{"id":106,"date":"2017-03-25T09:33:54","date_gmt":"2017-03-25T09:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=106"},"modified":"2017-03-25T09:34:07","modified_gmt":"2017-03-25T09:34:07","slug":"technik-kontra-natur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=106","title":{"rendered":"Technik kontra Natur"},"content":{"rendered":"<p>Um sich diesem traumatisierendem Thema mit wissenschaftlicher Gr\u00fcndlichkeit zu widmen, ist es von N\u00f6ten, einen Blick in Vergangenheit, auf die Evolution zu werfen. Denn die Natur als Solches l\u00e4sst keine Gelegenheit ungenutzt, sich zum Wohle der Natur weiter nachhaltig zu entwickeln. Auch wenn diverse Hersteller gerne mit technischen Revolutionen prahlen, hinken diese doch generell hinter der Natur her. Man sollte sich dieser Erkenntnis zum Wohle des Fortschritts nicht generell verschliessen. Nat\u00fcrlich zum Wohle der Menschheit und zu einem Leben im haarmonischen Einklang mit Mensch und Natur. Selbst wenn sich allerlei hirnlose Formate in unsere Wohnzimmer zu schleichen versuchen, als da w\u00e4ren: \u201eBauer sucht Frau\u201c, \u201eGZSZ\u201c, \u201eHeidi Dump sucht die Superknallt\u00fcte\u201c, \u201eFlorian Silbereisen, es singt f\u00fcr sie: Das Niveau\u201c oder uns diverse Richterinnen und Richter vor Augen f\u00fchren, auf welchem Level sich bedauernswerte Kreaturen durchs j\u00e4mmerliche Dasein harzen.<\/p>\n<p>Doch nun zum eigentlichen Thema: Auch auf der aktuellen Entwicklungsstufe des Homo Sapiens kommt dieser immer noch nackt zur Welt. Sieht man von einem mehr oder weniger sp\u00e4rlichen Bewuchs im Bereich des Skalps einmal ab. Im Laufe des Heranwachsens von K\u00f6rper, Geist und Haar entwickeln sich jedoch ganz erstaunliche Varianten. Hand in Hand mit dem Erreichen der Geschlechtsreife gedeihen an etlichen m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Stellen des K\u00f6rpers Haare in den unterschiedlichsten Auspr\u00e4gungen und Farben. Die Trennung der Geschlechter vollzieht sich hier am offensichtlichsten. W\u00e4hrend sich bei den m\u00e4nnlichen Wesen der Haarwuchs zus\u00e4tzlich im unteren und mittleren Gesichtsbereich fortsetzt, entwickelt der weibliche K\u00f6rper andere Regeln. In dieser Altersstufe gilt f\u00fcr beiderlei Geschlechter, dass gewisse Verhaltensmuster den Erziehungsberechtigten unerkl\u00e4rlich bleiben, und gelegentlich Anlass zur Sorge geben. In der Rangliste des Vokabulars zum Beispiel erringen Begriffe wie \u201epeinlich\u201c vordere Positionen und Badezimmert\u00fcren werden hermetisch abgeriegelt, als gelte es die Steuereinnahmen der Republik vor Uli Hoenes zu sichern.<\/p>\n<p>Doch kaum haben sich die ersten Stoppeln gebildet, r\u00fcckt man diesen bereits wieder zu Laibe. Einerseits ist dies sicher der Hygiene dienlich, andererseits ist eine sinnliche Anregung nicht g\u00e4nzlich zu verleugnen. W\u00e4hrend diese Massnahme Bazillen und Parasiten verhindern soll, zieht sie die l\u00fcsteren Spezies geradezu magisch an. Zumindest in den Augen der V\u00e4ter, denen diesbez\u00fcglich eigenen Erfahrungen noch haarklein gegenw\u00e4rtig sind.<\/p>\n<p>Mit allerlei Hilfsmitteln wie Pasten, Wachse, Klingen und Scheren reduziert man nicht nur in erogenen-, sogenannten Bikini-Zonen, die Haarpracht, sondern auch an Beinen und B\u00e4uchen. Ob nass oder trocken &#8211; ausgefeilte Apparate sorgen nicht nur beim Bartwuchs f\u00fcr kahle Resultate. Zum Leidwesen der Gegl\u00e4tteten m\u00fcssen sich derartige Prozeduren allerdings regelm\u00e4ssig wiederholen.<\/p>\n<p>Mit zunehmendem Alter registrieren wir weitere dramatische Ver\u00e4nderungen. W\u00e4hrend sich die femininen Erdenb\u00fcrger unter Schweissausbr\u00fcchen, Gem\u00fctsschwankungen und Hitzewellen gegen die Regel st\u00e4mmen, expandiert beim maskulinen Pendant eine Art Fellbildung an weiteren K\u00f6rperzonen. Besonders beliebt sind R\u00fccken, Ohren und Nase.<\/p>\n<p>Als einzige Ausnahme sei bei den Femen die l\u00e4stige Zunahme im oralen Bereich genannt. Wobei die Natur hier auf eine Variante ohne Materie zur\u00fcckgreift. Nat\u00fcrlich bleiben auch die Herrschaften von Ausnahmen nicht verschont. Wo in der Jugend eine pr\u00e4chtige Elvistolle ver-lockende Wirkung auf die Damenwelt aus\u00fcbte, sorgen im reiferen Alter erweiterte Gesichtskreise f\u00fcr sp\u00fcrbare Entlastungen des Budgets der Figaro-Konsultationen.<\/p>\n<p>Dass die Natur keinen Schritt, ohne die Notwendigkeit das Leben zu sch\u00fctzen, und den Fortbestand der Gattung zu gew\u00e4hrleisten, unternimmt, sollte jedem klar sein. Die stetig wachsenden B\u00fcschel an den Ohrmuscheln der M\u00e4nnchen bilden einen undurchdringlichen Schutz gegen den parallel anschwellenden Mitteilungsdrang der Andersgeschlechtlichen. Eine geniale Sensorik filtert automatisch Wesentliches von Unwesentlichem, was leider so manches Mal als Desinteresse zum Vorwurf gemacht wird, ist doch ganz auf nat\u00fcrliche Schutzmassnahmen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der auf Harmonie bedachte Gatte greift hier wie selbstverst\u00e4ndlich zur Technik, und k\u00fcrzt die B\u00fcschel auf ein beschwichtigendes, kommunikationsfreundliches Niveau.<\/p>\n<p>Wenden wir uns nun einem letzten, \u00e4usserst kritischem Feld m\u00e4nnlichem Schicksals zu: Den Nasenhaaren. Ihre Funktion ist selbst bei Udo Walz umstritten. Man kann nicht so recht eine nachvollziehbare Funktion erkennen. Einige verantwortungslose Zeitgenossen attestieren ihnen, dass man definierte Personen dadurch nicht mehr riechen k\u00f6nnen soll. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle jedoch das Nasenhaar daf\u00fcr in keinem Fall haftbar machen! Sicher ist es lediglich ein k\u00fcmmerliches \u00dcberbleibsel aus der Epoche der J\u00e4ger und Sammler. Im Zeitalter von A-mazon bis Z-alando ist die Sp\u00fcrnase nur noch f\u00fcr die Schn\u00e4ppchenjagd einsetzbar.<\/p>\n<p>Es ist dem Verfasser ein dringendes Anliegen, auf die ausserordentliche, medizinische Sensibilit\u00e4t der Schleimh\u00e4ute hinweisen. Jeder, ich betone: Jeder, der schon einmal versucht hat, auch nur ein einziges Nasenhaar mit Gewalt manuell zu entfernen, der weiss, wovon ich spreche. Es schiessen umgehend Str\u00f6me von Tr\u00e4nen in die Augen, und die H\u00e4nde fliegen reflexartig zum Schutz vor das Sinnesorgan. Dieser k\u00f6rperliche Schmerz ist nur noch von der seelischen und \/ oder k\u00f6rperlichen Pein zu toppen, wie zum Beispiel durch eine Zwangsbeschallung von Helene Fischer oder den Kastelruther Spatzen, ein Interview mit Thomas M\u00fcller, Boris Becker, Lothar Matth\u00e4us oder gar Ronald Pofalla, sowie der oskarverd\u00e4chtigen Leyen-Schauspielerin Ursula, die in Hannover von der Leine gelassen wurde, oder einer Talkrunde mit Johannes B. Kerner, bzw. Alice Schwatzer, \u00a0oder gar die unachtsame, unsachgem\u00e4sse Verwendung von thail\u00e4ndischen Gew\u00fcrzpasten.<\/p>\n<p>Es ist m\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass alle ernsthaften Versuche mit Pasten und Wachsen, Klingen und Scheren hier kl\u00e4glich zum Scheitern verurteilt sein m\u00fcssen!<\/p>\n<p>Den Mutigen geh\u00f6rt die Welt, und so entschliessen sich ganz tollk\u00fchne Unerschrockene mit Hilfe der Technik dem \u00dcbel ein finales Ende zu bereiten. Somit h\u00e4lt der Nasenhaarschneider Einzug in das letzte R\u00fcckzugsgebiet m\u00e4nnlicher Alleinstellungsmerkmale, und rotiert es ins Abseits. Auch wenn es mittels gepolsteter Schulterst\u00fccke und dem Tragen von Hosen und B\u00e4rten, sowie unz\u00e4hligen weiteren Anstrengungen nicht zur gew\u00fcnschten k\u00f6rperlichen Gleichstellung gereicht hat, das Nasenhaar bleibt den Kerlen ultimativ vorbehalten!<\/p>\n<p>Zu guter Letzt seien noch die folgenden philosophischen Fragen gestattet:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ist der Nasenhaarschneider eine weibliche Erfindung?\u00a0 Und wurde die Entwicklung wom\u00f6glich gesponsert von Alice Schwatzer? Wom\u00f6glich aus schwarzen Kassen mit unterschlagenen Steuergeldern? Warum gibt es keine kryptischen Oralhaarschneider f\u00fcr die Damen?<\/p>\n<p>Bevor ich noch weitere offene Fragen zu Papier bringe, sollten erst einmal die oben genannten hinreichend gekl\u00e4rt werden. Auf diese Weise kann eine Vermischung der Themen vermieden werden, und es k\u00f6nnen keine Haare in die Suppe gelagen.<\/p>\n<p>P.S.: An dieser Stelle muss ich noch eine Korrektur anbringen, und mich f\u00fcr eine falsche Bezeichnung entschuldigen. Nasenhaarschneider heissen nicht Nasenhaarschneider, sondern Nasenhaartrimmer. Warum auch immer?<\/p>\n<p>Apropos: Der Testsieger ist \u00fcbrigens der Panasonic ER-GN-30K! Er sorgt f\u00fcr einen exakten, ziepfreien Schnitt (aha \u2013nicht Trimm!). Er l\u00e4sst sich gut reinigen, liegt durch seine ergonomische Form gut in der Hand (die Lage in der Nasenh\u00f6hle ist nicht explizit dokumentiert. Hm!). Im Investitionspaket sind allerdings keine AA-Batterien inbegriffen. Was das AA mit der Nase zutun hat, verschweige ich wohlwollend.<\/p>\n<p>Ach, dass in der Betrachtung die Augenbrauen keine Ber\u00fccksichtigung gefunden haben, obwohl sie doch im Ungleichklang der Geschlechter eine dominate Rolle spielen, ist der Nachl\u00e4ssigkeit des Autors geschudet. An dieser Stelle, einer besonders exponierten, wie ich meine, sein dieser Nachtrag gestatt.<\/p>\n<p>Auspr\u00e4gung und F\u00e4rbung sind zwar naturgegeben, doch nicht jede kann und will dies akzeptieren. Filigranes Zupfen mit Pinzetten oder optische Korrekturen mittels Rasiermesser sind dabei die harmlosesten Instrumente weiblicher Eitelkeit. Rigorose Entfernung gewinnt zunehmend Freundinnen. Die kahlen Stellen werden schliesslich per penibel gespitztem Kajalstifte graphisch modelliert, und, dem Zeitgeist folgend, per Tattoo f\u00fcr die Ewigkeit auf die Stirn gebrannt. Das Modell Theo Weigl ist jedoch out!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um sich diesem traumatisierendem Thema mit wissenschaftlicher Gr\u00fcndlichkeit zu widmen, ist es von N\u00f6ten, einen Blick in Vergangenheit, auf die Evolution zu werfen. Denn die Natur als Solches l\u00e4sst keine Gelegenheit ungenutzt, sich zum Wohle der Natur weiter nachhaltig zu entwickeln. 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