{"id":140,"date":"2017-03-25T10:37:53","date_gmt":"2017-03-25T10:37:53","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=140"},"modified":"2017-03-25T10:38:00","modified_gmt":"2017-03-25T10:38:00","slug":"kaiserstuhl-tour","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=140","title":{"rendered":"Kaiserstuhl-Tour"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kaiser &#8211; Kronen, Kaiser &#8211; Stuhl und Kaiser &#8211; Wetter! <\/strong><\/p>\n<p>Das Leben ist voller \u00dcberraschungen. Nachdem im Sp\u00e4therbst 2015 die eher zuf\u00e4lligen Grabungen unter der Abdeckung im Kofferraum zum Fund eines historischen Artefaktes f\u00fchrten, traf die n\u00e4chste \u00dcberraschung am 11. August 2016 gegen 09:30 Uhr in Nonnenweier ein. Ohne gro\u00dfe Widrigkeiten gelang es dem Bekronten sowohl Anh\u00e4ngerkupplung als auch Fahrradst\u00e4nder nebst Velo fachgerecht und verkehrssicher zu montieren. Diesem Umstand war es auch zu verdanken, dass ER, ewig vor der vereinbarten Zeit, r\u00fcckw\u00e4rts in die Hofeinfahrt des Elsnerschen Anwesens rangierte.<\/p>\n<p>An dieser Stelle sein vermerkt, dass wir mit einer Gedenkminute unseres treuen Partners Flak gedachten, der uns im Gro\u00dfen und Ganzen sicher begleitete. Auch wenn seine Vorhersagen nicht g\u00e4nzlich dem Ideal entsprachen, so war er doch einer von uns! Wahre Freundschaften verzeihen auch Fehler!<\/p>\n<p>Wie sich im Verlaufe der Umzingelung der Sitzgelegenheit des Kaisers noch manifestieren sollte, wich die Vorfreude \u00fcber den neuen Kollegen GARMIN bereits bei der ersten Bew\u00e4hrungsprobe. Er war eben nicht Falk! Soviel muss an dieser Stelle gesagt werden \u2013 ohne hier bereits n\u00e4her auf die Details einzugehen. Auch m\u00f6chte ich f\u00fcr den Verlauf weiterer Dokumentationen m\u00f6gliche Irritationen mit meinem Namen von vorne herein ausschlie\u00dfen. Naheliegend ist die konsequente Abk\u00fcrzung. Ich werde ihn ab sofort ausschlie\u00dflich als \u201eG-Punkt\u201c (weiter reduziert \u201eG.\u201c) benennen. Sollte er sich zuk\u00fcnftig als zuverl\u00e4ssiger Radgeber erweisen, und zur Befriedigung der Begnadeten beitragen, so konnte diese Nomenklatur nicht treffender gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Hinzugesellt hatte sich ebenfalls ein bisher namenloser Kollege, der uns mit allerlei Informationen im Nachhinein versorgte, w\u00e4hrend bei G. sich die Anforderungen eher nach vorne orientierten. Da er u.a. \u00fcber den Verbrauch von Kalorien Buch f\u00fchrt, m\u00f6chte ich ihn spontan \u201eKalli\u201c taufen. Das Einverst\u00e4ndnis des Gekr\u00f6nten voraus gesetzt.<\/p>\n<p>Wie bei einer Rundfahrt \u00fcblich, befinden sich Start und Ziel in unmittelbarer N\u00e4he. Lediglich die Entscheidung \u201eWo starten wir?\u201c galt es zu treffen. Mit dem Wissen, dass sich die Eismanufaktur in K\u00f6nigschaffhausen einen \u00fcberaus positiven Namen erk\u00fchlt hatte, gab es keinerlei Diskussionen \u00fcber den Beginn der Tour. Lockten doch bereits vor den ersten ernsthaften Tritten in die Pedalen wahrlich ausgezeichnete K\u00f6stlichkeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00e4tte, Wenn und Aber: Dass unerwartet fr\u00fche Aufkreuzen des Gek\u00f6rnten, die Folge gl\u00fccklicher Umst\u00e4nde, zogen leider eine Verkettung weiterer denkw\u00fcrdiger Umst\u00e4nde nach sich. So z.B. das Erreichen der Eismanufaktur vor der offiziellen \u00d6ffnungszeit um 11:00Uhr! Entt\u00e4uschung macht sich breit. Da es bis Breisach allerdings nur ganze 15Km waren, lag die n\u00e4chste Labung in nicht allzu weiter Ferne. Auch ohne diverse Kugeln Eis entpuppte sich der Fahrtwind als sehr erfrischend. So erfrischend, dass uns die vorsorglich mitgef\u00fchrten J\u00e4ckchen kuscheliges Wohlf\u00fchlen angedeihen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>In flotter Fahrt ging es Breisach entgegen, wo uns unmittelbar an der Stadtgrenze die ersten Fangruppen frenetisch empfingen. Anders als erwartet lag der Altersdurchschnitt signifikant \u00fcber unseren Jahrg\u00e4ngen. Offensichtlich hatten sie werden Lust noch ein gesteigertes Interesse die olympischen Spiele im TV zu verfolgen. Live ist eben life, und nirgends sonst kann die reale Geschwindigkeit so hautnah empfunden werden, wie auf Arml\u00e4nge an der Strecke selbst. Im Stadtkern, wo wir die Aufnahme von Cerealien geplant hatten, standen wir einer schier undurchdringlichen Mauer von Rentnern gegen\u00fcber. Wir bahnten uns eine Schneise zum Caf\u00e9, das mit einem fruchtigen Buffet auf uns lauerte. Wie sollten wir Kalli davon \u00fcberzeugen, dass seine bisher gespeicherten Daten mit Nichten denen der Angaben der emsigen B\u00e4ckereifachverk\u00e4uferin entsprachen. Wir entschuldigten es mit den noch vor uns liegenden f\u00fcnfzig Kilometern und der Aufstockung auf Kallis Speicherkarte. Die ebenfalls emsigen Bedienungen, deren Wiegen nicht in Breisach schaukelten, sondern in s\u00fcd\u00f6stlichen Gefilden, versuchten nicht vergebens uns mit freundlich rollendem R zu einem \u00fcppigen Trinkgeld zu animieren. Wir erlagen den Verf\u00fchrungsk\u00fcnsten und stellten ihnen sowohl Kalli, als auch den G. vor. Nach kurzer \u00dcberlegung beschlossen wir unsere Notdurft w\u00e4hrend der Fahrt fachgerecht zu verrichten \u2013 immer konsequent in Fahrtrichtung.<\/p>\n<p>Entlang von lustig murmelnden B\u00e4chen, wogenden Kornfeldern und be-E-biketen Angebern lie\u00dfen wir Breisach schnell hinter uns. Erste Unstimmigkeit mit G. und der offiziell perfekt ausgeschilderten Route des kaiserlichen Tourismusverbandes f\u00fchrten \u00fcberraschend doch auf den gew\u00fcnschten Weg. Jedenfalls solange die Strecke durch Wasserl\u00e4ufe, Stra\u00dfen und H\u00e4user automatisch begrenzt waren. Gegen besseres Wissen, also meines, steuerte G. den Weinbergen entgegen. Erste Steilh\u00e4nge wurden noch mit Bravur erklommen. Nun s\u00e4umten Reben unseren Weg. Trotz all meiner korrekten R\u00e4te, wie es erfahrene Westm\u00e4nner nun mal beherrschen, bestand der Verfahrensmann auf unkritisches Folgen des G..<\/p>\n<p>Es ist m\u00fc\u00dfig zu erw\u00e4hnen, dass Schorschi jede Gelegenheit nutzte seine Fingerfertigkeit am G. zu trainieren. Auch Kalli sollte nicht hinten anstehen, und ER \u00fcberpr\u00fcfte regelm\u00e4\u00dfig Kontostand der Kalorien, der zur\u00fcckgelegten Wegstrecke und des Durchschnittstempos. Dieses sank mit jedem Meter, den wir den Vorschl\u00e4gen des Laienhaften folgten. Inzwischen fehlten sogar ausreichend kleine G\u00e4nge, um den Steigungen Herr zu werden. Was bei den Ritzeln mangelte, war an Kg zu viel. Diese Hangabtriebskraft allerdings erwies sich in den Bergab-Passagen als f\u00f6rderlich, um Geschwindigkeit ohne k\u00f6rperliche Anstrengung aufzunehmen.<\/p>\n<p>Kalli summierte neben H\u00f6henmetern auch Kalorien, was Schorschi umgehend in die beliebte W\u00e4hrung von Eisbollen brillant und fehlerfrei umrechnete. Die Piste wechselte von Asphalt auf Schotter, die Steigung tendierte gen Senkrecht, beherztes Einschreiten meinerseits war die einzige M\u00f6glichkeit ein drohendes Debakel abzuwenden. G. hatte die \u00dcbersicht nun v\u00f6llig verloren. Und Kalli war mit anderen Aufgaben rund um die Uhr ausgelastet. Schorschi schaute hilfesuchend zu mir. Geistesgegenw\u00e4rtig gelang es mir einen betreckerten Kaiserst\u00fchler Jungwinzer zu stoppen, um seinen ortskundigen Rat einzuholen. Wie vermutet, das Ziel befand sich in 180 Grad Richtung. Schotterpiste hangabw\u00e4rts zur\u00fcck, den G. keines Blickes w\u00fcrdigend erreichten wir nach gerade einmal zwei Kilometern Endingen. Jetzt trennte uns die Winzigkeit von zweitausend l\u00e4cherlichen Metern von der ausgelobten Eismanufaktur.<\/p>\n<p>In Windeseile waren unsere Stahlr\u00f6sser geparkt, und Schorschi st\u00fcrmte auf die Eisauslagen zu. Ich h\u00e4tte mir diese seine Dynamik in den Bergetappen gew\u00fcnscht. Ohne auch nur einen m\u00fcden Blick auf Kalli zu verschwenden, wanderte die Bestellung \u00fcber den Tresen. Schokolade, Walnuss und Joghurt-Kirsch. Noch bevor ich die zweite Kugel anl\u00f6ffeln konnte, eilte der Unterk\u00fchlte schon wieder Richtung Tresen, um mit weiteren Kugeln Mango, Erdbeer und Weissnichtmehr sein Kompotpurri zu vervollst\u00e4ndigen. Sahne wurde mit einer fahrigen Handbewegung abgelehnt. Kalli schlug sinnbildlich die Datenspeicher \u00fcber dem Display zusammen. Mit einem zufriedenen L\u00e4cheln auf den Lippen, die letzten Reste Erdbeereis vom L\u00f6ffel saugend, konnte er Kalli nicht l\u00e4nger ignorieren. Seine klammen Finger huschten zusehends langsamer \u00fcber Tastatur. Doch die Daten lie\u00dfen das Grinsen noch breiter werden! 6.430 Kalorien \u2013 da konnten selbst die 6 Kugeln feinstes Eis kein W\u00e4sserchen tr\u00fcben.<\/p>\n<p>Unaufgeregt entlockte der Herrscher \u00fcber Nullen und Einser an seinem Handgelenk weitere bemerkenswerte Tatsachen aus Kallis digitalem Datenspeicher: Sechzig Kilometer in viereinhalb Stunden \u2013 abz\u00fcglich drei\u00dfig Minuten Pause entspricht einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 16,3 Km\/h. Immerhin, bei der Steilheit der Rebetappen\u2026! Nicht unerw\u00e4hnt sollte bleiben, dass die Hangabtriebskraft uns zu einer H\u00f6chstgeschwindigkeit von 48,6 Km\/h katapultierte. Was will man mehr?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaiser &#8211; Kronen, Kaiser &#8211; Stuhl und Kaiser &#8211; Wetter! Das Leben ist voller \u00dcberraschungen. Nachdem im Sp\u00e4therbst 2015 die eher zuf\u00e4lligen Grabungen unter der Abdeckung im Kofferraum zum Fund eines historischen Artefaktes f\u00fchrten, traf die n\u00e4chste \u00dcberraschung am 11. August 2016 gegen 09:30 Uhr in Nonnenweier ein. 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