{"id":483,"date":"2019-01-08T12:21:54","date_gmt":"2019-01-08T11:21:54","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=483"},"modified":"2019-01-08T12:21:54","modified_gmt":"2019-01-08T11:21:54","slug":"sport-ist-mord","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=483","title":{"rendered":"Sport ist Mord"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer kennt ihn nicht, den\nWahlspruch des Briten Winston Churchills. Schlie\u00dflich trug er ja sein\nLebensmotto plakativ bereits im Namen: \u2026chill-en!&nbsp; Seinem Namen nach war Winston ein\nausgewiesener Kirchenschl\u00e4fer. Aber das nur am Rande. Turnvater Jahn hingegen attestierte\njedem gesunden K\u00f6rper auch einen gesunden Geist. Von jedem Etwas begegne ich in\nder Muckibude meines Vertrauens. Arge Zweifel an den hehren Absichten hege ich\nallerdings in so manch` anderer Muckibude, in der sich kerngesunde K\u00f6rper\nvehement gegen einen gesunden Geist stemmen. In dem von mir heimgesuchten Rehazentrum\nnebst moderner Ger\u00e4tewelt foltert sich der ein oder andere keuchlings, aber t\u00e4glich\nkonsequent und \u00fcberaus adrealinlastig. Andere beschr\u00e4nken sich hingebungsvoll,\nunregelm\u00e4\u00dfig auf das promillearme Geistige. Den Unterschied der Muckibuden\nerkennt man insbesondere an der Nahrungsaufnahme. W\u00e4hrend in der einen\nErg\u00e4nzungs- und Eiweissprodukte, sowie Energiedrinks und gar halluzinogenes\nGeb\u00e4ck an der Theke konsumiert wird, herrscht in meinem Fall die Einnahme von\nst\u00e4ndig wechselndem Kekssortiment, Brezeln und anderen\nGewichtserg\u00e4nzungsmitteln vor. Respektive dienen sie der Prophylaxe einer\nm\u00f6glichen Unterzuckerung oder Dehydrierung. Dass man an den Keksen, ohne\nbesondere Vorkenntnisse als B\u00e4cker oder Konditor, die Jahreszeiten erkennen\nkann, ist reine Frage des Geschmacks. Einhergehend mit der Diversifizierung der\ndargebotenen Pl\u00e4tzchen unterscheidet sich auch die muntere Schar der aktiven\nNascher. An dieser Stelle m\u00f6chte ich ein paar der pr\u00e4chtigsten Exemplare n\u00e4her\nvorstellen. Nein, selbstverst\u00e4ndlich sind nicht die Kekse gemeint!<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Pers\u00f6nlichkeitsrechte\nder Athleten zu wahren, verwende ich frei erfundene Pseudonyme. D\u00e4mlichkeiten\nmit anwesenden Probanden sind weder zuf\u00e4llig noch ungewollt.<\/p>\n\n\n\n<p>Starten m\u00f6chte ich mit einer\nKatalogisierung einzelner Gruppen. Da sind die Aktivistinnen, die sich kommod\nauf den Ger\u00e4ten einrichten, um un\u00fcberh\u00f6rbar den neusten Tratsch und Klatsch aus\nder Gemein-de ausschwallen. Gerne auch \u00fcber die Distanz mehrerer Ger\u00e4te und\nK\u00f6pfe hinweg. Die Disziplin an den Ger\u00e4ten selbst verkommt zur reinen\nNebensache. Atemlosigkeit w\u00e4re ein absolutes no go.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Kraftsportler\narbeiten aktiv an dem Bachelor in K\u00f6rperkult. Gut, weniger der gebildete*\nK\u00f6rper steht dabei im Focus, getreu dem olympischen Geist \u201eNicht gewinnen, dabeisein\nist alles\u201c, trainieren sie nicht nur t\u00e4glich ihre Muskulatur, sondern dar\u00fcber\nhinaus auch in den Sporthallen der Gemeinden die Beherrschung der Glieder bei\nPilatus, Yoga und auf dem Trampolin.<\/p>\n\n\n\n<p>*<em>Um\njedweden Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen: Hier ist ausschlie\u00dflich der K\u00f6rper\ngemeint! <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Komplizen einer weiteren,\nalteingesessenen Spezies sind intensiv mit dem Studium der Sujets von\nVerbraucherinformationen besch\u00e4ftigt. Noch bevor sie ihr hartes, t\u00e4gliches\nTraining auf sich nehmen, haben sie bereits die Odyssee von Aldi zu Netto und\nvon Lidl bis Real hinter sich und sind stolze Besitzer g\u00fcnstigster\nSonderangebote. Bei computerunterst\u00fctzter Routenplanung zahlen sich die fr\u00fchen\nShoppingtouren durchaus aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Eher im femininen Umfeld\nsind die Frischluftintoleranzler (genderneutral) zu verorten. Ihr Trainingsspektrum\nkonzentriert sich gezielt auf die Gespr\u00e4chsmuskulatur. Obwohl f\u00fcr die\nGes\u00e4\u00dfmuskulatur durchaus auch eine Straffung ratsam erscheint. (Es w\u00e4re auch\ndie folgende Wortkombination sinnreich gewesen: Backenmuskulatur und\nBackenmuskulatur). Man findet diese omnipr\u00e4sente Klientel am Hot Spot\nKaffeetheke. In dieser Rotte f\u00e4llt auch der am h\u00e4ufigsten strapazierte Satz:\n\u201eWillst du auf dieses Ger\u00e4t?\u201c&nbsp; Im\nHintergrund schwingt die Hoffnung mit, auf geschickte konziliante Art die\n\u00dcbungen an diesem Ger\u00e4t auf einen unbestimmten sp\u00e4teren Zeitpunkt zu\nverschieben. Oder gar in G\u00e4nze zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders zum Jahresbeginn starten\ndie Heros mit ihren vors\u00e4tzlichen Abnehm-Programmen. An dieser Stelle m\u00f6chte\nich ohne Absatz oder Interpunktion von den Gruppen auf Einzelschiksale &nbsp;\u00fcberleiten. Zun\u00e4chst auf Bruder Tuck, der\nRobin Hoods treuem Gef\u00e4hrten Bruder Tuck auf\u00b4s I-T\u00fcpfelchen gleicht. Allerdings\neher atheistische Tendenzen aufweist, daf\u00fcr aber \u00e4u\u00dferst leichtgl\u00e4ubig ist.\nSelbst die Tonsur auf dem Hinterkopf h\u00e4tte beim Original nicht plazierter\nrasiert werden k\u00f6nnen. Zur\u00fcck zum Thema Abnehmen. Hier ist unser Bruder Tuck\neinsame Spitze! Kaum eine Di\u00e4t, kaum eine Kasteiung, mit der er seinem Gewicht\nnicht schon zu Leibe ger\u00fcckt w\u00e4re. Selbst den bedingungslosen Einsatz auf dem\nCross Walker scheut er nicht. Mit atemberaubender aber limitierter Frequenz\nzwischen Slow Motion und Cool Down spult er sein Pensum minutenlang herunter.\nSollte das Folterinstrument belegt sein, nimmt er es ohne Umschweife zum\nwillkommenen Anlass, sich einem weiteren Espresso zu widmen. Die Pein, mit der\nsein maroder K\u00f6rper geplagt ist, hat tiefe Sorgenfalten in sein Antlitz gefr\u00e4st.\nMit nicht zu \u00fcbertreffender Leidensmine qu\u00e4lt er sich seit Jahren in die Praxis.\nM\u00f6ge ihm nachhaltige Besserung geg\u00f6nnt sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In das Sortiment der\nK\u00f6rperreichen f\u00e4llt auch die Blaumiese. Er tr\u00e4gt seinen Spitznamen zu Recht,\ndenn er tr\u00e4gt ausschlie\u00dflich ein komplett blau-schwarzes Outfit mit den drei\nStreifen. Das in dem Begriff Outfit \u201efit\u201c vorkommt bitte ich zu entschuldigen. Ebenso\nsollte nicht der Verdacht aufkommen, dass L\u00e4ngsstreifen schlank machen w\u00fcrden.\nAlso wenigstens optisch. Er hat trotz regelm\u00e4\u00dfigem Einsatz kaum an Masse\nverloren. Sicher ist sein Plan zun\u00e4chst Masse auf zu bauen, um sie sp\u00e4ter in\nMuskulatur umzuwandeln. Zu seinem Dress sei erg\u00e4nzend bemerkt, dass ich ihn\nbisher ausschlie\u00dflich in diesem Blau-Schwarz gesehen habe. Entweder er besitzt\ndiverse wallende Shirts, knieumspielte Hosen etc. identischen Designs, welches\ner preiswert mit Mengenrabatt erworben hat, oder\u2026, auch diese Variante ist <\/p>\n\n\n\n<p>denkbar. Da ich an ihm allerdings\nnoch nie, ich wiederhole, noch nie, auch nur den Hauch eines Ansatzes einer\nSchwei\u00dfperle beobachten konnte, ja sogar noch nicht einmal einen Tropfen\nKondenswasser erahnte, ist ein Dauereinsatz ohne Versagen des Deodorants unwahrscheinlich.\nManchmal, wenn es ganz ung\u00fcnstig l\u00e4uft, und er ein potentielles,\nregionalpolitisches Gespr\u00e4chsopfer in Zwangsgewahrsam genommen hat, schafft er\ngerade die Disziplin Garderobe, Kaffeetheke, Garderobe, bevor es ihn zum\nn\u00e4chsten Ausw\u00e4rtstermin dr\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kaffeetheke ist auch\nzentraler Treff der Sonderangebotler, deren Neigungen weitestgehend deckungsgleich\nmit den bekennenden Volks(verdummungs)musik- Konsumenten sind. Sie entwickeln nahezu\nvorpubert\u00e4re Schw\u00e4rmereien f\u00fcr singende Geschwisterpaare, f\u00fcllige Volklore Gesangsgruppen\nmit \u00fcberwiegend (welch treffender Begriff!) und andere Troubadoure mit alpenl\u00e4ndischem\nDialekt. Sie bevorzugen nat\u00fcrlich auch eine \u00e4u\u00dferst ausgewogene Ern\u00e4hrung, die\nwahlweise in B\u00e4ckereishops, Cafeterias von M\u00f6belh\u00e4usern oder Gro\u00dffloristen\nsowie in den ger\u00e4umigen Vorkassenzonen von&nbsp;\nVerbraucherm\u00e4rkten eingenommen werden. Dass das\nPreis-Leistungsverh\u00e4ltnis auch stimmen muss, versteht sich von selbst. Gerne\nbestimmen auch die Coupons aus den Zeitungsbeilagen der besagten M\u00f6belh\u00e4user etc.\nden ausgewogenen w\u00f6chentlichen Men\u00fcplan.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht unerw\u00e4hnt bleiben darf\nselbstverst\u00e4ndlich die Krankenkassen-Fraktion der Rekonvaleszenten. R\u00fccken,\nH\u00fcften, Knie, Schultern und weiteres Ungemach sehnen sich nach heilenden\nH\u00e4nden, die sie in den Separees der Praxis entbeinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Last, but not geleast finden\nsich regelm\u00e4\u00dfig ein paar Unverbesserliche ein, die einfach nur ihren K\u00f6rper in\nForm halten wollen. Quasi freiwillig kommen, um nicht hingehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu guter Letzt schlie\u00dfe ich\nmit einem Zitat von Karl Valentin: \u201eGar nicht krank ist aber auch nicht\ngesund!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt ihn nicht, den Wahlspruch des Briten Winston Churchills. Schlie\u00dflich trug er ja sein Lebensmotto plakativ bereits im Namen: \u2026chill-en!&nbsp; Seinem Namen nach war Winston ein ausgewiesener Kirchenschl\u00e4fer. Aber das nur am Rande. Turnvater Jahn hingegen attestierte jedem gesunden K\u00f6rper auch einen gesunden Geist. Von jedem Etwas begegne ich in der Muckibude meines Vertrauens. 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