{"id":430,"date":"2018-08-14T10:21:52","date_gmt":"2018-08-14T08:21:52","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=430"},"modified":"2018-08-14T10:21:57","modified_gmt":"2018-08-14T08:21:57","slug":"schoene-aussichten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=430","title":{"rendered":"Sch\u00f6ne Aussichten"},"content":{"rendered":"<p>Da denkt man nichts B\u00f6ses und begibt sich an einem sonnigen Sonntag auf einen mit viel Lob gehudelten Wanderweg: Den Panoramaweg bei Zell a.H.. Abfahrt vom Treffpunkt, Aufteilung der Fahrgemeinschaften und der Konvoi mit zwei Autos verlief geschmeidig. An den bekannten Blitzers\u00e4ulen musste die Geschwindigkeit nicht angepasst werden, der gef\u00fcrchtete Sonntagsmittagsausflugsverkehr sorgte automatisch f\u00fcr strassenverkehrsordnungsm\u00e4\u00dfiges Crusen. Der Abmarsch war an dem ausgeschilderten Parkplatz goldrichtig geplant. Ohne den Einsatz von Navis wurde dieser auch auf Anhieb angesteuert. Gro\u00dfe B\u00e4ume spendeten den ersehnten Schatten. Ich sage nur Ledersitze! Unter dem ersten Baum hatte ein sichtlich in die Jahre gekommenes P\u00e4rchen das Vesperpaket in Arbeit. Wie sich sp\u00e4ter herausstellte, geh\u00f6rte der Kleinwagen den Ausfl\u00fcglern, die zwischen zwei pr\u00e4chtigen Eichen im Schatten eingeparkt hatten. Die L\u00fccken rechts und links daneben waren gerade noch ausreichend f\u00fcr je ein Fahrzeug,\u00a0 jedoch h\u00e4tten jeweils der Fahrer bzw. Beifahrer auf die Teilnahme an der Wanderung verzichten m\u00fcssen. Die Eichen machten keine Anzeichen zum Weichen. Es blieb ein halbschattiges Parkpl\u00e4tzchen auf der d\u00fcrren Wiese. Das staubige Rangieren hielt die Picknicker nicht vom herzhaften Biss in ihre Stullen ab. Der Belag wurde nicht erkundschaftet.<\/p>\n<p>Wer ohne Nutzung des Navis den Parkplatz findet, der verl\u00e4uft sich auch auf dem ordentlich ausgeschilderten Panoramaweg nicht. Quasi parallel zum Panoramaweg hatte Sebastian Kneipp diverse Wassertretstellen erbaut. Allerdings ohne Wasser! Die D\u00fcrre machte eben auch f\u00fcr Sebastian Kneipp keine Ausnahme. Somit waren die Wassertretstellen eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p>So schlenderte die sportive Gruppe \u00fcber den Panoramaweg. Doch im Wald war das Panorama weg. Lichte Momente offerierten uns hin und wieder das angepriesene \u00a0Panorama auf Wiesen und Felder rings um Zell a. H.. Sinniger Weise hatte die ersehnte Wanderh\u00fctte im August geschlossen. Die Erfrischung musste hinten anstehen und die mitgef\u00fchrte Flasche Wasser neigte sich dem Flaschenboden zu. Mein k\u00fchler Vorrat hatte die Grenze zwischen halbvoll und halbleer flie\u00dfend \u00fcberschritten, da der Verschluss unsachgem\u00e4\u00df geschlossen wurde. Der Vorteil einer gek\u00fchlten R\u00fcckenpartie nebst dem oberen Teil der f\u00fcnf Buchstaben war bei den Temperaturen jedoch nur von kurzer Dauer.<\/p>\n<p>Nach gef\u00fchlten zwei Dritteln des hochgelobten Panoramaweges f\u00fchrten uns die Schilder aus dem Wald heraus unmittelbar hinein ins Panorama zur\u00fcck nach Zell.a.H.. Die ersten Fata Morganen flimmerten vor unserem geistigen Auge. Das Kondenswasser perlte au\u00dfen am Glas, reichlich gef\u00fcllt mit einem gespritzten Bier. Mit jedem Schritt auf dem asphaltierten Panoramaweg, mitten im Panorama, wuchs das Fassungsverm\u00f6gen des Glases. Jetzt nur noch durch das Neubaugebiet die Hauptstra\u00dfe entlang ins Zentrum. Es ist erstaunlich wie lang sich in solchen D\u00f6rflein Hauptstra\u00dfen, deckungsgleich mit einem Panoramaweg, ziehen k\u00f6nnen! Verwundert ordneten wir die ganz in jungfr\u00e4ulichem wei\u00df gehaltenen Hinweisschilder an den T\u00fcren der \u00f6rtlichen Gastronomie unter \u201eHalluzinationen\u201c ein. Hier stand in gro\u00dfen Buchstaben: Sonntags Ruhetag bzw. Ge\u00f6ffnet ab 17:30 Uhr. Offensichtlich w\u00e4hnte man die munteren Wanderer dann doch l\u00e4nger auf dem Panoramaweg. Eiscaf\u00e9s und eine D\u00f6nerbude luden eher zur Einkehr aus. Trotz der qu\u00e4lenden Tortur \u00fcber Asphalt und Kopfsteinpflaster und wider aller Fata Morganen beschlossen wir direkt den Parkplatz aufzusuchen um nachzuschauen, ob das Picknickp\u00e4rchen noch dem Dessert fr\u00f6nte oder ihren pers\u00f6nlichen Parkplatz f\u00fcr weitere Schattenparker zur Verf\u00fcgung gestellt hatte.<\/p>\n<p>Am Leben hielt uns die vage Hoffnung, dass die reservierten Sitzpl\u00e4tze im wundersch\u00f6nen Gartenrestaurant schon frei sein w\u00fcrden. Das Picknickp\u00e4rchen hatten wir ja nicht mehr zu bef\u00fcrchten. Die ersten \u00dcberlegungen fanden statt, ob man den Inhalt der Gl\u00e4ser mit den Kondenzperlen auch ohne jegliche Hinzugabe von Wasser zu sich nehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Tisch war frei! Obwohl sich doch noch ein paar Gruppen vom Mittagstisch an dem Panorama und den k\u00fchlen Getr\u00e4nken berauschten. Ohne auf zwei fu\u00dfkranke Nachz\u00fcgler zu warten, wollten wir umgehend die Getr\u00e4nke ordern. Andrew, der Wirt verk\u00fcndete uns noch bevor wir auch nur einen einzigen Wunsch \u00e4u\u00dfern konnten, dass auf Grund der Temperaturen und der gro\u00dfen Anzahl durstiger Seelen das letzte Bierfass leider g\u00e4nzlich zur Neige gegangen sei. Aus lauter Frust haben wir uns mit alkoholfreiem, aber wenigstens k\u00fchlem, Bier die Kante gegeben. Das Essen war ok. So neigte sich dann, dem letzten F\u00e4sschen Bier folgend, der Wandertag dem Ende zu. Ich f\u00fcrchte, dass der Panoramaweg in Zukunft ohne uns bewandert wird. Selbst wenn Sebastian Kneipp wieder Wasser unter die F\u00fc\u00dfe bekommen sollte, alle H\u00fctten wieder ge\u00f6ffnet sein sollten und die F\u00e4sser den Darbenden die ersehnte Labsal gew\u00e4hren k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da denkt man nichts B\u00f6ses und begibt sich an einem sonnigen Sonntag auf einen mit viel Lob gehudelten Wanderweg: Den Panoramaweg bei Zell a.H.. Abfahrt vom Treffpunkt, Aufteilung der Fahrgemeinschaften und der Konvoi mit zwei Autos verlief geschmeidig. 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