wir zur Gen\u00fcge. \u201eWir m\u00fcssen noch\u201c. \u201eWir schaffen das!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Qual der Wahl<\/strong><\/p>\n<p>Es wieder einmal soweit: Es sind Wahlen. Und die wahre Qual der Wahl sind die Qualen, die wir \u00fcber uns ergehen lassen m\u00fcssen. Um an die Fleischt\u00f6pfe der Macht zu kommen schrecken die Kandidaten vor nichts zur\u00fcck. Besonders die M\u00f6chtegerne tun sich mit leeren Worth\u00fclsen und verbalen Attacken hervor. Jeden Tag neue Ideen, die umgehend von den Gegnern als Wahll\u00fcgen entlarvt werden. Mit Recht. Aber ohne Konsequenzen. Die Wahlschlacht ficht bis in die Wohnstuben. Jeder gegen jeden, alle gegen alle, die Opposition grunds\u00e4tzlich gegen jeden und alle und alles. Erb\u00e4rmliches Kleinkr\u00e4mertum \u2013 sinnbildlich hierf\u00fcr die kleinkarierten bayrischen Rauten. Br\u00fcllen, drohen und was bleibt? Ein lauwarmes L\u00fcftchen. Schattenboxen mit anschlie\u00dfendem freundschaftlichem Bierchen, um die verbalen Cerealien wieder aufzuf\u00fcllen. Alles wird gut!<\/p>\n<p>Was m\u00fcssen wir alles \u00fcber uns ergehen lassen? Es ist eine wahre Qual bei jeder Wahl. Neue Wort-und Begriffsirritationen, t\u00e4glich neue absurde Ideen, jeder gegen jeden, alle gegen alle. Ich w\u00fcrde mich \u00fcber eine sachliche, nicht populistische Diskussion freuen. Von mir aus sogar auch provokant. Hauptsache zielf\u00fchrend. Charakterliche St\u00e4rke k\u00f6nnte man demonstrieren, wenn man Andersdenkenden zugestehen w\u00fcrde, dass sie unter Umst\u00e4nden auch Recht haben k\u00f6nnten. Nach dieser Eigenschafft suche ich bereits seit Jahren. Vergebens.<\/p>\n<p>In den Talkshows wird gebetsm\u00fchlenartig keine Gelegenheit ausgelassen, sich \u00fcber den gr\u00fcnen Klee zu loben und den Wettbewerber als erb\u00e4rmlichen Nichtsnutz zu diffamieren. Je nach \u00f6ffentlich rechtlichem, sowie un\u00f6ffentlich unrechtlichem Sender tendenziell in die ein oder andere Richtung. Und bei den un\u00f6ffentlich unrechtlichen Sendern fehlen Richtung und Niveau ohnehin g\u00e4nzlich. Sagte ich Niveau?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Wahl der Qual<\/strong><\/p>\n<p>Selbst vegane Politkasper mit Doppel-Namen dr\u00e4ngt es an die Fleischt\u00f6pfe der Macht. F\u00fcr wen also solle man seine Stimme verschwenden? Sollte man Frauen bevorzugen, weil sie sich mit dem Haushalt besser auskennen? Oder die, die sich vornehm zur\u00fcckhalten? Welche Interessen vertritt wer? Di\u00e4ten Erh\u00f6hung und Aufsichtsrat P\u00f6stchen? Oder jemanden der es echt gut meint? Einen Gutmenschen quasi. Wer ist das kleinere \u00dcbel? Investition in Bildung! Super Idee \u2013schon seit Jahren. Investiert wird allerdings eher in Einbildung. Das Fernsehen verbl\u00f6det uns mit konstanter Boshaftigkeit. Helene Fischer, Till Schweiger, Florian Silbereisen, und die schier un\u00fcbersehbare Schar der weiteren \u00fcberfl\u00fcssigen Hofnarren, sogenannten Promis. Nahezu jede Woche beweihr\u00e4uchern sie sich mit merkunw\u00fcrdigen Awards gegenseitig. Wer nicht schnell genug von der Mattscheibe gezappt ist, der bekommt irgendwann sogar einen f\u00fcr sein Lebenswerk. \u00a0Eine neue CD, oder eine \u00fcberfl\u00fcssige Lebensbeichte, oder sonst einen Unfug, sind gern genommene PR-Veranstaltungen auf den Sofas eines Johannes B. Kerners und Konsorten. Gemeinsam mit einem Querschnitt international unbedeutender Dummschw\u00e4tzer, \u00a0sowie der unvermeidlich \u00fcblichen Klugscheisser, die landauf, landab die Laber Runden be\u00e4rmern. Besser noch sollte man unverz\u00fcglich das Vormittags-, Nachmittags- und Vorabendprogramm ersatzlos aus dem Programm streichen. Nicht zu vergessen: Die Regenbogenpresse. Mit der Bunten an der Spitze und allen, durch Hohlheit kaum zu unterbietenden, Frauen-im-Spiegel-Pamphleten. Ja, auch bitte den Focus mit seinem pseudointerlektuellen Geseich. Und umgehend auch die Awards der Regenbogenpresse denen jede Daseinsberechtigung abgesprochen werden muss. \u00a0Das Bambi sei hier an erster Stelle genannt. Ohne Bunte h\u00e4tte das arme, niedliche Tierchen ohnehin ein beschaulicheres Leben. Grunds\u00e4tzlich geh\u00f6rt der Gebrauch von Smartphones etc. auf\u00a0 wenige Stunden am Tag limitieren. Wie kann man von sozialen Netzwerken sprechen, die die Menschen von jedem sozialen Kontakt und Gespr\u00e4ch abhalten und mit Nichtigkeiten dem Lieben Gott die Zeit stehlen? Nach 15min\u00fctigen Intervallen sollten sie automatisch f\u00fcr vier Dreiviertelstunden abschalten. Vorzeitiger Zugang sollte ausschlie\u00dflich durch den Konsum von Kultur-Sendungen oder wahlweise aktive Beteiligung an Sportaktivit\u00e4ten erworben werden k\u00f6nnen. \u00a0Die perfekt \u00fcber das Smartphone abgerufen und kontrolliert werden k\u00f6nnen. Werbung, die gigantische Verdummungs Maschinerie, geh\u00f6rt pauschal gegei\u00dfelt. Nachts nicht mehr M\u00fcssen m\u00fcssen sowie tags\u00fcber wieder M\u00fcssen k\u00f6nnen und Co in den wohlverdienten Ruhestand schicken, zu Kytta-Salbe und Proff und Doc und Rentner-Umschau. Apotheker und \u00c4rzte h\u00e4tten nicht so viele Fragen zu beantworten, und mehr Zeit sich sinnvoll um wirklich kranke Patienten zu k\u00fcmmern. Alternativ g\u00e4be es eine Variante, dass die Nutzungszeiten des Smartphones ausschlie\u00dflich parallel zu den Sendebl\u00f6cken der Verbraucherinformationen freigeschaltet werden. So k\u00f6nnte wenigsten eins der beiden \u00dcbel wirksam ausgetrickst werden.<\/p>\n<p>Wir sollten grunds\u00e4tzlich einen Status etablieren, der den Bildungsauftrag von Maggi mit seiner Buchstabensuppe abl\u00f6st. Um all diese Dinge zu verwirklichen bedarf es mutiger, intelligenter Politiker. Doch diese besondere Spezies m\u00fcssten erst einmal gew\u00e4hlt werden \u2013 so sie es denn im wirklichen Leben bei den Aparatschiks tats\u00e4chlich geben sollte. Und eine weitere Konsequenz daraus: Die bisherigen Volksverdreher m\u00fcssten sich zwangsl\u00e4ufig selber abschaffen. Was f\u00fcr ein utopischer, unrealistischer Traum! Eines darf jedoch keinesfalls passieren: Die Lobbyisten, die brauchen wir nach wie vor. Sonst fehlt das Gehirn im Bundestag. Wer sollte all die Gesetze verfassen? Doch nur die Repr\u00e4sentanten und \u2013Onkel der Konzerne und Verb\u00e4nde. Oder? Ein Kreuz mit den Wahlen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist wieder einmal soweit: Es sind Wahlen. Und erneut qu\u00e4lt mich die Frage: Wen oder was soll ich w\u00e4hlen? Oder gegen wen oder was? Gott sei Dank leben wir in einer Demokratie. Hier will man uns auf legalem Wege wei\u00df machen: Das Volk darf entscheiden. 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