{"id":100,"date":"2017-03-25T09:26:03","date_gmt":"2017-03-25T09:26:03","guid":{"rendered":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=100"},"modified":"2017-03-25T09:26:03","modified_gmt":"2017-03-25T09:26:03","slug":"eur-opa-parlament","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/armins-nach-richten.de\/?p=100","title":{"rendered":"Eur-Opa-Parlament"},"content":{"rendered":"<p>Hoffnung keimte auf, nach dem Brexit. Man m\u00f6ge \u00fcber eine Reform der europ\u00e4ischen Parlamente nachdenken. Zu viel B\u00fcrokratie. Die Beamten bl\u00e4hen sich auf, wie nach drei Tellern Zwiebelsuppe. Heraus kommt aber nur lauwarme Luft oder gar eine kompaktere Masse. Und das stinkt nicht nur den Briten zum Himmel! Die Schar der Kritiker war gro\u00df, entpuppten sich jedoch alsbald als Nutzer der Gunst der Stunde, um ihre weitgehend unbekannten Konterfeis gierigen Reportern in die Linsen zu palavern. Doch halt, selbst dem allerletzten \u00a0Hinterb\u00e4nkler wurde klar: Man m\u00fcsste sich ja selber abschaffen. So sehnlichst, wie der Herzenswunsch der Brexiter demokratisch manifestiert wurde, so schnell verschwand auch das Begehren nach einer Evolution wieder in den Schubladen der europ\u00e4ischen Amtsstuben. Das F\u00fcnkchen Selbstkritik erlosch, bevor es den Strohhalm des W\u00e4hlerwunsches zu entz\u00fcnden vermochte.<\/p>\n<p>Obwohl es Abschaffungspotential im \u00dcberfluss g\u00e4be. In erster Linie denke ich dabei an die bunte Schar der Gnadenbrotempf\u00e4nger. An die, die wir im Laufe ihres Wirkens bereits haben ertragen m\u00fcssen. Allen voran der Schutzpatron der blau-wei\u00df Gerauteten, St.Oiber. In seinem Windschatten gefolgt von seiner schw\u00e4bischen Herrlichkeit Alt-Oetting-er. Lebende, exemplarische Beispiele, dass das Peter-Prinzip kein blo\u00dfes Hirngespinst ist. Mit der Einschr\u00e4nkung, dass sie bereits in ihren fr\u00fcheren \u00c4mtern die Stufe ihrer Unf\u00e4higkeit erreicht haben. Als hochgelobte, \u00fcberbezahlte EU-Kommissare weiden sie jetzt auf saftigen, europ\u00e4ischen Wiese.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df gar nicht wer oder was schlimmer ist. Denn die Zahl der namenlosen Parteischimmel, Adlaten und Aussitzer schw\u00e4rmen in solchen Scharen durch Br\u00fcssel und Stra\u00dfburg, dass selbst biblische Heuschreckenplagen ihren Schrecken verlieren. Sie sind vorzugsweise damit besch\u00e4ftigt sich selbst zu besch\u00e4ftigen. Anders kann ich mir den ganzen Schwachsinn den sie ausbl\u00e4hen nun wirklich nicht erkl\u00e4ren. Aber wohin mit ihnen? Die Wirtschaft verschw\u00e4nde wie K\u00fcchenschaben bei Licht, wenn es um eine Integration in ein ordentliches Berufsleben ginge. Sie k\u00f6nnten\u2026.aber nein, k\u00f6nnten kommt ja auch von k\u00f6nnen. Und da hapert es schon. Gut, sie k\u00f6nnten als abschreckendes Beispiel dienen. Aber k\u00f6nnen wir uns abschreckende Beispiele \u00fcberhaupt leisten? Was verdienen abschreckende Beispiele? Und sind sie nicht jetzt schon Abschreckung genug?! St.Oiber zur Reduzierung der B\u00fcrokratie und Alt-Oetting-er f\u00fcr die digitale Welt. Mister Peter, dass \u00fcbersteigt doch sicher auch ihre Vorstellungskraft? Wer hier vern\u00fcnftige, alternative Vorschl\u00e4ge hat: Her damit!<\/p>\n<p>Andererseits graust mir bei dem Gedanken einer tiefgreifenden Reformation der Administration. Die Horden der Lobbyisten verl\u00f6ren ja gleichfalls ihre Berechtigung. Ein Dasein ohne Spesen \u2013 unvorstellbar. Die Sternek\u00f6che m\u00fcssten ihren Dialog zwischen Lobster und Himbeerschaum verstummen lassen. Immerhin k\u00f6nnten die Airlines die Anzahl der Pl\u00e4tze drastisch erh\u00f6hen. Und mehr Kniefreiheit f\u00fcr freilaufende B\u00fcrger bieten. \u201eMiles and less\u201c w\u00fcrden den entgangenen Umsatz mit erstklassigen Sitzen f\u00fcr zweitklassige Politgrufties kompensieren. Champagner und Grand Crus w\u00fcrden mit Sonderangeboten evtl. die Gaumen der Otto-Normal-Verbraucher im Abgang nachhaltig nachklingen lassen. Man k\u00f6nnte gute Rotwein 1:1 wie Parlamentarier reduzieren. Die Ess-Sencen veredeln die politische Landschaft und Cuisine. Ok, der Vergleich hinkt ein wenig, trifft allerdings ganz meinen Geschmack. Wer ihn zu weit hergeholt findet, kann ihn ja einfach \u00fcberlesen und beim folgenden Absatz wieder ins Gedankengut einsteigen.<\/p>\n<p>Taxifahrer &#8211; die w\u00fcrde es hart treffen. Ohne G\u00e4ste nix zu chauffieren. Auch die muskelbepackten Securities h\u00e4tten nix mehr zu bewachen. Synchron\u00fcbersetzer und \u2013rinnen f\u00e4nden vielleicht eine Anstellung bei Fu\u00dfball-Vereinen. Sie k\u00f6nnten die Matchstrategien und Finanzamtsumdribbelungen den Spielern dolmetschen, und die Steueroasen w\u00e4ssern, oder den Figaro managen, um all die abenteuerlichen Frisuren aus den Sumpfgew\u00e4chsen zu zaubern, oder die Runen der Tattoos zu entziffern, oder die Spielerfrauen beim Shopping zu unterst\u00fctzen. Wenigstens die T\u00fctchen tragen. Hier rollt eine Welle von Umschulungs-Ma\u00dfnahmen auf uns zu. Aber: Wir schaffen das!<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich kann die Aufz\u00e4hlung der notleidenden Berufszweige nur unzureichend sein. Sie ist garantiert erheblich umfangreicher, verdeutlicht aber die Abh\u00e4ngigkeiten von Politik und Wirtschaft. Zu guter Letzt sei banal angedacht: Was geschieht mit den Subventionen? Bauern m\u00fcssten ihre Daimler-Bestellungen stornieren. Auf die Stahlindustrie k\u00e4men harte Zeiten zu. Der Kohleabbau bek\u00e4me keine Kohle mehr. Den Photovoltaikanlagen ginge die finanzielle Energie aus. W\u00e4ren Bio-Erbsen auch weiterhin gr\u00fcn und Gurken gerade oder krumm? Den armen Stierkampf-Stier-Z\u00fcchtern gingen Millionen f(l)\u00f6ten. Die S-Tiere m\u00fcssten zu frommen L\u00e4mmchen umgeschult werde, f\u00fcr iberische Streichelzoos.<\/p>\n<p>Eine Spezies h\u00e4tte allerdings eine herausfordernde Aufgabe zu l\u00f6sen: Die Kulturlinge. Mit der Freude an die Ode: \u201eAlle Menschen werden Br\u00fcder\u2026.\u201c M\u00fcssten sie Text und \/ oder Melodie genderm\u00e4ssig in Einklang bringen &#8211; \u201eAlle Menschen werden Br\u00fcder und Schwestern\u201c oder so. Wir sind Europa!<\/p>\n<p>01.Oktober 2016<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoffnung keimte auf, nach dem Brexit. Man m\u00f6ge \u00fcber eine Reform der europ\u00e4ischen Parlamente nachdenken. Zu viel B\u00fcrokratie. Die Beamten bl\u00e4hen sich auf, wie nach drei Tellern Zwiebelsuppe. Heraus kommt aber nur lauwarme Luft oder gar eine kompaktere Masse. 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