{"id":402,"date":"2018-05-13T13:53:24","date_gmt":"2018-05-13T11:53:24","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=402"},"modified":"2018-05-13T13:53:29","modified_gmt":"2018-05-13T11:53:29","slug":"heidelberger-impressionen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=402","title":{"rendered":"Heidelberger Impressionen"},"content":{"rendered":"<p>Die siebzehnte Tour sollte uns Heidelberg historisch, kulturell und kulinarisch n\u00e4her bringen. Ich nehme es vorweg: Es hat erwartungsgem\u00e4\u00df geklappt! Aber beginnen wir von vorn. Der Vatertag fiel dieses Jahr ausnahmsweise vor den Muttertag. Und so konnten wir, die V\u00e4ter, bereits am Anreisetag diverse Huldigungen entgegennehmen. Es war dieses Jahr eine recht kleine Gruppe, bestehend aus 11 Teilnehmern. Private Termine hinderten den ein oder anderen, das j\u00e4hrliche Highlight zu genie\u00dfen. M\u00f6gen sie eventuell diesen Zeilen entnehmen, was ihnen 2018 entgangen ist.<\/p>\n<p>Wenn die Hotelbar schon als Treffpunkt vereinbart wird, dann wundert es keinesfalls, dass bereits gegen 16:00 Uhr die ersten alkoholischen Erfrischungen gefragt waren. Ein Telefonat brachte kurzfristig ein wenig Unruhe in die Gruppe, und ohne detaillierte Erkl\u00e4rungen verlie\u00dfen zwei Teilnehmer die Runde. Ich komme sp\u00e4ter auf den Grund zur\u00fcck, konzentriere mich zun\u00e4chst auf den parallel stattfindenden Ortswechsel ins Rossi. In sch\u00f6nem Ambiente des Kaffees mit Biergarten (?) war ein Tisch f\u00fcr uns reserviert, um die erste St\u00e4rkung einzunehmen. Kuchen vom B\u00fcfett sowie Variationen von Vorspeisen fanden reichlich Zuspruch. Und selbstverst\u00e4ndlich wahlweise Pils oder Wei\u00dfwein. Uns gelang es in wenigen Minuten den recht hohen Ger\u00e4uschpegel anzuheben, im Laufe der Anwesenheit sogar zu \u00fcberbieten. \u00dcber die Entfernung vom S\u00fcdzipfel des Tisches bis zum Nordzipfel fand ein reger Informationsaustausch statt. Die wesentlichen Inhalte hatten ausschlie\u00dflich in einer gesteigerten Phonzahl die Chance verstanden zu werden. Auf Nachfragen zu unverstandenen Passagen gab es jedoch noch Reserven.<\/p>\n<p>Zugegeben, die Anfahrt zum Hotel verlief nicht wirklich geschmeidig. Die kommunizierte Adresse f\u00fchrte mich zum Beispiel mehrere Male zum Hauptbahnhof, anstatt zum Hotel. Auf dem daraus resultierenden Rundkurs durch Heidelberg bewunderte ich die Konsequenz der Ampelschaltungen. Alle, aber auch alle standen auf Rot. Sicher eine Aktion des \u00f6rtlichen Touristik-Verbandes, um sich die Stadt verkehrstechnisch eindrucksvoll zu erschlie\u00dfen. Die zweite Herausforderung bestand im Finden der Tiefgarage. Ohne Ortskenntnis konnte es trotz Navi durchaus zu Irrfahrten kommen. Eine dieser Odysseen endete \u00fcberraschend in einer privaten Tiefgarage. Hier erkannte man augenblicklich, dass sowohl das Verh\u00e4ltnis zwischen der Gr\u00f6\u00dfe des Mobils und der der Parkboxen eine gewisse Disharmonie aufwies, als auch, dass der sinnvolle R\u00fcckzugsweg ohne autorisierte Schl\u00fcsselgewalt nahezu unm\u00f6glich war. Mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel und der Hilfsbereitschaft des Hotelpersonals konnten zun\u00e4chst die Irrfahrer lokalisiert und in beachtlich kurzer Zeit befreit werden. Allerdings bestand nach wie vor das Problem der Disharmonie zwischen Auto und R\u00e4umlichkeiten Herr zu werden. Zwischen Schlagbaum und der rettenden Stra\u00dfe war ganz besonderes Verm\u00f6gen von N\u00f6ten. Die mittlerweile angestaute Menschenmenge verwandelte sich im Handumdrehen in ein Outdoor-Wettb\u00fcro. Die Quoten standen 40:60. Au\u00dferdem trug sie keinesfalls zur Beruhigung des Chauffeurs bei. Dennoch rettete er die Situation mit ruhiger, erfahrener Hand. Unter dem Jubel der Anwesenden erreichte er schlie\u00dflich sein Ziel und konnte im Rossi seinen \u00c4rger flugs heruntersp\u00fclen. Gemeinsam wurde im Hotel zu Abend gegessen und der Tag klang da aus, wo er begonnen hatte \u2013 in der Hotelbar.<\/p>\n<p>Tag zwei war prall gef\u00fcllt mit Aktivit\u00e4ten. Bereits um 09:00 Uhr wartete J\u00f6rg am L\u00f6wenbrunnen auf uns. J\u00f6rg, der lizensierte Stadtf\u00fchrer. Wissensdurstig lauschten wir seinen Berichten zur Geschichte von Heidelberg und mancher Anekdote. Wir besichtigten Kirche und Karzer, mussten in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Acht geben, dass wir nicht \u00fcberfahren wurden und gewannen den Eindruck, dass Heidelberg doch ein wenig angestaubt war. Im doppelten Sinne des Wortes. An der Universit\u00e4t wird u.a. in den geisteswissenschaftlichen Fakult\u00e4ten brotlose Kunst unterrichtet und werden zuk\u00fcnftige Taxifahrer ausgebildet. Was aus den Absolventen wird, wenn sich das autonome Fahren etabliert hat, schwebt noch im Nebul\u00f6sen.<\/p>\n<p>N\u00e4chster H\u00f6hepunkt das Mittagessen. Vom Hunger zerm\u00fcrbt fand sich die Truppe vorzeitig im Hackteufel ein. Die angedachte Freistunde wurde nicht wahrgenommen, da in der l\u00e4ngsten Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Deutschlands neben Autos und Asiaten nur noch Brillengesch\u00e4fte sowie Souvenirl\u00e4den auf uns lauerten. Das Mahl im Hackteufel l\u00e4hmte die letzten Lebensgeister. Bleierne M\u00fcdigkeit breitete sich aus. Doch der n\u00e4chste Programmpunkt mahnte zum Aufbruch. Es war kaum Zeit zum Luftholen. Zum Eisholen jedoch ergab sich noch eine Gelegenheit. Und so bequemten wir uns ohne zu kleckern zum Anlegesteg der \u201eWeissen Flotte\u201c.<\/p>\n<p>Wir schleppten uns auf das Sonnendeck, denn der Wettergott meinte es wirklich gut mit uns. Wir waren offensichtlich zu schnell gegangen, denn wir erreichten den Seelenverk\u00e4ufer mehr als rechtzeitig. Und so war es uns verg\u00f6nnt, dass wir die freie, perfekte Wahl der besten Pl\u00e4tze hatten. Uns zuvor kam nur ein Solotrio undurchsichtiger Typen, die in intimen Verhandlungen mit drei gecharterten M\u00e4dels aus dem indonesischen Raum standen. Ob, und welcher Vertrag zustande kam blieb f\u00fcr uns offen.<\/p>\n<p>Eine weisse Flotte der Weissen Flotte notierte unsere Getr\u00e4nkew\u00fcnsche. Ich erw\u00e4hne dies deshalb, weil es auch einen flotten Schwarzen der Weissen Flotte gab, der auf der gegen\u00fcber liegenden Deckseite bediente. Aber das nur nebenbei. Und so schifften wir flussaufw\u00e4rts nach Neckarsteinach, wo Kaffee und Kuchen, respektive Bratwurst und Pommes Schranke im schattigen Biergarten auf uns wartete. Auch das Solotrio mit den drei gecharterten indonesischen M\u00e4dels erkor den Biergarten als weiteren Verhandlungsort.<\/p>\n<p>Per Fu\u00dfmarsch zum Bahnh\u00f6fchen, von wo die R\u00fcckfahrt starten sollte, wurde erheblich beschwerlicher. Die Bahnfahrt war relativ unromantisch und ohne besondere Vorkommnisse. Und sogar p\u00fcnktlich. Taxis bef\u00f6rderten die Fu\u00dflahmen ins Hotel. Duschen und Umziehen standen an. N\u00e4chster Treffpunkt im Foyer des Hotels. Das Heidelberger Schloss wartete auf uns! Die Kulisse hatten wir aus diversen Perspektiven, aus Stadt, Land, Fluss bereits in Augenschein genommen.<\/p>\n<p>Was wir von der Bahn erwartet hatten, realisierten die Taxis zum Schlossberg. Versp\u00e4tungen. Wo sich in Jahrhunderten K\u00f6nige und andere Blaubl\u00fcter vergn\u00fcgten wurden wir zum Sektempfang empfangen. Die Terrasse lud zum gem\u00fctlichen Verweilen ein. Eigentlich, denn Heidi, die Schlossf\u00fchrerin, harrte darauf ihr reichlich historisches Wissen an uns weiterzugeben. Das Heidelberger Schloss ist die gr\u00f6\u00dfte Schlossruine Europas. Ob das Schloss in Teilen ruiniert wurde, um diesen internationalen Titel sein Eigen zu nennen ist nicht hinreichend belegt.<\/p>\n<p>Was die Kulisse aus der Entfernung versprach hielt der n\u00e4heren Betrachtung stand. Neben beeindruckender Bauweise begeisterte das gr\u00f6\u00dfte Holzweinfass der Welt, mit einem Fassungsverm\u00f6gen von 220.000 Litern. Bauern und Winzer hatten ihre Steuern, das Zehnt, darin abzugelten. Welch` glorreiche Zeiten: Ein Zehnt! Ein Gnom soll das Cuvee h\u00f6chstpers\u00f6nlich verkostet haben. Manch professioneller Trinker der heutigen Hofnarren, mehr oder weniger bekannt aus Funk und Fernsehen, eifern ihm erfolgreich nach. Ohne allerdings in Funk und Fernsehen die mediale W\u00fcrdigung daf\u00fcr zu erhalten.<\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber erwies sich unsere 3 Literflasche Weissburgunder (Jeroboam) als \u00fcberaus enthaltsam. Der weisse Burgunder zeigte sich von seiner besten Seite, vollmundig mit nachhaltigem, langem Abgang. Dazu passend das Dreigang-Spargelmen\u00fc. Zur Untermalung von Speisen und Getr\u00e4nken in herrschaftlichem Ambiente erklang Gesang von der Hofb\u00fchne. Hier fanden die letzten Proben f\u00fcr das nahende Sommertheater statt. Bitte nicht verwechseln mit dem zu erwartenden Sommertheater der politischen Szene!<\/p>\n<p>Speis und Trank erfreuten sich allgemeiner Wertsch\u00e4tzung, der Abholservice war \u00fcberraschend p\u00fcnktlich, und in der Hotelbar lie\u00dfen wir uns Spargel, Kalbsschnitzel, Weissburgunder und co. noch einmal auf der Zunge zergehen. Ein absolut gelungener Tag fand seinen w\u00fcrdigen Abschluss. Die Runde l\u00f6ste sich alsbald auf, denn wohlige, Zufriedenheit und M\u00fcdigkeit suchte alle Freunde Heim.<\/p>\n<p>Zum sp\u00e4ten Fr\u00fchst\u00fcck erschienen alle wieder in alter Frische. Packen, Auschecken und die Heimreise stellten keine \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Herausforderungen. Und so freuen sich schon alle Teilnehmer auf den achtzehnten Diskurs, wo immer wir uns in einem Jahr wieder treffen werden. Dem Organisator und Spender sei noch einmal ein herzlicher Dank!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die siebzehnte Tour sollte uns Heidelberg historisch, kulturell und kulinarisch n\u00e4her bringen. Ich nehme es vorweg: Es hat erwartungsgem\u00e4\u00df geklappt! Aber beginnen wir von vorn. Der Vatertag fiel dieses Jahr ausnahmsweise vor den Muttertag. Und so konnten wir, die V\u00e4ter, bereits am Anreisetag diverse Huldigungen entgegennehmen. 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