{"id":128,"date":"2017-03-25T10:03:08","date_gmt":"2017-03-25T10:03:08","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=128"},"modified":"2017-03-25T10:03:16","modified_gmt":"2017-03-25T10:03:16","slug":"thor-tour-prolog","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=128","title":{"rendered":"Thor-Tour \/ ProLog"},"content":{"rendered":"<p>Thor-Tour \/ Pro Log 21. April 2015<\/p>\n<p>Die Kontertour erfolgte bereits eine Woche drauf. Schorschi stand in der Pflicht alles f\u00fcr die Fahrt ins Gallierland zu planen. Abfahrt Eckartsweier, gleiche Zeit, eben nur ohne einen unerwarteten Werstattaufenthalt. Ich war auf alle denkbaren und undenkbaren Ereignisse mental vorbereitet. Schorschi h\u00fcpfte bereits auf der Stra\u00dfe vor dem Haus aufgeregt herum. &#8222;Wir m\u00fcssen uns beeilen, der Zug f\u00e4hrt um 11:00 Uhr ab. In Appenweier. Wir fahren nicht ins Gallierland!&#8220; Auch gut, dachte ich.<\/p>\n<p>Schorschi fr\u00f6stelte noch ein wenig. Jacke an, und kr\u00e4ftig in die Pedale getreten, der Zug ins Renchtal wartete nicht auf uns. Nat\u00fcrlich hatten wir Gegenwind. Aber erfahren, wie wir bei unserer zweiten Tour nun schon mal waren, schafften wir es locker! Eine ganze Viertelstunden vor Abfahrt. Das war auch dringend erforderlich, denn Schorschi \u00fcbernahm das Kommando am Fahrkartenautomaten. Gruppentiket mit Fahrrad oder Rentnererm\u00e4ssigung, alles Felder, die die Bahn nicht vorgesehen hatte. Ebenfalls die m\u00f6gliche Variante, das Schorschi als Behinderter und ich als Betreuungsperson kostenlos mitreisen d\u00fcrfte. Hinter uns wurde die Schlange l\u00e4nger und ungeduldiger. Nach ein paar gut gemeinten Ratschl\u00e4gen nerv\u00f6s werdender Passagiere, lie\u00df sich unser Teamleader \u00fcberzeugen, die beiden Tickets einzeln zu erwerben. Geld war nicht zu sparen, aber Zeit, was in diesem Fall die sicherste L\u00f6sung zu sein schien. Nach wenigen Sekunden waren wir stolze Besitzer der Billetts nach Oppenau, und entspannten dadurch zusehens die ernste Lage unter den kartenlosen, potentiellen Mitreisenden.<\/p>\n<p>Ein zwei waggongiger Triebwagen, ohne Speisewagen, fuhr \u00fcberraschend p\u00fcnktlich ein. Die R\u00e4der waren beh\u00e4nd verstaut. Ein platzsuchender Blick in das Innere des Triebwagenabteils lie\u00df uns realisieren: Wir waren nicht allein. Lauter Rentner mit offensichtlich \u00e4hnlichen Zielen. Stockenten, Stockerpel, und auch zwei Radler. Angeber, ausgestattet mit rot \/ schwarzen Satteltaschen von Ortlieb. Aber Ih-Bike! Da waren wir doch sofort als die wahren Helden der schieren Muskelkraft auszumachen. Entsprechende K\u00f6rpersprache dokumentierte unsere sportliche \u00dcberlegenheit eindrucksvoll.<\/p>\n<p>L\u00e4ssig lie\u00dfen wir uns auf den n\u00e4chsten freien Pl\u00e4tzen nieder. Die R\u00e4der, wie von bewunderungsw\u00fcrdigen Profis erwartet, sicher im Vorraum verstaut. Sicher? Ja, bis zum ersten Halt. Der Triebwagenkutscher fuhr aber auch wie ein Arsch! Unsere \u00dcberlegenheit bekam erste kleine Kratzer. Wir \u00fcberspielten sie l\u00e4ssig, selbstbewusst.<\/p>\n<p>Zu unserer \u00dcberraschung hielt der Triebwagenkutscher nahezu an jeder Milchkanne. Und nahezu an jeder Milchkanne, wankten unsere, mit reiner Muskelkraft betriebenen R\u00e4der, aufs neue. Wir blieben dann zu ihrer Absicherung in ihrer N\u00e4he. Was auch Sinn machte, nicht nur zur Beruhigung der restlichen Fahrg\u00e4ste. Nach unz\u00e4hligen Milchkannen erreichten wir Oppenau. Die Angeber fuhren noch ein paar Stationen weiter. Typisch. Aber Ih-Bike! L\u00e4cherlich!<\/p>\n<p>Ganz im Ernst, die Tour war wesentlich einfacher zu planen, als meine. Es ging einfach nur das enge Tal runter. Wobei ich mir recht bald die Frage stellte, wieviel Bergauf Passagen gibt es eigentlich auf einer Bergabstrecke? Ich machte mir ernsthaft Sorgen um die Kondition des Freundes, der allerdings in den hurtigen Abfahrten rasch wieder zu Atem kam. Es ist eben doch ein Unterschied zwischen nur elegantem Fahrstil und besonders \u00e4sthetischer und gleichzeitig routinierter Steuerhoheit und perfekter Beherrschung der Pedale.<\/p>\n<p>Nach gut einer Stunde hatten wir alle Milchkannen in entgegengesetzter Richtung wieder hinter uns gelassen, und fuhren unter dem tosenden Beifall der Einheimischen und etlicher von Nah und Fern angereister Schaulustiger und Touristen in Oberkirch ein. Die Eisdiele mit Sonnenpl\u00e4tzen lud uns zum Verweilen ein. Die Bedienung, offensichtlich keine Eingeborene, ma\u00dfregelte mich, da ich unvorsichtiger Weise meine 3 Kugeln Eis, M\u00e1laga, Joghurt-Kirsch und Nuss, in der T\u00fcte bestellen wollte. &#8222;T\u00fcte nur to go!&#8220; Drau\u00dfen nur K\u00e4nnchen! Es war ein wundersch\u00f6ner Tag, blauer Himmel, die vielen Deppen, die in den Besprechungszimmern sitzen und um Konditionen feilschen, und wir gesund und gl\u00fccklich in Oberkirch in der Eisbude. Eine Diskussion \u00fcber den un\u00fcbertroffenen Vorteil von Eis in T\u00fcten kam mir nicht in die T\u00fcte. Ich ignorierte diese schwachmatige Regel, von der, da war ich \u00fcberzeugte, der Herr der k\u00fchlen K\u00f6stlichkeiten, wom\u00f6glich keinen blassen Schimmer hatte. Sei&#8217;s drum.<\/p>\n<p>Wir nahmen rasant wieder Fahrt auf, allerdings nur bis zur n\u00e4chsten Steige, deren noch etliche folgen sollten. Das Profil der Route war unserer Qualifikation durchaus w\u00fcrdig. Schorschi musste sich fortan und wiederholt auf seinen Falk verlassen. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle nicht unerw\u00e4hnt lassen, das es an Ortskenntnis hier und da ein wenig mangelte. Dennoch erreichten wir unser n\u00e4chstes Etappenziel.<\/p>\n<p>Mit sorgenvoller Miene und leerem Magen bogen wir in den Hinterhof zum Bauh\u00f6fer in Ulm ein. Jeder Blinde, mit mehr als ein, zwei schwarzen Punkten auf gelber Armbinde konnte erkennen, wie sich leibhaftige Verwunderung in die Gesichtsz\u00fcge von \u00fcberdurchschnittlich intelligenten Mitteleurop\u00e4ern mei\u00dfeln kann. An einem ganz ordin\u00e4ren Dienstag tummelten sich rudelartig Veloisten aus allen Herren L\u00e4ndern vor Starkbierhumpen im traditionellen Biergarten. Dass wir dennoch auf Abhieb einen halbschattigen Platz fanden, war meiner \u00dcbersicht und Reaktionsschnelligkeit zu verdanken. Wenn man nach der Bedienung auf die Karte h\u00e4tte schlie\u00dfen m\u00fcssen, w\u00e4ren die Kn\u00f6del besonders empfehlenswert gewesen. Schorschi lobte den Erd\u00e4pfelsalat, f\u00fcr den wir uns dann auch spontan entschlossen, und diesen im Dialog mit einem P\u00e4rle Wienerle. Die Entt\u00e4uschung war gro\u00df, der ausgelobte Erd\u00e4pfelsalat lie\u00df jede W\u00fcrze vermissen. Aber auch jede. Die Wienerle schmeckten ordentlich und mit neidischen Blicken auf die Kn\u00f6del verfeinerten wir mit ordentlich Salz, Pfeffer und Senf den Unw\u00fcrzigen &#8211; ohne jedoch schmeckenswerte Hochgen\u00fcsse erzielt zu haben.<\/p>\n<p>Zum Entsetzen der unschuldigen \u00dcberbringerin des Unw\u00fcrzigen, bestellten wir noch drei Grillv\u00f6gelchen aus der Volliere. Aber nur von den gelben Sittichen. Der Scherz wurde alsbald entlarvt und wir zahlten unter Kopfsch\u00fctteln der Trinkgelderwartenden. Trotz allem. Die Sondermengen Salz, Pfeffer und Senf blieben unberechnet.<\/p>\n<p>Wohl gen\u00e4hrt wurden die verbleibenden zwanzig Kilometer unter die Pneus genommen. Nach einigem Hin und Her, mehreren konzentrierten Blicken auf den Falk, und einer Ehrenrunde um ein fr\u00fchsommerlich zart erbl\u00fchtes Erdbeerfeld beendeten wir wohlbehalten den Pro Log. Unter dem Strich viel der Vergleich zur ThorTour bemerkenswert ausgeglichen aus. Knapp unter 60 Kilometer, Stundenmittel knapp \u00fcber 18, keine besonderen Vorkommnisse. Teil 3 kann kommen. Wenn jemand bereit ist, dann wir!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thor-Tour \/ Pro Log 21. April 2015 Die Kontertour erfolgte bereits eine Woche drauf. Schorschi stand in der Pflicht alles f\u00fcr die Fahrt ins Gallierland zu planen. Abfahrt Eckartsweier, gleiche Zeit, eben nur ohne einen unerwarteten Werstattaufenthalt. 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